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Start Praxis Fachliteratur Archimaps – ein neuartiger Stadtplan für Architekturfans

Archimaps – ein neuartiger Stadtplan für Architekturfans

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Metropolen wie New York, London, Berlin sind für den Architekturfan ein Eldorado – neue und alte Bauwerke nebeneinander, lebhaft und innovativ pulsiert hier (nicht nur) das architektonische Leben. Wer durch Großstädte schlendert, kann urbane Entwicklungen und Trends hautnah beobachten. Beim Bummel durch eine Stadt abseits der üblichen Touristenstrecken »stolpert« man oft über manchen eindrucksvollen Bau, ohne jedoch nähere Informationen darüber zu erhalten. Mit den gewöhnlichen Stadtführern kommt (nicht nur der) ortsunkundige Architekturfan hier jedoch nicht weit – und das durchaus im wörtlichen Sinne: Die Auswahl in den herkömmlichen City Guides reicht kaum über die wichtigsten historischen Bauwerke hinaus, nennt vielleicht noch den ein oder anderen besonders extravaganten und aufsehenerregenden zeitgenössischen Bau, aber viel mehr auch nicht (wie dies auch nicht das Ziel dieser Reiseführer ist). Was also tun, als Fan von Architektur?

Archimaps – ein neuartiger Stadtplan für Architekturfans

Archimap London
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 Archimap Frankfurt
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Hier setzen die archimaps an: Sie wollen der ideale Stadtführer für Architekten, Architektur-Liebhaber und alle, die sich für Kultur interessieren, sein und versprechen »Architektur in neuem Format«. Tatsächlich ist eine archimap nicht einfach nur ein weiterer Guide im traditionellen Format, sondern – wie der Name schon andeutet – ein faltbarer Stadtplan im DinA0-Format. Jede archimap wird von sach- und ortskundigen Autoren, Architekten oder Kulturhistorikern, die sich vor Ort auskennen, gestaltet.

Vorgestellt werden jeweils 35 der interessantesten jüngeren Bauwerke einer Stadt. Die Auswahl reicht von so unterschiedlichen Projekten wie Wohn- und Geschäftsbauten – etwa den extravaganten Malls »MyZeil« (Massimiliano Fuksas) in Frankfurt oder »Q1« in Wien (Peter Lorenz Ateliers) –, von Bürohochhäusern, Kulturbauten – beispielweise die Kunsthalle Wien, die Caricatura in Frankfurt oder die Erweiterungen des Städels – über Musterhaussiedlungen, Campusbebauungen und einem Kinderhospital bis hin zu einem außergewöhnlichen Kiosk und einem Imbissponton in Frankfurt.

Während auf der Vorderseite der archimaps die einzelnen Gebäude in kurzen Texten und Bildern erläutert werden, bietet die Rückseite neben zwei Überblicksstadtplänen Tipps für themenbezogene Architekturrundgänge zu verschiedenen Bauten, die sowohl durch die »klassischen« Touristengegenden in den Innenstädten führen können wie zu weniger typischen Gebieten, etwa dem Hafen- oder Messegelände, dem Uni-Campus, Wohngebieten oder schlicht nach »Außerhalb«. Ein kurzer historischer Abriss der Viertel und der Gebäude zusammen mit einem herangezoomten Ausschnitt aus dem Stadtplan erleichtert das Nach-Spazieren der Rundgänge.

Erfunden wurden die archimaps 2008 von einem dreiköpfigen Architektenteam aus Berlin. Auslöser war eben die eingangs geschilderte Erfahrung, dass sich die Suche nach geeigneten Architekturführern für internationale Städte nicht einfach gestaltet. Waren die ersten drei Titel, über Hamburg, Berlin und München, noch einsprachig deutsch angelegt, folgten im August 2009 die nunmehr zweisprachigen (deutsch/englisch) archimaps zu den modernen Architekturen der Städte London, Paris und Berlin. Von Venedig und Berlin gibt es zudem auch historische Architekturführer. Mittlerweile sind neben Frankfurt und Köln auch archimaps für Wien, Moskau, und New York, für Stuttgart, Potsdam, Amsterdam, Istanbul und Barcelona im Programm.

Seit Kurzem haben die Macher der archimaps darüber hinaus noch eine weitere Neuerung im Programm – archimaps goes digital: Seit Anfang 2010 wurden die ersten iPhone Apps im iTunes Store veröffentlicht.

Die archimaps im Praxistest

Die innovative Idee, einen Architekturguide als Faltplan zu gestalten, der ohne herkömmliche Buchbindung auskommt, ist zugleich jedoch auch die große Schwachstelle der archimaps: Wer sich schon mit den »Faltplänen« von Falk schwer getan hat, der wird auch an einer archimap wenig Freude haben. Das Material ist – das liegt in der Natur der Sache – sehr flexibel, die Falzkanten sind brüchig und nur mit viel Geduld und Fingerfertigkeit faltet man das vollständig geöffnete DinA0-Format in seine Ausgangsposition, damit sie wieder in den Schutzschuber passt. Gerade unterwegs in der Stadt kann dies schon mal zu einer kleinen Geduldsprobe werden.

Die Auswahl der Gebäude jedoch ist sehr spannend und bietet eine Übersicht über interessante Bauten, die man häufig nicht kennt bzw. nicht zuordnen kann und an denen man als Besucher einer Stadt nicht unbedingt vorbeikommen würde. Sehr hilfreich sind die Vorschläge für Architektur-Rundgänge. Die knappen Begleittexte geben eine Übersicht über die wichtigsten Informationen, aber keine allzu detaillierten Ausführungen – diese kann man sich, wenn man will, später gezielt und in Ruhe suchen. Stellenweise ist allerdings das Englisch gewöhnungsbedürftig.

Mit den archimaps steht einem architektonischen Spaziergang durch die Metropolen der Welt nichts mehr im Wege – wie es überhaupt die beste Möglichkeit ist, eine (neue) Stadt kennenzulernen: Sie zu erlaufen.

archimappublishers, www.archi-maps.com

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