Start Praxis Technik Schwer entflammbar – Brandschutz bei Objektmöbel

Schwer entflammbar – Brandschutz bei Objektmöbel

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Auch beim baulichen Brandschutz gilt, dass der beste Schutz präventiv ansetzt – bei der Reduzierung der Brandlasten. Das betrifft nicht nur die Verwendung entsprechender Baustoffe, sondern auch die Ausstattung mit Mobiliar. Dieses ist jedoch in keiner expliziten Brandschutznorm erfasst. Planungs- und Betriebssicherheit bieten in dieser Grauzone Objektmöbel von Brunner. Diese entsprechen in vielen Ausstattungsvarianten der Norm DIN 4102 B1 »schwer entflammbar«.

Zehn Kilogramm eines konventionellen Schaumstoffes für die Polsterung von Sitzmöbeln entwickeln im Brandfall bis zu 25.000 Kubikmeter Rauch. Das bedeutet: Wenige nicht brandhemmend ausgerüstete Polstermöbel bereits reichen aus, um große Hallen mit undurchdringlichem Rauch zu füllen und Fluchtwege unpassierbar zu machen. Es sei denn, man befindet sich auf der sicheren Seite und nutzt Möbel mit entsprechenden Zertifizierungen. Und das wird im öffentlichen und halböffentlichen Bereich nicht nur immer häufiger von Baubehörden verlangt, sondern auch von Versicherungen. Spätestens dann wirkt sich Prävention nicht nur im Ernstfall lebensrettend aus, sondern minimiert schon die Betriebskosten im Normalbetrieb.

Für Objektmöbel insgesamt existieren keine expliziten Brandschutz-Normen. Dennoch gehen Bauaufsichtsbehörden und auch Versicherer immer häufiger dazu über, für Fluchtwege oder Bereiche mit hohem Publikumsverkehr schwer entflammbare Materialien zu fordern. Diese sollten der Norm DIN 4102 B1 entsprechen. Das Problem: Bei dieser Norm handelt es sich um die klassische Norm für Baustoffe, d.h. sie hat nur Gültigkeit für Materialien und Bauteile, die fest mit dem Gebäude verbunden sind. Wie sieht es nun mit Brandschutznormen für Möbel aus, die insbesondere in Gebäuden wie Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Hotels, Verkehrsbauten oder öffentlichen Verwaltungsgebäuden zum Einsatz kommen?

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Das Auseinandergehen von Anforderungen und Normen ist für Planer und Objekteinrichter zunächst verwirrend, woran sollen sie sich orientieren? Der in Rheinau ansässige Objektmöbelhersteller hat sich mit dieser Problematik eingehend befasst – und bietet mit einem breiten Produktportfolio verschiedene Lösungsansätze, um die potenziellen Brandlasten in Gebäuden entscheidend zu reduzieren.

Spezielle Verleimungen und Lackierungen machen Objektmöbel »schwer entflammbar«
So lässt Brunner die einzelnen Werkstoffe seiner Objektmöbel von externen Prüfbüros gemäß DIN 4102 untersuchen, um sicherzustellen, dass sie der Kategorie »schwer entflammbar« entsprechen.

Während Holzbauteile konventionell verarbeitet in die Brandschutzklasse B2 »normal entflammbar« fallen würden, sorgt Brunner durch spezielle Verleimung und Lackierung dafür, dass sie der Brandschutzklasse B1 »schwer entflammbar« entsprechen. Dafür sorgt ein UV-härtender Wasserlack, der das Holzsubstrat vor der Hitzeeinwirkung über eine gewisse Zeit schützt. Mit diesen Maßnahmen wird auch der »Papierkissentest« nach DIN 54341 bestanden. Bei diesem Test wird ein normiertes Papierelement mit 100 Gramm Gewicht auf dem Prüfmöbel entzündet. Der Test ist bestanden, wenn die Flammen spätestens nach 15 Minuten selbst verlöschen und nicht höher als 45 Zentimeter über die Rückenlehne reichen.

Diese Ausrüstung bietet der Objektmöbelspezialist bereits in der Standard-Ausführung seiner Produkte, gewissermaßen serienmäßig. In der Version »Extra« sind Formholzteile zusätzlich schwer entflammbar verleimt. Gestelle aus Aluminium und Stahl, wie sie bei Brunner zum Einsatz kommen, gelten übrigens generell als nicht brennbar.

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Polsterung mit Spezialschäumen
Großes Augenmerk legt Brunner auf den Polsterverbund. Standardmäßig erfüllen sämtliche Bezugsstoffe im Verbund bereits die Forderungen des »Zigarettentests« nach DIN 66084 Pc.
Wird eine brennende Zigarette in exakt definierter Weise in den Winkel eines Testpolsters gelegt, darf der Polsterverbund 60 Minuten nach dem Start der Prüfung weder glimmen, schwelen oder gar gezündet haben.

Einen Schritt weiter geht die Variante »Standard Plus« mit schwer entflammbaren Bezugsstoffen (DIN 4102 B1) auf Standardschaum: Hier wird im Verbund der »Streichholztest« nach DIN 66084 Pb ohne Probleme bestanden: Bei Einwirkung einer Flamme, die ein brennenendes Streichholz simuliert, müssen innerhalb von zwei Minuten nach Entfernen der Zündquelle die Flammen verloschen sein.

Die Version »Extra« nutzt neben schwer entflammbaren Bezugstoffen den ebenfalls schwer entflammbaren CMHR-Schaum (Combustion Modified High Resilience) und besteht sowohl den »Streicholztest« (DIN 66084 Pb) wie auch die britische Norm BS 5852 crip5, die häufig ergänzend für die Prüfung von Polsterverbunden eingesetzt wird. Eine noch widerstandsfähigere Ausrüstung steht hinter der Variante »Ultra«, die auf »Extra« basiert, aber zusätzlich das nicht brennbare Glasgewebe »Interglas flamline« (Baustoffklasse A2) zwischen Bezug und Polster integriert.

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Materialvermeidung als Strategie – Brunner entwickelt Konzepte mit Designern
Neben der Verwendung spezieller Materialien oder brandhemmender Additive bei Kunststoffteilen geht Brunner mit seinen Designern auch noch einen ganz anderen Weg – den der Materialvermeidung. Das Sitzprogramm »take« für Flughafen-Terminals etwa besteht fast ausschließlich aus metallischen Werkstoffen, die Polsterung aus Polyurethanschaum reduziert sich auf jenes Minimum, das noch für ausreichenden Sitzkomfort sorgt. »take«-Designer Wolfgang C. R. Mezger, der seit über zehn Jahren für Brunner entwirft, geht bei der Konzeption von Objektmöbeln, die für sensible Bereiche gedacht sind, von vornherein anders vor: »Wir nehmen Material weg, schließen kritische Werkstoffe aus und bedienen uns einer reduzierten Formsprache.« Üppige Polsterungen oder ausgreifende, materialintensive Formen wird man also hier vergeblich suchen. Ein »Brandschutz-Design« gibt es zwar nicht, doch wird es stets klar, sachlich und ausgesprochen hochwertig sein. Und damit ganz auf der Designlinie von Brunner liegen, die nach Aussage des Geschäftsführers Marc Brunner »stets Funktionalität mit Ästhetik, Sachlichkeit mit Emotion verbindet.«

 

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