Anzeige AZ-A2-728x90 R7
Start Praxis Technik Vorteile von elektrochromem Glas im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Sonnenschutz-Systemen

Vorteile von elektrochromem Glas im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Sonnenschutz-Systemen

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1304/sage-electrochromics-chabot-college-1.jpg

Wir leben in einer dynamischen Umwelt, in der die Intensität der Sonneneinstrahlung den Tag, die Jahreszeit und die Wetterbedingungen bestimmen. Um hieraus die optimale Energieeffizienz zu ziehen und um ein angenehmes Raumklima für die Bewohner zu schaffen, müssen dynamische Gebäude auf sich ändernde äußere Bedingungen reagieren. Wenn das Sonnenlicht als Ersatz für elektrisches Licht genutzt werden kann und dabei auch das Blendlicht mildert und gleichzeitig den Aufwand für die Heizung und die Kühlung reduziert, kann der Energieverbrauch eines Gebäudes erheblich - bis zu einem Netto-Nullenergiehaus - gesenkt werden. Für die Bewohner ergibt sich ein angenehmes Wohngefühl.

Unter Fassadendesignern herrscht eine hohe Akzeptanz für dynamische Lösungen bezüglich der Herausforderung durch das Sonnenlicht. Das zeigt sich in dem weit verbreiteten Einsatz von mechanischen Sonnenschutzsystemen in Neubauten wie automatischen Lamellenvorhängen, Jalousiensystemen und zweischaligen Vorhangfassaden mit automatischen Jalousien. Statische mechanische Lösungen wie Brise Soleil werden ebenso zur Kontrolle des Sonnenlichts eingesetzt, da sie als günstiger gelten. Allerdings erfüllen sie nicht die Ansprüche an die dynamische Steuerung und können direktes Sonnenlicht bei flacher Einstrahlung nicht steuern.

Mechanische Sonnenschutzsysteme sind teuer in der Anschaffung und im Einbau und benötigen Außenwände als tragfähige Stütze. Wie bei jedem mechanischen Produkt kommen erhebliche Wartungsarbeiten sowie Betriebskosten dafür hinzu. Das kann schwierig und teuer werden, auch weil die Reinigung der Fenster hinter diesen Systemen nur mit speziellen Verfahren möglich ist. Darüber hinaus erfordern große Außenanlagen meist eine intensive und kostenträchtige Planung, um sie den Vorhangfassaden anzupassen. Einige Systeme schalten sich auch automatisch aus, sobald der Wind zu stark wird. Und schließlich wird der freie Blick nach draußen, für den Fenster ursprünglich gedacht waren, durch mechanischen Sonnenschutz verwehrt.

Eine Alternative für die Steuerung des Sonnenlichts ist der Einsatz von elektronisch tönbarem Glas oder elektrochromem oder EC-Glas – das auf Knopfdruck oder durch Eingabe eines Gebäudemanagementsystems den Gesamtenergiedurchlassgrad und die Transmission des sichtbaren Lichts über ein breites Spektrum abstimmen und an jedem Wert anhalten kann. (Abbildung oben: EC-Produkt). Mit einer Lichtdurchlässigkeit von nur zwei Prozent in voll getöntem Zustand blockiert EC-Glas ebenso das grelle Sonnenlicht und erhält den Blick nach draußen im Gegensatz zu den mechanischen Lösungen.

Obwohl die Einsparungen durch Massenproduktion noch nicht ganz mit berechnet wurden, sind die Kosten für EC-Systeme heute vergleichbar mit konventionellen Lösungen oder liegen in zunehmendem Maße sogar darunter. Diese Lösungen vereinen statisches Hochleistungsglas mit niedrigem Emissionsvermögen mit Low-E-Beschichtung mit innen und außen angebrachter mechanischer Beschattung und einer höheren Kapazität für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Eine dynamische Einfachfassade bietet mehr Miet- und Nutzfläche im Vergleich zu einer Doppelfassade.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1304/sage-electrochromics-chabot-college-2.jpg

Da die Funktion im Glas integriert ist, ist EC-Glas eine elegante und leistungsfähige Alternative zu mechanischen Sonnenschutzsystemen ohne bewegliche Elemente: außer der üblichen Fensterreinigung ist keine Wartung erforderlich, es ist Wetter- und Klima unabhängig im Einsatz und benötigt keine zusätzlichen strukturellen Einbauten. Durch die dynamische Steuerung des Lichts und der Wärme, die in das Gebäude eindringen, kann bedeutend mehr Energie eingespart werden als mit einer statischen Fassade. Der Bewohner genießt zudem den Komfort, dass der Blick nach draußen zu keiner Zeit behindert wird. Mit EC-Glas kann der Architekt mit mehr Glas bauen, ohne Energieverluste in Kauf nehmen zu müssen.

Die Energieeffizienz ist eines der wertvollsten Argumente für dynamisches Glas. Es sperrt die Sonne nicht aus, sondern passt sie an und optimiert sie. Insofern erlaubt das dynamische Glas dem Bewohner, den Grad des Sonnenlichts und der dadurch entstehenden Wärme selbst zu bestimmen und reduziert dadurch den Gesamtenergiebedarf. Dadurch können Hausbesitzer Energie einsparen und das Gebäude mit geringerem Aufwand für Heizung, Kühlung und Lüftung umweltverträglich steuern. Das natürliche Tageslicht schafft zudem eine umweltfreundliche und ästhetisch ansprechende Alternative zu herkömmlichen Sonnenschutzsystemen wie Rollläden, Jalousien oder außen angebrachten Lamellenvorhängen.

Das Tageslicht, der freie Blick nach draußen und die Energieeffizienz sind drei gute Gründe für die Umorientierung im Hausbau, die das dynamische Glas bewirkt. Darüber hinaus ist mit EC-Glas auch anspruchsvolles Design für eleganten Fassadenbau möglich, ohne Abstriche im Wohnkomfort oder in der Energieeffizienz in Kauf nehmen zu müssen. Ähnlich des Fortschritts von Low-E-Produkten in den letzten 20 Jahren wird sich auch elektronisch tönbares Glas bezüglich des Preisrückgangs, der Leistungssteigerung und der Ausdehnung des Produktangebotes entwickeln und sich im Markt etablieren, so dass EC-Produkte bald zum De-Facto-Standard im Hausbau werden.

Autorin: Helen Sanders ist Vice President Technical Business Development SageGlass bei SAGE Electrochromics Inc., ein Unternehmen des weltweit tätigen Baustoff-Anbieters Saint-Gobain

 

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Im zweitgrößten Barockschloss Europas kreiert schneider+schumacher ein modernes Studien- und Konferenzzentrum für die Mannheim Business School. Die in den Garten eingeschnittene Anlage bildet zusammen mit dem historischen Schloss eine markante neue Einheit, die symbolisch für die Bewahrung der Tradi...

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

Das Büro DEGELO Architekten aus Basel hat den ersten Preis beim Wettbewerb zur künftigen Gestaltung des neuen Konferenzzentrums in der Heidelberger Bahnstadt gewonnen. Das Preisgericht wählte den Entwurf unter 22 eingereichten Arbeiten aus.

Chicago Architecture Biennial

Chicago Architecture Biennial

Als Kunst- und Kulturstadt ist die zweitgrösste Stadt in den USA bislang nicht bekannt. Das größere New York hat hier doch deutlich mehr Strahlkraft. Aber Chicago legt nach und zeigt deutliche Anzeichen, sich als Kulturstätte neu zu erfinden. Ein besonderes Event ist die Chicago Architecture Biennia...

Weitere Artikel:

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylglas-Kunststoff. Sie fassen sich im Vergleich zu Glasschiebetüren warm an und sind unempfindlich gegenüber Verschmutzungen.

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und weiterhin sinnvoll zu nutzen, wählten die Betreiber einen recht ungewöhnlichen Weg: die Umwandlung der Brennerei Weißenfeld in ein...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die neue Parklandschaft, welche die Grün Berlin GmbH im Auftrag des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf realisierte, breitet sich in einem...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylgla...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und ...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die ...

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

H7, das Bürohaus von Andreas Heupel Architekten im alten Stadthafen von Münster, ist ein siebengeschossiger Holz-Hybridbau, der neue Maßstäbe im Hinblick auf Ökologie und...

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Die Profile des Fensters »cero« messen trotz der möglichen 15 Quadratmeter großen Scheibenelemente gerade einmal 34 Millimeter. Für die jeweiligen Anforderungen an Wärmed...

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Die neue Wirtschaftsuniversität in Wien ist die größte der Europäischen Union. Bisher befand sich die alte Wirtschaftsuniversität in einem Gebäude aus den 1970er-Jahren. ...

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Es ist ein eigenwilliges Gebäude, das 1967 nach dem Entwurf des Architekten Wolfgang Döring in nur sechs Tagen auf einem Erbpachtgrundstück der Elly-Hölterhoff-Böcking-St...

Oberflächentrends bei Innentüren

Oberflächentrends bei Innentüren

Die heutigen Sortimentsdimensionen des Bauens und Planens verlangen nach strukturierten Lösungen für Oberflächen wie beispielsweise bei Innentüren. Aufgrund des Überangeb...

Keukenhof in Lisse bei Amsterdam von Mecanoo

Keukenhof in Lisse bei Amsterdam von Mecanoo

Der Keukenhof in Lisse bei Amsterdam ist das internationale Schaufenster der niederländischen Blumenzucht. In den acht Wochen von Anfang März bis Mitte Mai wird dort geze...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.