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Großprojekt am Dortmunder U von Gerber Architekten

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Das von der Stadt Dortmund 2007 europaweit ausgelobte Investoren-Verhandlungsverfahren ist entschieden. Eine Investorengemeinschaft aus HOCHTIEF PPP Solutions, HOCHTIEF Projektentwicklung und Kölbl Kruse wird das Projekt federführend realisieren. Zechbau GmbH wird den Entwurf von Gerber Architekten bautechnisch umsetzen.

Unmittelbar neben dem Dortmunder U, dem Zentrum für Kunst und Kreativität, auf einer 20.000 Quadratmeter großen Teilfläche des ehemaligen Geländes der Dortmunder Union Brauerei entstehen auf insgesamt 52.305 Quadratmeter Bruttogeschossfläche das Robert-Bosch-Berufskolleg, das neue Robert-Schuman-Berufskolleg, ein kollegübergreifender Bereich und ein Kompetenzzentrum für die Kreativwirtschaft – das U-Viertel. Offene Blickbezüge und Wegebeziehungen, ein differenziert und durchlässig angelegtes Freiflächenkonzept, unterstützt durch die Farbigkeit und Materialwahl von rotgebranntem Klinker charakterisieren den Entwurf von Gerber Architekten aus Dortmund. Das städtebauliche Konzept erlöst das Gesamtareal aus seiner derzeitigen Unwirtlichkeit, schafft den Zusammenhang zur Stadt. Es unterstreicht die Präsenz und überregionale Bedeutung des freigestellt verbleibenden Dortmunder U als Attraktion.

Eine große, langgestreckte Freitreppe am Ostrand parallel zur Brinkhoffstraße weist Fußgängern aus der Nordstadt kommend schon frühzeitig den Weg in das U-Viertel. Zwischen den Gebäuden spannen sich Schulhöfe und ein zentraler städtischer Platz. Die vorhandene Geländetopographie wird gezielt zur räumlichen und funktionalen Gestaltung des städtebaulichen Ensembles genutzt. Eine schlichte Zweibundkonzeption der Kollegs ermöglicht eine proportionierte Gliederung der Baumassen. Alternierende Gebäudehöhen erzeugen eine gewünschte Kleinteiligkeit, bilden funktional zusammengehörige Kollegbereiche ab und erhalten dabei einen Blickbezug, wie zum Beispiel den aus dem Zug, auf das Dortmunder U.

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Das im südöstlichen Bereich des Grundstückes markant an der Brinkhoffstraße angesiedelte und als Solitär entwickelte Kompetenzzentrum wirkt raumbildend und markiert den Eingangsbereich ins U-Viertel. Parallel zur Bahn formt das Robert-Schuman-Berufskolleg als Riegel den nördlichen Abschluss des gesamten Areals und liegt auf dem Niveau der Zugangssituation von U-Turm und Kompetenzzentrum. Das Robert-Bosch-Berufskolleg nimmt sowohl die Grundstücksgrenzen im Westen an der Ritterstrasse als auch auf dem Zugangsbereich zum U-Turm im Süden auf und ist als Winkel konzipiert, sein Pausenhof liegt ein Geschoss tiefer. Äußerlich als separate Baukörper mit eigenen Eingängen gestaltet, sind beide Kollegs im unteren Erdgeschoss zwischen den unterschiedlichen Schulhofniveaus räumlich und funktional durch einen kollegübergreifenden Bereich mit Aula und Konferenzräumen verbunden, dessen ansteigendes Dach den städtischen Platz belebt und, als Tribüne genutzt, zu Openair-Veranstaltungen einlädt. Das Kompetenzzentrum ist als flexibel nutzbares Gebäude konzipiert. Im Erdgeschoss wird ein Empfangsbereich vorgesehen, eine offene Geschossfl äche kann in jeder Etage unterschiedlich bespielt werden - von Zellenbüros bis zum Open Space, ein individueller Ausbau ist möglich. Ein massiver Kern hält alle relevanten Versorgungen wie Erschließung, Sanitärbereich, Strom und Daten vor. Im nördlichen Bereich des Baufeldes ist die zentrale Ver- und Entsorgungsachse sowie Garagenzufahrt entlang des Bahngeländes angeordnet. In dem stadträumlich nur als Sockel in Erscheinung tretenden Gebäudeteil von der Brinkhoffstraße bis an die Ostseite der Aula ist eine Großgarage mit 510 Stellplätzen auf drei Ebenen untergebracht. Eine Öffnung durch alle Garagengeschosse nimmt die Haupterschließung mit Treppen und einem Aufzug auf und sorgt für natürliche Belüftung und gute Orientierbarkeit.

Der städtische Hauptplatz ist für Fußgänger aus jedem Geschoss barrierefrei zu erreichen. Er wird zum Zentrum der Gesamtanlage, Eingänge zu den Berufskollegs und des Kompetenzzentrums sind dorthin orientiert. Das architektonische Spiel mit der Topographie setzt sich auch im Inneren der Gebäude mit großzügigem Foyer und Treppenanlagen fort - funktional wird so den Erfordernissen nach einer hohen Anzahl ebenerdig erschlossener Räume Rechnung getragen.

Entwurf
Eckhard Gerber
Projektdirektor: Jens Haake
Projektleiter: Benjamin Sieber
Projektteam: Alexandra Kranert, Jan Kallert, Oliver Kurz, Mingwei Ma, Carsten-Ole Nagel, Yuliyana Dimitrova, Stefan Lemke, Siegbert Hennecke u.a

Bilder: Gerber Architekten, Dortmund

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