Start Architektur Deutschland Facelifting und Frischzellenkur von Just/Burgeff Architekten

Facelifting und Frischzellenkur von Just/Burgeff Architekten

Just Burgeff Architekten Frankfurt

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-02.jpg
 
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-03.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-04.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-05.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-06.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-07.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-08.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-09.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-10.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-12.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-13.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-14.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-15.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-neu-16.jpg
Ginge man nur nach dem Äußeren, so konnte man dem siebengeschossigen Bürogebäude in der Bettinastraße im Frankfurter Westend auch schon vor der Erneuerung einen modernen Anblick bescheinigen: ein weißer Block mit einem markanten Knick in der Fassade, langgestreckte Fensterbänder sowie die beiden zurückspringenden oberen Geschosse verleihen dem Gebäude ein schiffähnliches, dynamisches, wenig massives Aussehen. Aber nicht nur die klare und schnörkellose Gestalt überzeugte. Auch die gute Bausubstanz sprach eindeutig dafür, dieses Gebäude aus den 60er Jahren nicht dem Verfall preis zu geben, sondern es weiter zu nutzen. Denn ein Neubau kam für den Bauherren, eine Immobilienfondsgesellschaft, nicht infrage.

In einer der gesuchtesten Innenstadtlagen Frankfurts, zwischen großbürgerlicher Gründerzeitarchitektur, Wohnbauten der 50er Jahre und den Bürohochhäusern des Bankenviertels, ist ein Neubau oft nur durch Abriss möglich, was nicht nur wirtschaftlich, sondern auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit meist wenig sinnvoll ist.

Im Inneren offenbarte sich ein gänzlich anderes Bild: Düstere, enge Flure, kleine, bedrückende Zellenbüros, abgegriffene Materialien, eine wenig einladende Eingangssituation sowie Mängel im Brandschutz, die veraltete Haustechnik, ein fehlender barrierefreier Zugang und die viel zu kleinen Sanitäreinrichtungen machten eine komplette Umgestaltung und Neukonzeption des Gebäudeinneren notwendig.

Ein repräsentatives und zukunftsfähiges Bürogebäude sollte entstehen, das unterschiedliche Büroeinheiten und Bürokonzepte für die Immobilienmanager bietet und eine flexible Nutzung auch für nachfolgende Mieter zulässt. Besonderes der überholte Grundrissaufbau mit Einzelbüros entlang eines „Behördenflurs“ war zugunsten teamorientierter und transparenter Arbeitsplätze zu überarbeiten. Gleichzeitig sollte der neue Büroaufbau auch Rückzugsmöglichkeiten für ein individuelles, ungestörtes Arbeiten und vertrauliche Gespräche bereit halten.

Just/Burgeff Architekten wurden als Generalplaner beauftragt und räumten im Inneren umfassend auf: Das Gebäude wurde komplett entkernt und umgeplant. Von der Neuordnung des Grundrisses über das Farb- und Lichtkonzept bis zur Möblierung sämtlicher Räume lag alles in der Hand des Frankfurter Architekturbüros. 
Ziel war es, die klare blockartige Qualität des Baukörpers und der Fassadengestaltung zu erhalten und im Inneren aufzunehmen.
Das neue, repräsentative Foyer empfängt Mitarbeiter und Gäste nun in einer hellen und entspannenden Atmosphäre. Eine durchgehende Lichtdecke verbindet den außenliegenden Eingangsbereich mit dem Empfang, so dass das Entree optisch verlängert wird. Vor dem Umbau lag der Eingang zwischen hohen Bambussträuchern völlig versteckt und im Dunkeln. Nun ist er für Besucher des Unternehmens klar erkennbar; die transparente Gestaltung heißt sie schon vor dem Betreten des Gebäudes willkommen.

Der Empfangstresen wurde von den Architekten speziell für dieses Gebäude entworfen. Er besteht aus weißem Corian und zitiert in seiner Form den Versprung der Fassade. Vor dem schwarzen, leicht strukturierten Hintergrund der Empfangsnische entsteht ein spannender Farb- und Materialkontrast.

Vom großzügigen Entree gelangt man in die einzelnen Mieterbereiche. Hier knüpfen Just/Burgeff Architekten an ihr Konzept einer hellen, freundlichen und offenen Arbeitsumgebung an. Viel Glas und Licht setzten sie ein, um den Mief der alten Büroflure endgültig zu eliminieren. Die Glastrennwände zwischen Büros und Fluren lassen Tageslicht bis in die Mittelzonen durch, welches durch künstliches Licht der Lichtdecke und Pendelleuchten über den Arbeitsplätzen ergänzt wird.
Die Arbeitsflächen befinden sich an den Außenwänden, dazwischen wurde eine Multi-Funktionszone eingerichtet. In dieser Mittelzone fassten die Architekten Treffpunkte, Besprechungsplätze, Garderobe, Kaffee- und Leseecken sowie Kopierer und Technikplätze zusammen. Auch hierfür entwickelten sie Büromöbel, Einbauschränke und Regalsysteme, mit akustisch wirksamen Eigenschaften, die die Ausbreitung des Direktschalls reduzieren und so die Mitarbeiter vor unerwünschten Geräuschen schützen. Die Lichtdecke über der Mittelzone trägt ebenfalls zur Verbesserung der Raumakustik bei.

Alle Möbelelemente sind in strahlendem Weiß gehalten. Die monochrome Optik wird unterstützt durch helle Teppichböden in den Arbeitsbereichen und helle Natursteinböden im Empfangsbereich und in den Treppenhäusern.

Das ruhige Bild der hellen Büroetagen wird in jedem Geschoss durchbrochen von Farbflächen, die jeweils die Sanitärräume und Boxen der Datenverarbeitung akzentuieren. Das Farbspektrum reicht von Gelb, Orange, Grün bis Blautöne. Diese Flächen sollen zukünftig auch zur Ausstellung von Kunstobjekten genutzt werden.

Passend zu dem eigens entworfenen Empfangsmöbelstück im Foyer befinden sich in den Teeküchen ebensolche Tresen aus weißem Corian mit der markant geknickten Form der Bürogebäudes, die bei den Mitarbeitern ein beliebter Treffpunkt für kleine informelle Gespräche geworden sind.

Ein besonderes Schmankerl bietet die sechste Etage des Bürogebäudes. Während in den Sechzigern der Platz ganz oben auf dem Dach als wenig ansprechend galt und in den Augen der Erbauer wohl nur für eine kleine Hausmeisterwohnung ausreichte, erkannten Just/Burgeff Architekten das besondere Potenzial dieser obersten Etage. Denn von hier aus bietet sich ein einmaliger Blick auf das abendliche Lichtermeer der Frankfurter Skyline.
Die Architekten bauten das ungemütliche Hausmeisterquartier zu einem eleganten kleinen Gästeapartment um, das über eine Küche sowie einen Schlaf- und Sanitärbereich verfügt. Auch hier ist Weiß die vorherrschende Farbe. Die kleine Küchenzeile wurde wie die Büromöbel der unteren Etagen von Just/Burgeff Architekten entworfen.
Gäste der Immobiliengesellschaft finden nun nach umfangreichen Meetings oder für längere Projektphasen im Dachgeschoss eine ansprechende Übernachtungsmöglichkeit mit einer beeindruckenden Aussicht.

Just/Burgeff Architekten ließen die Fassade des Gebäudes weitgehend unangetastet und setzten auf gestalterische Reduktion und Minimalismus im Inneren. Sie überfrachten ihre Architektur nicht, sondern setzen auf feine Effekte, konzentrieren sich auf den Kern des Konzepts und verwandeln mit wenigen, aber gezielten Eingriffen das Gebäude in ein Objekt mit einer anregenden Atmosphäre und modernen Arbeitsplätzen. Genau richtig, um den hohen Anforderungen einer Fondsverwaltung an qualitativ hochwertige Büroflächen gerecht zu werden.








Planer: Just / Burgeff Architekten GmbH, www.just.burgeff.de
Mitarbeiter: Kerstin Brembs, Jan Fett, Gerd Hajnek, Olaf Winckler, Dalibor Tolic

Standort: Frankfurt am Main (Westend)
Bauherr: Immobilienfondsgesellschaft in Frankfurt
Realisierung: Juni 2008 - Januar 2009, Direktbeauftragung nach Vorstudie als Generalplaner
Bauvolumen: BGF Planungsbereich 4.830 m2, BRI Planungsbereich 15.160 m3
Bausumme: 5 Mio €

Fotograf: Eibe Sönnecken, Darmstadt

Lichtsystem: Sefar AG, www.sefar.com
Bodenbelag: Vorwerk & Co., www.vorwerk-teppich.de
Fassade: Schüco International KG, www.schueco.de
Verschattung: Verosol Group B.V., www.verosol.com
Möblierung/Corian: Dupont, www.dupont.de

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-plan-05.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-plan-01.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-plan-02.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-plan-03.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0912/just-burgeff-plan-04.jpg

HPP beginnt mit dem Bau am Xujiahui Sportpark in Shanghai

HPP beginnt mit dem Bau am Xujiahui Sportpark in Shanghai

Bei der feierlichen Grundsteinlegung wurde der Baubeginn des Xujiahui Sportparks in Shanghai unter Einladung der Öffentlichkeit, Presse und Fernsehen gefeiert. HPP gewann Anfang des Jahres den ersten Preis des international ausgeschriebenen Wettbewerbs und wurde anschließend mit der Umsetzung beauft...

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Im zweitgrößten Barockschloss Europas kreiert schneider+schumacher ein modernes Studien- und Konferenzzentrum für die Mannheim Business School. Die in den Garten eingeschnittene Anlage bildet zusammen mit dem historischen Schloss eine markante neue Einheit, die symbolisch für die Bewahrung der Tradi...

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

Das Büro DEGELO Architekten aus Basel hat den ersten Preis beim Wettbewerb zur künftigen Gestaltung des neuen Konferenzzentrums in der Heidelberger Bahnstadt gewonnen. Das Preisgericht wählte den Entwurf unter 22 eingereichten Arbeiten aus.

Weitere Artikel:

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Streichelzoo. Verantwortlich dafür zeichnet der auf exklusive Wandmalerei spezialisierte Künstler Ulrich Allgaier.

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlungsheizung ermöglicht ein bedarfsgerechtes Heizen, wenn der Wintergarten genutzt wird und die Kraft der Sonne nicht ausreicht.

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es vereint Stadtverwaltung, Wohnungen, Büros sowie das Rotterdamer Stadtmuseum und schlägt eine architektonische Brücke zum denkmalges...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

AZ Architekten Ingenieure Planer

  • Architekturreisen
    Architekturreisen architekturreisen.com ist die journalistisch betreute Reiseseite der Architekturjournalisten und Fachjournalisten, die sie aus den Publikationen AZ/Architekturzeitung, Baufachzeitung und ingenieurmagazin bereits…

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es v...

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Strei...

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlu...

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylgla...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und ...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die ...

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

H7, das Bürohaus von Andreas Heupel Architekten im alten Stadthafen von Münster, ist ein siebengeschossiger Holz-Hybridbau, der neue Maßstäbe im Hinblick auf Ökologie und...

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Die Profile des Fensters »cero« messen trotz der möglichen 15 Quadratmeter großen Scheibenelemente gerade einmal 34 Millimeter. Für die jeweiligen Anforderungen an Wärmed...

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Die neue Wirtschaftsuniversität in Wien ist die größte der Europäischen Union. Bisher befand sich die alte Wirtschaftsuniversität in einem Gebäude aus den 1970er-Jahren. ...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.