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Sanierung der Stadthalle Balingen durch 4a Architekten

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Ziel der Sanierung der Stadthalle Balingen durch 4a Architekten war es, den Gebäudebestand an die heutigen Anforderungen für öffentliche Gebäude anzupassen und zugleich architektonisch aufzuwerten. Im ersten Planungsschritt wurde definiert, wo bauliche Eingriffe stattfinden und welche Bereiche der Stadthalle bestehen bleiben. Zentraler Bestandteil der Sanierung waren das Foyer, der Kleine Saal, das Restaurant und die Konferenzräume, beim Großen Saal bestand kein Sanierungsbedarf. Die große Herausforderung lag darin, Alt und Neu so miteinander zu verbinden, dass eine gestalterische Einheit entsteht. Hinzu kamen räumliche Defizite bei Foyer, Künstlergarderoben und Restaurant: Das Foyer der bestehenden Stadthalle war für größere Veranstaltungen, Tagungen und Konferenzen deutlich zu klein und auch die fehlende Barrierefreiheit der Veranstaltungsebenen drängte die Stadt zum Handeln. 4a Architekten bauten neue Funktionsbereiche, die in die bestehende Bausubstanz teilweise ineinander greifen.

Von außen erhielt die Stadthalle ein neues Erscheinungsbild: Die zweigeschossige Glasfassade der Eingangshalle versetzten die Architekten im Vergleich zum Bestand um rund zehn Meter in Richtung Vorplatz. Mit ihrer markanten Faltung zeichnet sie eine ausdrucksstarke Gebäudekante und bildet eine klare Abgrenzung zum benachbarten Hallenbad. Auf der obersten Foyerebene, der Galerie, kann der Besucher den freien Blick auf die Balinger Stadtkirche genießen. Eine hohe Aufenthaltsqualität erhält das Foyer durch seine großzügige und offene Gestaltung: Drei unterschiedlich geformte Ebenen, die über Lufträume miteinander verbunden sind, bieten mehr als doppelt soviel Fläche als das ehemalige Foyer. Bei der Sanierung kamen Materialien wie eine hölzerne Lamellendecken und geschliffener Estrich zum Einsatz. Die weitläufigen Treppen gestalten maßgeblich den Innenraum und gewährleisten einen reibungslosen Funktionsablauf. Für den notwendigen Lichteinfall sorgen die unterschiedlich großen Fensterelemente in der gefalteten Außenwand. In Decke und Wand bündig eingelassene Lichtlinien kennzeichnen den Besucherstrom im Erdgeschoss und setzen markante Akzente im reduziert gestalteten Foyer.

Der Zugang zum Restaurant erfolgt über eine zweite Treppe in der Eingangshalle, wodurch eine separate Erschließung möglich ist. Im Restaurant erwartet den Gast aufgrund der geschosshohen Fassaden eine helle Atmosphäre.

Der Große Saal wurde im Bestand belassen. Nur die Beleuchtung wurde aufgrund der energetischen Optimierung des Gebäudes erneuert. Eine Besonderheit ist die Hubwand aus schwarzem MDF-Platten, die zwischen Großem Saal und Foyer flexibel geschaltet werden kann. Die eingefrästen Schriftzeichen sind Teil des neuen Corporate Designs: Ein Schriftzug in Form eines abstrahierten Ammoniten präsentiert künftig die Stadthalle.

Der kleine Saal stellte mit seiner besonderen Geometrie eine große Herausforderung bei der Sanierung dar: In punktsymmetrischen Räumen ist es besonders schwer, eine gute Akustik zu erzeugen, zudem mussten bestehende Luftkanäle an der Decke sowie unterschiedliche Raumhöhen berücksichtigt werden. Obwohl diese Vorgaben sehr wenig gestalterischen Spielraum ließen, ist es gelungen, eine architektonisch spannende Lösung zu entwickeln. In der Decke verjüngen sich verdrehte Ringe nach oben. In die spiralförmigen Ebenen wurden indirekte Leuchten und direkte Strahler eingelassen. Gelb-, Orange- und Rottöne werten die Decke des ehemals dunklen Raums optisch auf. Zudem verbessern an den Wänden gefaltete Paneele aus Holzlamellen die Raumakustik.

Um in der Stadthalle mehr Raum für Requisiten und die Künstlergarderobe zu schaffen, wurde dem Künstlereingang auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes eine Betonscheibe vorgelagert. Das erweitert die Nutzfläche im Innenraum und sorgt für eine verbesserte Anlieferung. Dabei wirkt das moderne Element nicht wie ein Fremdkörper, sondern fügt sich durch Form und Ausrichtung in die bestehende Sechseck-Architektur der Stadthalle ein.

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Bei der Sanierung standen sowohl die Sicherheitsaspekte der neuen Versammlungsstättenverordnung als auch die Umsetzung einer energiesparenden Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungstechnik im Vordergrund. Rund 60 Prozent der Baukosten wurden für die energetische Sanierung der Haustechnik aufgewendet. Die Heizungsverteilung wurde beispielsweise durch energiesparende Pumpen und Steuerungseinrichtungen erneuert. Durch die Wärmerückgewinnung in den Lüftungsanlagen kann der Energieverbrauch verringert werden, und auch die optimierte Gebäudeleittechnik führt zu einer verbesserten Energieeffizienz.

Durch die Sanierung hat die Stadthalle ein neues Gesicht bekommen und entspricht zugleich den neuesten technischen und energetischen Standards: Trotz deutlich mehr Fläche zeichnet sie sich durch einen geringeren Energieverbrauch aus. Zudem eröffnet das großzügig gestaltete Foyer neue Nutzungsmöglichkeiten und bietet damit gute Voraussetzungen, um Besucher und Gäste aus der Region verstärkt anzuziehen.

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Objektdaten:
Stadthalle Balingen
Hirschbergstraße 38
72336 Balingen

Bauherr:
Große Kreisstadt Balingen

Architekten:
4a Architekten GmbH, www.4a-architekten.de
Matthias Burkart
Alexander von Salmuth
Ernst Ulrich Tillmanns

Mitarbeiter:
Sonja Herrmann (Projektleitung)
Achim Zumpfe (Bauleitung)
Susanne Wolpert, Andreas Behringer

Projektsteuerung:
Klotz und Partner GmbH, Stuttgart

Bauphysik: Kurz + Fischer, Winnenden

Tragwerksplanung: Fischer + Friedrich, 71332 Waiblingen

Gebäudetechnik: Ingenieurbüro Wach, Baldham

Grafik: Baumann & Baumann, 73525 Schwäbisch Gmünd

Bauzeit 03/2009 bis 05/2010

Baukosten 8,675 Mio Euro netto

BGF Bestand + Sanierung + Erweiterung: ca. 8.700 m²

BRI Bestand + Sanierung + Erweiterung: ca. 39.500 m³

Fotos: Uwe Ditz, Stuttgart und Alexander von Salmuth, 4a

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