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UNStudio gewinnt Wettbewerb für ein Tanztheater in St. Petersburg

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Im Herz der historischen St. Petersburger Altstadt, im Entwicklungsareal der »Europa-Uferstraße«, soll ein neues Tanztheater für das renommierte, aber bisher heimatlose, Ballettensemble des Choreografen Boris Ejfman gebaut werden. Vier bekannte europäische Architekturbüros nahmen an dem von der Stadt St. Petersburg ausgelobten Wettbewerb teil: Atelier Jean Nouvel aus Paris, Büro Snøhetta aus Oslo, Ben van Berkels UNStudio aus Amsterdam sowie Zemtsov, Kondiain und Partner, ein Petersburger Architekturbüro.

Fast einstimmig entschied sich die Jury nun für den Entwurf von UNStudio. Ein annähernd dreieckiger, silbern schimmernder Bau mit teils geschlossener, teils transparenter Außenhaut erhebt sich über einen neuen Platz im Zentrum der geplanten Europa-Uferstraße. Ein großer Klotz, der sich nicht ganz zwischen scharfen, harten Kanten und fließenden, weichen Übergängen entscheiden kann, soll nach den niederländischen Architekten die Verbindung zwischen Tradition und Moderne schaffen. In direkter Nachbarschaft zur gebauten Historie der ehemaligen Zarenstadt, wie Börse, Eremitage oder der Peter-und-Paul-Festung, sei dieser Tanzpalast eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Antwort auf St. Petersburgs Entwicklungspläne.

Um diese städtebauliche Integration in die neue und alte Umgebung zu verwirklichen, positionieren die Architekten den Tanzpalast so auf dem Grundstück, dass nicht nur der Blick auf die Peter-und-Paul-Kathedrale ungestört bleibe, sondern dadurch auch die bedeutendsten historischen Gebäude einen baulichen Rahmen erhielten. Aber nicht nur das Alte habe man im Entwurf berücksichtigt. Auch die neuen Gebäude rund um den Platz würden durch die skulpturale Form des Theatergebäudes entsprechend gewürdigt – obwohl der eigene Entwurf selbstverständlich herausragend bleibe, betont Ben van Berkel nachdrücklich.

Um ein offenes und einladendes Tanztheater zu entwickeln, lassen die Architekten von UNStudio den Eingangsbereich mit dem angeschlossenen Platz verschmelzen. Der Außenraum drückt sich in die Fassade hinein und findet seine Fortsetzung im großen, repräsentativen Foyer des Tanzpalastes. Auch die Fassade soll die Verbindung zwischen Innen und Außen, ein Zirkulieren der Atmosphären zwischen der Stadt und diesem Tempel für Tanzkultur, herstellen. Dazu sind Teile der dreieckigen Fassadenpaneele transparent gestaltet. Dies dürfte dem Tanzmaestro Boris Ejfman wohl gar nicht gefallen. Schon vor dem Wettbewerb hatte er um so wenig Glas wie möglich gebeten. Seine Bitte wurde allerdings auch von meisten anderen Wettbewerbsteilnehmern ignoriert.Unter der Erde mochte er übrigens ebenfalls nicht arbeiten. In dieser Hinsicht liegt der UNStudio-Entwurf, zumindest in Ejfmans Augen, ganz richtig. Stolze 28 Meter misst der Theaterbau, der sich damit streng an der typischen Dachlinie der Petersburger Gebäude orientiert.

Betritt man das Entree des Theaters, breitet sich vor den Besuchern schon die erste »Bühne« aus. Hier sollen allerdings nicht die Tänzer auftreten, sondern in diesem großen offenen Raum darf die russische Haute-Volée defilieren und sich präsentieren. Hier wird geplaudert und diskutiert, die tänzerischen Leistungen kommentiert oder von den Balkonen aus beobachtet. Das kommunikative Herz eines Theaterbaus, dem UNStudio eine aufregende Gestaltung verleiht. Dramatisch geschwungene Wände, die durch kleine dreieckige Öffnungen perforiert werden, auskragende Balkone und Spiele mit Licht und Schatten formen einen lebendigen, temperamentvollen Raum. Eine passende Atmosphäre für die kraftvollen Tanzchoreografien, die sich die Besucher dort anschauen möchten. Eigentlich hätte man das dem klotzartigen Äußeren gar nicht so zugetraut, der eher schwer und massiv, eher undynamisch wirkt.

Die Schwünge des Foyers setzen sich auch in den beiden Zuschauerräumen fort, die Platz für insgesamt 1.300 Besucher bieten. Ben van Berkels Team wählte für beide Auditorien die Hufeisenform. Dies garantiere nicht nur akustischen Hochgenuss, sondern ermögliche auch, die Zuschauer ganz nah an die Bühne heranzuholen, erläutert van Berkel. Von jedem Sitzplatz, zu jeder Zeit, unabhängig von der Position des Tänzers auf der Bühne, könne der Zuschauer so die Füße der Tänzer sehen. Ein großes visuelles und akustisches Erlebnis für die Zuschauer.

Der Tanzpalast von UNStudio ist zweifelsohne ein beeindruckendes Gebäude für ein Ballettensemble, wobei sich Inneres und Äußeres noch nicht so ganz harmonisch ineinanderfügen, wie das Musik und Tanz beim Ballett anstreben. 2014 soll der Tanzpalast fertig sein. Bis dahin wird sicher noch viel am Entwurf gefeilt und verändert, hoffentlich nicht ausschließlich aus Kostengründen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, in welchem Glanz sich das Tanztheater dann in St. Petersburgs Zentrum präsentiert.

 

Projektdetails

Ort: St. Petersburg, Russland

BGF: 21.000 Quadratmeter

Engineering: ARUP
Theaterberatung: theateradvies bv, Amsterdam

Renderings, Zeichnungen: UNStudio

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