Start Architektur International OMA baut die vertikale Stadt

OMA baut die vertikale Stadt

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_04.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_06.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_07.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_01.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_02.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_03.jpg
Im Jahre 1998 entwarf das Office for Metropolitan Architecture (OMA), die renommierte Architekturschmiede des Pritzker-Preisträgers Rem Koolhaas, das spektakuläre Hochhaus „De Rotterdam“. Mehr als eine Dekade später können die Architekten nun die Schubladen der Planschränke wieder aufziehen, die Zeichnungen hervorkramen und den Staub runter pusten, denn das Projekt soll jetzt realisiert werden. Bereits im Dezember 2009 werde der erste Spatenstich für den Multifunktionswolkenkratzer erfolgen, verkündeten vor kurzem stolz die beiden Projektentwickler Bouwfonds MAB und OVG.

Der Entwurf sieht drei Türme aus gegeneinander verschobenen Kuben auf einem breiten Sockel vor, die direkt am Wasser im alten Rotterdamer Hafendistrikt Wilhelminapier stehen werden. Gewaltige 150 Meter ragen die gestapelten Riesenbauklötze in die Höhe und werden 155.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Verfügung stellen. Damit entwickelt OMA das größte Gebäude der Niederlande, eine Stadt in der Vertikalen, die alles bieten wird, was der moderne Mensch so braucht: attraktive Büroräume, luxuriöse Appartements, ein Hotel, Konferenzsäle, Fitnesscenter, Geschäfte, Restaurants und Cafés. Alles geballt an einem Ort. Rem Koolhaas äußert sich entzückt zu dem überraschenden Entschluss, das Hochhaus in diesen defizitären Zeiten zu realisieren: „Es ist ein Wunder, dass mit dem Bau endlich begonnen wird. Einer der positiven Aspekte der Finanzkrise ist der Preisverfall bei Materialien und am Bau, was Langzeitprojekten wie diesem neue Energie gegeben hat.“ Das Konzept des „De Rotterdam“ sei darauf ausgerichtet, das Pulsieren des Hafenviertels, in dem früher eine lebhaft-spannende Mischung aus Handel, Transport und Freizeit geherrscht habe, wieder aufleben zu lassen. 

Der Bau der Türme ist Teil der städtebaulichen Weiterentwicklung des Rotterdamer Kop-van-Zuid-Projekts, einem neuen Stadtteil zwischen der bekannten Erasmusbrücke, der Nieuwe Maas und dem Stadtzentrum. Das Wilhelminapier soll das Aushängeschild des Kop van Zuid werden. Nach dem Masterplan von Norman Foster entsteht hier ein Viertel, das sich thematisch an der Zeit der Auswanderung nach Amerika orientiert. Von hier aus starteten die Schiffe der Holland-Amerika-Linie, die mehr als eine Million Auswanderer nach Nordamerika und später auch Australien brachten. Straßen und Gebäude tragen die Namen der Schiffe, die hier vor Anker gingen. Auch das „De Rotterdam“ wurde nach einem Schiff der Holland-Amerika-Linie benannt.

Die Architekten von OMA planen das Hochhaus zwar als eigenständige Stadt in der Stadt, legen aber besonderen Wert auf dessen aktive Integration in das Hafenviertel. So werden sich in dem zum Wasser ausgerichteten Sockel Nutzungen für die Öffentlichkeit sowie die Empfangsbereiche der Büros und des Hotels befinden. Von dieser großen Verkehrsfläche aus verteilen sich die Gebäudenutzer nicht nur in die drei Türme, sondern hier sollen sie sich auch mit anderen Rotterdamern mischen. In und vor dem „De Rotterdam“ soll der Herzschlag des Hafenviertels rund um die Uhr zu spüren sein.

Einen wuselnden Ameisenhaufen in avantgardistischer Verkleidung entwickeln Koolhaas und sein Team. 340 Millionen Euro wird der Wolkenkratzer kosten und bereits 2013 fertig gestellt sein. Ein Prestigebau in dem ehrgeizigen Entwicklungsprojekt Kop van Zuid, der im Stadtmarketing sicher eine große Rolle spielen wird. Schließlich wird man das größte Gebäude der Niederlande besitzen. Schon etwas Besonderes in einem sonst so flachen Land. Bleibt nur abzuwarten, ob das Gebäude in diesen Dimensionen tatsächlich realisiert wird oder ob die Finanzkrise nicht doch noch eine größere Rolle spielt.


Projektdetails
Ort: Rotterdam, Niederlande, ehemaliges Hafengebiet Wilhelminapier

Auftraggeber: De Rotterdam CV, The Hague (Bouwfonds MAB/OVG)

BGF: 155.000 Quadratmeter für Büros, Hotel, Restaurant, Kongress, Appartements, Geschäfte, Fitnesscenter, Parkplätze

Bilder: Office for Metropolitan Architecture (OMA)

Eine Fassade aus Null und Eins am King Abdulaziz Center von Snøhetta

Eine Fassade aus Null und Eins am King Abdulaziz Center von Snøhetta

Für das außergewöhnliche Projekt King Abdulaziz Center for World Culture im Herzen der saudi-arabischen Ölfelder setzte der Glasfassadenspezialist seele den Entwurf des Architekturbüros Snøhetta in eine Fassade komplett aus Edelstahlrohren um. Nur durch die Verzahnung von modernsten Informationstech...

Schweizer Botschaft in Nairobi von ro.ma. Architekten

Schweizer Botschaft in Nairobi von ro.ma. Architekten

Die neue Schweizer Botschaft in der Hauptstadt Kenias bettet sich sanft in die Terrainlandschaft ein. Umfassungsmauer und Baukörper verschmelzen zu einem einheitlichen architektonischen Gebilde, das über hohe räumliche, funktionale und nachhaltige Qualitäten, über repräsentativ und zurückhaltend ges...

Hotel Domizil von DIA – Dittel Architekten

Hotel Domizil von DIA – Dittel Architekten

Das Tübinger Hotel Domizil wird von DIA – Dittel Architekten neu gestaltet und saniert. Im Fokus steht eine authentische, moderne Designsprache sowie die Neustrukturierung des Eingangs- und Restaurantbereichs.

Weitere Artikel:

Asymmetrische Ziegel-Architektur

Asymmetrische Ziegel-Architektur

Baukörper, bei denen fast jede Ecke anders ist, sind eine Seltenheit. Eine davon findet sich mit dem Neubau des Forschungszentrums für Systembiologie der Otto-von-Guericke-Universität seit Oktober 2016 in Magdeburg. In dem viergeschossigen Gebäude arbeiten rund 180 Mitarbeiter und Wissenschaftler au...

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Die Gebäudehülle ist permanent und über die gesamte Nutzungsdauer zahlreichen Belastungen ausgesetzt; im Bereich von erdberührten Bauteilen ist hier vor allem das Wasser zu nennen.

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Für die Glasfassade des nachhaltigen Leuchtturmprojektes in München wurden 7.000 Quadratmeter UNIGLAS SUN Isolierglaseinheiten mit Super Spacer Abstandhalter sowie 1.000 Quadratmeter Spezialgläser geliefert. Am Ende kamen 103 verschiedene Glasaufbauten und 900 unterschiedliche Glasformate zusammen, ...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 R7

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Senden Sie mir den Newsletter der AZ/Architekturzeitung zu. Ich bin damit einverstanden, den Newsletter zu erhalten und weiß, dass ich mich jederzeit problemlos wieder abmelden kann. Der Newsletter kann bei Bedarf Werbung von Dritten enthalten.

Fachwissen | Architekten + Planer

AZ Architekten Ingenieure Planer

  • Architekturreisen
    Architekturreisen architekturreisen.com ist die journalistisch betreute Reiseseite der Architekturjournalisten und Fachjournalisten, die sie aus den Publikationen AZ/Architekturzeitung, Baufachzeitung und ingenieurmagazin bereits…

Asymmetrische Ziegel-Architektur

Asymmetrische Ziegel-Architektur

Baukörper, bei denen fast jede Ecke anders ist, sind eine Seltenheit. Eine davon findet sich mit dem Neubau des Forschungszentrums für Systembiologie der Otto-von-Guerick...

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Die Gebäudehülle ist permanent und über die gesamte Nutzungsdauer zahlreichen Belastungen ausgesetzt; im Bereich von erdberührten Bauteilen ist hier vor allem das Wasser ...

Entkalkung eines Dusch-WC

Entkalkung eines Dusch-WC

In Deutschland liegt die Wasserhärte aufgrund des erhöhten Kalkgehalts durchschnittlich im harten Bereich. Daher müssen Dusch-WCs genauso wie andere Haushaltsgeräte einer...

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Für die Glasfassade des nachhaltigen Leuchtturmprojektes in München wurden 7.000 Quadratmeter UNIGLAS SUN Isolierglaseinheiten mit Super Spacer Abstandhalter sowie 1.000 ...

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Das eigene Haus zu planen und zu bauen bringt viele Entscheidungen mit sich. Familie Lorenz hat ihr Projekt vollendet und genießt nun den Komfort ihres Eigenheims. Als Ar...

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Am Augustusplatz in Leipzig wurde im Dezember 2017 ein architektonisch herausragender Gebäudekomplex fertiggestellt. Er setzt sich aus dem Neuen Paulinum (Aula und Univer...

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Zeitgemäße Neuausmalung oder Konservierung des Bestands? Vor dieser Entscheidung stand die Gemeinde der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen, einem Sta...

Neuer Service für Architekten: Coating on Demand

Neuer Service für Architekten: Coating on Demand

Mit dem neuen Service »Coating on Demand« (CoD) ermöglicht AGC Interpane Architekten jetzt die Entwicklung einzigartiger Verglasungen, die exakt auf die Anforderungen von...

Hightech-Glamour

Hightech-Glamour

Die Alucobond-Oberflächenserie »Anodized Look« setzen Architekten gerne dort ein, wo dauerhaft metallisch schimmernde Fassaden gewünscht sind. Die Aluminiumverbundplatten...

Flachdach-Ausstieg

Flachdach-Ausstieg

Seit Februar ist der neue Flachdach-Ausstieg »DRL« von FAKRO auf dem Markt. Dieser ermöglicht den Zugang zum Flachdach über das Dachgeschoss. Die Bedienung des Ausstiegs ...

Weitere Artikel:


Anzeigen AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.