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Lange Nacht der Museen in Stuttgart

Lange Nacht der Museen in Stuttgart 

Am Samstag 2. April locken Stuttgarts Museen, Galerien, Atelierhäuser und Off-Spaces, historische Gebäude und Industriedenkmäler, geheime Orte und besondere Events zu einer spannenden Nacht voller Kunst und Kultur, Geschichte und Wissenswertem. Von 19 bis 2 Uhr zeigen Ausstellungen und ausgewählte Sonderprogramme: Dix und Dada, Evolution und Experimente, Polizeigeschichte und Performances, Särge und Steinzeitkunst. Im ganz besonderen Flair dieser Nacht wird genussvoll gestaunt, gelauscht, getanzt und gefeiert. Die Bus- und Bahn-Shuttles der Langen Nacht der Museen verbinden alle teilnehmenden Häuser in dichtem Takt.

13 Premieren-Feiern an einem Abend – das gibt es nur bei der Langen Nacht der Museen. Das neu eröffnete Polizeimuseum stellt sich vor und rückt spektakuläre Verbrechen und deren Aufklärung in den Blickpunkt. Außerdem gibt es hier Einblicke in Polizeiarbeit von Gestern und Heute. Das Bibelmuseum Bibliorama präsentiert zum Einstand spannende biblische Geschichten, lässt Besucher Psalme vertonen und Kirchen bauen. Galerist Frank Molliné brachte vor kurzem die renommierte Münchner Galerie von Braunbehrens nach Stuttgart, die zur Langen Nacht der Museen mit drei Künstlerpersönlichkeiten aus Baden-Württemberg debütiert. Weitere Neuzugänge sind der Projektraum Akku, die Raumgalerie, die Galerie 81, die Galerie Kerstan im Galerienhaus, Kunst im Rohbau, der Luftschutzstollen Heilbronner Straße, Marc-o-pel, Mertz & Stripes, die Neue Kunsthalle Stuttgart und das XLab.

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Ausstellungswelten für alle Sinne
Wenn die Ausstellung zum Tatort wird, Exponate lange Schatten werfen oder Unterwäsche historische Geschichten »erzählt«: Renommierte Kulturinstitutionen beeindrucken mit aufwändig inszenierten Ausstellungswelten und spannenden Themen. Im Linden-Museum dreht sich alles ums Theaterspiel mit Licht und Schatten während das Haus der Geschichte einen Blick unter die Klamotten wagt und die Geschichte der Unterwäsche aufrollt. Das Kunstmuseum zeigt Herzstücke der Sammlung, widmet sich Videoinstallationen von Amie Siegel und holt Raphael Sbrzesny‘s Theatermaschine in den Kunstkubus am Schlossplatz. Den 500. Geburtstag von Herzog Christoph von Württemberg feiert das Landesmuseum Württemberg mit einer Sonderausstellung, öffnet seine Dauerausstellungen mit atemberaubenden Sammlungen und gewährt Einblicke in die Kellerräume des Schlosses. Beobachten, hören, tasten, fühlen, riechen – im Museum Schloss Rosenstein wird die ganze Familie zu Naturdetektiven und ermittelt an spannend inszenierten Tatorten.

Das Haus der Musik im Fruchtkasten wird zum Treffpunkt für Musikfreunde und stellt verrückte Musikinstrumente wie die Regenwassertrompete, die Spazierstockflöte oder eine Glasharfe vor. Die internationale Comic-Ausstellung im Ungarischen Kulturinstitut zeigt gezeichnete Geschichten aus Südosteuropa, außerdem können Besucher bei einem begleitenden Workshop selbst Comics zeichnen. Im Abschiedshaus werden Särge zu fantasievollen Kunstwerken und der Kunstverein Wagenhalle hat einen Parcours über die kreative Spielwiese seiner Mitglieder aufgestellt: Startpunkt ist Moritz Junkermanns Stahlkäfig, an zahlreichen weitere Stationen gibt’s beispielsweise Explosives, Kunstbegegnungen der 3-dimensionalen Art und Fotomutationen. In den Ateliers auf dem Schick-Areal entwickeln Roboter ein Eigenleben und Kunst zeigt sich in all ihren Facetten: Es gibt Luftfotografie von »Copter-Fotograf« Stefan Zirwes, experimentelles Textildesign, T-Shirt-Kunst und Bronzeplastiken im Siebdruck-Atelier.

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Zu den besonderen Highlights der Langen Nacht der Museen zählen die exklusiven Vorführungen und Rundgänge, die nur in dieser Nacht zu erleben sind. Hofdamen und Höflinge begrüßen Besucher im Neuen Schloss zu einer Nacht bei Hofe und gewähren Zutritt zu sonst verschlossenen Räumlichkeiten – etwa zum Dienstzimmer des Ministerpräsidenten. Vom Ehrenhof des Schlossplatzes startet auch das Rollende Museum des Württembergischen Automobilclubs: Mit liebevoll gepflegten Oldtimern können sich Besucher stilecht zu den Automobil-Museen der Stadt befördern lassen. Im Wasserkraftwerk Bad Cannstatt erzeugen zwei leistungsstarke Turbinen eine Jahresration Strom für etwa 3000 Stuttgarter Haushalte und bringen Führungsteilnehmer zum Staunen. Wo sonst hinter verschlossenen Türen Bestattungen im kleinen Kreis gefeiert werden, ist heute Nacht »Zutritt erlaubt«: in der Oberen Feierhalle des Pragfriedhofs erleben Besucher Vorführungen der Sargversenkungsanlage. Die LBBW-Kunstsammlung lädt zum Parcours durch ihre umfangreiche Kunstsammlung, die ein Panorama der deutschen Kunstszene seit den späten 70er Jahren widerspiegelt. Die Architekturgalerie am Weißenhof führt Besucher auf einem Rundgang durch die Weißenhofsiedlung – unter anderem geht es vorbei am experimentellen Forschungsgebäude Aktivhaus B10 von Architekt Werner Sobek. Eine seltene Gelegenheit: In der Stuttgarter Moschee können Besucher heute das Abend- und Mitternachtsgebet miterleben.

Ab in den Stuttgarter Untergrund!
Die Bunker, Stollen und Kellerräume der Stadt werden heute Nacht zu Kultur-Hotspots: Kellerführungen im rund 400 Jahre alten Gewölbekeller der Sektkellerei Rilling zeigen, wie hier edle Weine und Sekte reifen. Bei Rundgängen im Luftschutzstollen Heilbronner Straße können Besucher hautnah erleben, wie sich Stuttgarter Bürger im Zweiten Weltkrieg vor Fliegerangriffen geschützt haben. Im Bunker unter dem Marktplatz eröffnete nach dem Krieg eines der skurrilsten Hotels in ganz Deutschland: Das Bunkerhotel hat alles, was Gäste zum Übernachten brauchen – außer Fenster. Die Weinmanufaktur Untertürkheim nutzt den Bunker Untertürkheim als Sektlager und verwandelt ihn heute Nacht in einen »kulturellen Schutzraum« mit Wein, Musik und Design. Das Landesmuseum hat nicht nur überirdisch einiges zu bieten – die Führungen in die Kellerräume des Alten Schlosses bringen Erstaunliches zu Tage.

Mitmachen erwünscht heißt es zur Langen Nacht der Museen bei zahlreichen Jubiläums- und Sonderprogrammen. So spielen im Haus der Geschichte beim neuen Stuttgarter Rätselformat »Das Ding aus dem Depot« Rateteams mit Persönlichkeiten aus dem Stuttgarter Kulturleben und Besucher mit- und gegeneinander und erraten skurrile Objekte aus dem Museumsfundus. Im Porsche-Museum rocken Newcomer-Bands der Popakademie Baden-Württemberg zwischen legendären Sportwagen – in den Umbaupausen beschallen Porsche-Motoren die „Konzerthalle“. Ein guter Detektiv übersieht nichts und wird selbst nicht entdeckt: Im Museum Schloss Rosenstein plaudert ein echter Privatdetektiv aus seinem Berufsalltag. Im Stuttgarter Hafen verwandelt der Künstler Philipp Geist das Hafenbecken per Projektion und Lichtinstallation in einen »Fluss der Wörter« – Besucher können bereits im Vorfeld Begriffe für die Installation einreichen, die später zum »Wörterfluss« werden. Die Videoinstallation ist bei Hafenrundfahrten vom Passagierdampfer aus besonders gut zu sehen. Das Mercedes-Benz Museum lädt anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums zur »Nacht der Stars«. So ist die Sternwarte zu Besuch im Museum und gewährt Besuchern auf dem Museumsdach einen Blick in den Sternenhimmel. Außerdem steigt hier der 1. Mercedes-Benz Museum Poetry Slam mit dem amtierenden deutschsprachigen Slam-Meister Jan Philipp Zymny. Beim turbulenten Rockabilly-Varieté lassen die Künstler des Friedrichsbau-Varietés mit Musik und Artistik die 60er-Jahre aufleben. Das Linden-Museum öffnet »Die Welt des Schattentheaters«, lädt zur japanischen Teezeremonie, zum Konzert mit indonesischen Schlaginstrumenten und zum Workshop mit Urban-Sketchern, bringt griechischen Blues nach Stuttgart und startet ein Poetry-Slam-Experiment.

Überraschende Platzverführungen
Kunst wirkt und gedeiht nicht nur in ästhetischen Kunst-Tempeln, sondern auch an überraschenden Orten und bei originellen Aktionen. Ein außergewöhnliches Kunst-Biotop ist beispielsweise die Neue Kunsthalle Stuttgart, die großen Hallen nacheifert und auf einem Anhänger zuhause ist. Oder Anna Ohnos Kunstpension in den Reinsburghallen, die zur Langen Nacht ihre außergewöhnlichen Unterkünfte für Kunst, Performance und Musik öffnet. Der Projektraum Lotte wird zum Abflug- und Landeplatz für einen video-simulierten Flug von Stuttgart in die Stratosphäre und in der Oberwelt steigt die britische Künstlerin Victoria Turnbull mitsamt ihrem Koffer in den Ring und verarbeitet ihre Reiseerlebnisse mit boxenden Besuchern. Ring frei zur nächsten Runde: In Marco Schachers Raum für Kunst entstehen beim Live-Painting zwei Bilder in Echtzeit von der »Mal-Coop« und Vater-Sohn-Kombi Jürgen und Luc Palmer.

Tickets sind im Vorverkauf erhältlich bei:
· vielen beteiligten Museen und Galerien
· Ticket-Hotline: 0711/601 54 44
· allen VVK-Stellen in Stuttgart und der gesamten Region

Weitere Informationen auf www.lange-nacht.de 

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