Anzeige AZ-A2-728x90
Start Magazin Berufsnachrichten »housing« – wie entsteht eine Qualität des Wohnens?

»housing« – wie entsteht eine Qualität des Wohnens?

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1508/jung-architekturgespraeche-az01.jpg
 

Am 18. August 2015 fanden die 10. JUNG Architekturgespräche in Köln zum Thema »housing« statt. Referenten des Abends waren Pascal Müller vom Architekturbüro Müller Sigrist Architekten aus Zürich sowie Herwig Spiegl von AllesWirdGut Architektur aus Wien. In der anschließenden Podiumsdiskussion erweiterte Franz-Josef Höing, Lt. Dez. Stadtentwicklung Planen, Bauen und Verkehr der Stadt Köln, die Runde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Thomas Welter, Bundesgeschäftsführer BDA aus Berlin.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1508/jung-architekturgespraeche-az02.jpg

Leben in der Stadt
Ob Köln, Wien oder Zürich: Klar ist, alle diese Städte wachsen beständig. Allein für Köln wird ein Anstieg der Bevölkerung um rund 200.000 Einwohner in den nächsten 15 bis 20 Jahren erwartet. Durch die Zunahme der Menschen in der Stadt wird Wohnraum, insbesondere bezahlbarer und attraktiver Wohnraum, in Zukunft immer knapper. Und so gibt es schon heute, erläutert Dr. Thomas Welter vom BDA, »erhebliche Diskussionen über bezahlbares Wohnen in Deutschland«. Eigens gebildete Bündnisse, wie das »Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen«, unter Leitung von Bundesbauministerin Barbara Hendricks, sollen dieser Entwicklung entgegenwirken. Das erklärte Ziel: Dem steigenden Wohnraumbedarf zu begegnen und gleichzeitig soziale, demografische und energetische Anforderungen zu berücksichtigen. Doch was bedeutet das konkret in der Umsetzung?

Gesetzliche Reglementarien
Franz-Josef Höing, Lt. Dez. Stadtentwicklung Planen, Bauen und Verkehr der Stadt Köln, ist sich sicher: »Nur mit gutem Zureden funktioniert es nicht«. Damit eine Großstadt für alle bezahlbar bleibt, so fordert er, hat die Stadt die Pflicht Regeln zu entwickeln. So hat Köln vor rund eineinhalb Jahren das »Kooperative Baulandmodell« entwickelt.

In Wien, berichtet Herwig Spiegl von AllesWirdGut Architektur, ist die Situation eine andere. Hier liegen die Preise für Wohnraum, im Vergleich zu deutschen Städten wie München, um rund 15 bis 20 Prozent niedriger. Gleichzeitig spielt der soziale Wohnungsbau in Wien eine entscheidende Rolle. Zudem ist die Stadt nach wie vor der »größte Grundeigentümer«. Ein Vorteil: So kann über die Vergabe von Grundstücken auch Qualität gesteuert werden. Zudem ist die Grundstücksvergabe, so Spiegl weiter, immer an einen Wettbewerb geknüpft. Innerhalb dessen müssen Bauträger und Architekt gemeinsam ein Projekt abliefern, konkrete Kosten benennen und einen für einen gewissen Zeitraum festgesetzten Mietpreis garantieren. Wien kann damit also durch eigene Stärke gewichtigen Einfluss auf Bauprojekte nehmen.

In der Schweiz hingegen stellt sich die Situation durch den hohen genossenschaftlichen Anteil, erklärt Pascal Müller vom Architekturbüro Müller Sigrist Architekten aus Zürich, völlig anders dar. Insgesamt gibt es hier etwa 1.500 Wohnbaugenossenschaften mit rund 160.000 Wohnungen, deren Mieten durchschnittlich günstiger sind als die des Gesamtbestandes. Zudem ist es heute beispielsweise gesetzlich vorgeschrieben, dass Investoren die Wohnungen in einem bestimmten Segment bauen, ebenso Wohnraum in einem anderen Segment errichten müssen. Andernfalls gibt es keine Baugenehmigung. Dazu kommen individuelle Bestimmungen, wie die Festschreibung eines bestimmten Anteils an Gewerbe, wie Müller im Zuge der Vorstellung eines seiner Projekte – der Wohn-und Gewerbesiedlung Kalkbreite in Zürich – erläutert. Gefordert war ein urbaner und vielfältiger Bau mit einer Gewerbenutzung von 40 Prozent. Entstanden ist durch die Hand von Müller Sigrist Architekten ein beindruckender Gebäudekomplex, der der »Idee des Miteinanders« folgend, Platz für 257 Bewohner und weitere 250 Personen bietet, die hier arbeiten.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1508/jung-architekturgespraeche-az03.jpg

Gesellschaftliche Verantwortung
Auch Herwig Spiegl stellt, bezugnehmend auf seinen Vortrag, der die Kernpunkte des Wohnens beleuchtete, die Frage nach der Erfüllung der Wünsche der Bewohner. Seine Kernaussage: Neben ausreichend Privatsphäre sind flexible Grundrisse, ein Mindestmaß an Fläche und ein ansprechendes Umfeld gefordert. Umgesetzt haben dies AllesWirdGut in der Seestadt Aspern in Wien. Das Projekt, angelegt auf die nächsten 15 Jahre, ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Mit der Seestadt soll, nach einem festgelegten Besiedlungsmanagement, ein neues Wiener Zentrum für Arbeiten und Wohnen entstehen, welches Natur mit Urbanität verbindet..

Die selbstbewusste Stadt
Um Projekte wie in Wien und Zürich umsetzen zu können, braucht es eine starke Kommune – eine Stadt, die weiß was sie will. Oder wie Höing es formuliert, »eine Stadt, die nichts will, bekommt auch nichts«. Zur Stadt gehören aber unweigerlich auch die Bewohner. Die Menschen, die hier leben und arbeiten. Und eben diese müssen, so Spiegl, eine hohe Qualität einfordern.

Den ganzen Bericht gibt es unter www.jung.de/architekturgespraeche

Alle Informationen zu den Architekturgesprächen gib es im JUNG Architekturgespräche-Rundbrief: www.jung.de/rundbrief

Mehr zu den Veranstaltungen 2015: www.jung.de/architekturgespraeche/ 

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1508/jung-architekturgespraeche-az04.jpg

Düsseldorf: Neue Messe Süd - slapa oberholz pszczulny architekten

Düsseldorf: Neue Messe Süd - slapa oberholz pszczulny architekten

Um Aussteller, Messebesucher und Kongressteilnehmer am internationalen Messeplatz Düsseldorf auch zukünftig angemessen empfangen zu können, wird das Gelände der Messe Düsseldorf seit dem Jahr 2000 fortlaufend modernisiert. Nach der Norderweiterung der Messe im Jahr 2004 wurde sop architekten nun mit...

Haus Benz von der Ippolito Fleitz Group

Haus Benz von der Ippolito Fleitz Group

Markus Benz, Firmenchef der renommierten Möbelmarke Walter Knoll, und seine Frau Susanne suchten in Stuttgart nach einem Ort, wo sie ihren Geschäftspartnern einen alternativen Treffpunkt zum 40 km entfernten Firmensitz in Herrenberg am Schwarzwaldrand anbieten und gleichzeitig auch wohnen können. Au...

Einfamilienhaus von Fesselet Krampulz Architekten

Einfamilienhaus von Fesselet Krampulz Architekten

Das Einfamilienhaus befindet sich am südlichen Rand des Neubaugebietes Sebastianswiese im Norden der Kreisstadt Mindelheim. Durch seine Setzung und seine Morphologie reagiert das Haus auf die Gegebenheiten vor Ort. Der präzise Bebauungsplan bestimmt die äussere Form, die Geschossigkeit und die Ersch...

Weitere Artikel:

Digitale Vernetzung von Sanitärarmaturen

Digitale Vernetzung von Sanitärarmaturen

»Der verantwortungsvolle Sanitärraum« – so lautet eines der Top-Themen der Internationalen Sanitär- und Heizungsfachmesse ISH 2017 vom 14. bis 18. März 2017. In Halle 4.1, Stand F46, zeigt Schell, Armaturenspezialist für öffentlich-gewerbliche Sanitärbereiche, was in puncto Gesundheit, Ressourcensch...

Glasfassaden und große Glasflächen an Außenwänden

Glasfassaden und große Glasflächen an Außenwänden

Sie sind der Dauerbrenner in der modernen Architektur, ermöglichen sie doch wie kein anderer Baustoff das Zusammenspiel mit Licht und Natur: Glasfassaden und große Glasflächen an Außenwänden. In einer ersten Experimentierphase ging es vor allem darum, die Grenzen des Machbaren immer weiter zu versch...

Spiegelnde Teilbeschichtung an der Fassade der Elbphilharmonie in Hamburg

Spiegelnde Teilbeschichtung an der Fassade der Elbphilharmonie in Hamburg

Die erste Skepsis ist gewichen und die Liste der Superlative, die im Zusammenhang mit der Elbphilharmonie genannt werden, mittlerweile lang – da ist von »Jahrhundertarchitektur« die Rede, vom »neuen Wahrzeichen Hamburgs«. Für die einzigartige Ästhetik des Konzerthauses sorgt unter anderem eine indiv...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

  • Betoninstandsetzung: Wer haftet wann und wie?
    Betoninstandsetzung: Wer haftet wann und wie? Die Ausführung von Betonerhaltungs-, Betonschutz- und –instandsetzungsmaßnahmen erfordert umfassende fachliche Qualifikationen. Der nachfolgende Beitrag nimmt Stellung zu Anforderungen, die sich…

Digitale Vernetzung von Sanitärarmaturen

Digitale Vernetzung von Sanitärarmaturen

»Der verantwortungsvolle Sanitärraum« – so lautet eines der Top-Themen der Internationalen Sanitär- und Heizungsfachmesse ISH 2017 vom 14. bis 18. März 2017. In Halle 4.1...

Glasfassaden und große Glasflächen an Außenwänden

Glasfassaden und große Glasflächen an Außenwänden

Sie sind der Dauerbrenner in der modernen Architektur, ermöglichen sie doch wie kein anderer Baustoff das Zusammenspiel mit Licht und Natur: Glasfassaden und große Glasfl...

Spiegelnde Teilbeschichtung an der Fassade der Elbphilharmonie in Hamburg

Spiegelnde Teilbeschichtung an der Fassade der Elbphilharmonie in Hamburg

Die erste Skepsis ist gewichen und die Liste der Superlative, die im Zusammenhang mit der Elbphilharmonie genannt werden, mittlerweile lang – da ist von »Jahrhundertarchi...

Empfangs- und Bürogebäude von Wilford Schupp Architekten

Empfangs- und Bürogebäude von Wilford Schupp Architekten

Der im August 2016 fertiggestellte Neubau eines Empfangs- und Bürogebäude von Sto, geplant von Wilford Schupp Architekten, ist ein weiterer Baustein des im Jahr 1993 von ...

Hotel Grand Ferdinand

Hotel Grand Ferdinand

Das Hotel Grand Ferdinand knüpft an die Eleganz und den Genuss der Ringstraßenzeit an. Kombiniert mit modernen Annehmlichkeiten erstrahlt der neu gestaltete 1950er-Bau am...

Kunstvoll wohnen am See

Kunstvoll wohnen am See

In erster Reihe am Bodensee liegt das kunstvoll gestaltete Anwesen einer dreiköpfigen Familie in der Schweiz. Auf den ersten Blick fällt die harmonische Linienführung des...

Regen-Rückhaltung auf dem Gründach

Regen-Rückhaltung auf dem Gründach

»SitaMore Retention« ist die produkttechnische Konsequenz auf die zunehmende Überbeanspruchung kommunaler Abwassersysteme. Bei Starkregenereignissen drosselt es den Wasse...

Die SteakManufaktur

Die SteakManufaktur

SteakManufaktur heißt das neue Mekka für Fleischliebhaber im Prinz-Karl-Palais, einer ehemaligen Infanteriekaserne im Augsburger Süden.  Nachdem sich einige Gastrono...

Neue Oberflächen in Putz

Neue Oberflächen in Putz

»StoSignature« ist eine systematische Übersicht über Fassadenputze und eine Kollektion außergewöhnlicher Innenputzvarianten. Die neuartige Zusammenschau belegt, wie eng s...

Stromlinienförmiger Gully in ultraflacher Bauart

Stromlinienförmiger Gully in ultraflacher Bauart

Erkennungszeichen ultraflache Bauart. Die »SitaIndra« Familie unterscheidet sich auf den ersten Blick durch ihren stromlinienförmigen Gullykörper, der zugleich eine extre...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.