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Präsentationen für Architekten, Planer und Ingenieure - 7 Punkte, die man beachten sollte

Birgit SchürmannEin anschauliches Modell ist die halbe Miete. Aber auch nur die halbe! Heute reicht es nicht mehr, ein tolles Projekt zu entwickeln. Ebenso wichtig ist: Es muss gut rübergebracht werden! Schade, wenn der großartige erste Eindruck durch langweilige oder sogar unverständliche Erläuterungen zunichte gemacht wird! Und die Mitbewerber auftrumpfen, weil sie ein paar wesentliche Punkte in ihrer Entwurfspräsentation bedacht haben. Damit der Ernstfall nicht eintritt, liste ich Ihnen 7 Punkte auf, mit denen Ihre Präsentation zu einem außergewöhnlichen Erlebnis wird:

1. PowerPoint raubt Kreativität
Eine gute Planung beginnt im Kopf. Und dann auf dem Papier. Das wissen viele. Nur: Dass das auch für die Planung der Präsentation gilt, nicht. Gern wird als erstes das Programm für PowerPoint geöffnet. Und es beginnt das Denken in Schablonen. Von Zeichen zu Zeichen. Schade - denn man beraubt sich seiner Kreativität! Nichts ist wertvoller, als sich erst einmal in den kreativen Modus zu begeben. Sich Papier und Stift zu schnappen oder ein Board mit Post-its zu bekleben. Und dann Ideen notieren, Zusammenhänge skizzieren und sich seine Projektpräsentation als Ganzes vorstellen. Planen Sie Ihre Präsentation wie eine Reise: Welche Struktur, welcher rote Faden soll durch die Präsentation laufen? Was für eine Geschichte soll erzählt werden? Wie wird eine spannende Dramaturgie aufgebaut? Je bildlicher im Kopf geplant wird, desto besser. Diese Vorgehensweise birgt drei Vorteile:

- Es erweitert Ihre visuellen und kreativen Möglichkeiten: Meist ist die anschließende Folienauswahl und -beschriftung kinderleicht. Ebenso die Entscheidung für die richtigen Präsentationsmaterialien. Warum nicht mal mit einem Flipchart in die Interaktion gehen?! Können Sie gut zeichnen? Auch während Sie sprechen? Ihr Publikum wird Sie dafür lieben!

- Es verschafft Ihnen Übersicht: Entlang des roten Fadens kann der Nutzen der eigenen Idee und die Argumentation in einer logischen Reihenfolge aufgebaut werden.

- Es zeigt Ihnen Möglichkeiten auf: Sie erkennen, wann sich der Einsatz rhetorischer Stilmittel lohnt - Pausen, Brüche und Überraschungsmomente bringen wirkungsvolle Abwechslung in Ihre Präsentation.

2. Wer sitzt da?
Sitzen vor Ihnen Angestellte der Stadtverwaltung, Preisrichter oder hochkarätige Investoren? Handelt es sich um ein Fachpublikum oder beschränkt sich das Know-how auf: »Oh, das sieht schön aus!«? Bereiten Sie sich detailliert auf Ihre Zielgruppe vor: Welche technischen Vorgänge und welche Fachbegriffe verstehen die Zuhörer? Welches Vorwissen bringen sie mit? Sind alle auf demselben Level? Kennt man sich aus vorherigen Projekten und wie sind die Erfahrungen? Wer trifft die Entscheidung? Wie stehen die Chancen Ihrer Konkurrenten? Wodurch heben Sie sich von Ihren Konkurrenten ab? Was ist an Ihrem Konzept besonders? Noch ein kleiner Tipp: Sie sind Experte auf Ihrem Gebiet. Das weiß jeder der Anwesenden. Wer es versteht, sein Expertenwissen so zu vermitteln, dass es jeder Laie verstehen würde, dem spricht man einen höheren Expertenstatus zu. Sprechen Sie mit einfachen Worten und setzten Sie die Verben zum Satzbeginn ein. Bilden Sie kurze Sätze und formulieren Sie bunt und facettenreich!

3. Warum Trennung manchmal Not tut
Ein Entwurf, eine Planung, ein Konzept kostet Zeit. Es steckt viel Liebe und Mühe drin. Häufig bleibt keine Zeit für die Vorbereitung der Präsentation übrig. Gern wird dann in einer Last-Minute-Panik am Vorabend noch die eine oder andere Folie ausgetauscht - ein fataler Fehler! Mit einer guten Vorbereitung steht und fällt Ihr Vortrag.
Erst einmal sollten Sie in Erfahrung bringen, wie der Zeitrahmen gesteckt ist - halten Sie als Profi die Zeit ein und legen Sie eine Punktlandung hin! Verschenken Sie keine Minute. Ihre Präsentation sollte kurz und knackig sein. Schälen Sie aus Ihrem Wissen die Kernaussagen heraus und trennen Sie Wichtiges von Unwichtigem. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, liebgewonnene, vielleicht sogar besonders viel Zeit in Anspruch genommene Details nicht zu erwähnen. Arbeiten Sie drei bis vier Kernaussagen heraus, und stellen Sie diese in den Vordergrund. Sind die Vorbereitungen weitestgehend abgeschlossen, heißt es: Üben, üben, üben! Den Entwurf vor einem wohlwollenden Probepublikum präsentieren, das auf logische Zusammenhänge achtet, konstruktive Kritik gibt und ein Feedback darüber, ob es sich emotional angesprochen fühlt. Dass Ihnen im Anschluss übungshalber die eine oder andere fiese Frage stellt, damit Sie sich im Ernstfall nicht aus der Bahn werfen lassen.

4. Wo drückt der Schuh?
Lokalisieren Sie den aktuellen Leidensdruck der Entscheider oder des Kunden. Welches Problem steht im Raum und soll mit dem Projekt gelöst werden? Dieses Problem gilt es finden und zu benennen. malen Sie es noch schwärzer! Beschreiben Sie den Ist-Zustand in den dunkelsten Farben. Ja, Sie haben richtig gelesen: Lassen Sie das Schreckliche im Raum entstehen - denn gleich werden Sie und Ihr Projekt zur Rettung ansetzen und die Lösung präsentieren.

5. Das haben Sie davon!
Und dann retten Sie mit Ihrer Idee! Warum diese Vorgehensweise? Wenn Ihr Entwurf das Problem der Kunden löst, sind sie von nun an offen für Ihre Idee. Denn eigentlich wollen Ihre Zuhörer nur eins wissen: Was habe ich davon? Was bringt mir das, wenn ich dem Projekt zustimme? Welchen Nutzen bringt mir dieser Entwurf? Halten Sie den Gedanken im Hinterkopf: Es geht nicht um Sie - wie erfolgreich Ihre Firma ist, welche Preise Sie gewonnen haben - es geht um Ihr Publikum! Verändert Ihr Konzept oder Ihre Idee das Leben der Zuschauer zum Vorteil? Wird es dadurch einfacher, schöner, bequemer oder einflussreicher? Unterstreichen Sie Ihren Fokus mit Ihre Wortwahl. Sagen Sie besser: »Sie, Ihnen, Ihrer« statt: »Mein, mich, ich, wir«.

6. Anregend einsteigen - tiefsinnig aussteigen
Wie im Leben, so auch auf der Bühne: Der erste Eindruck zählt. Die ersten Worte stellen die Weichen, ob das Publikum weiterhin interessiert zuhört oder auf Durchzug schaltet. Beschäftigen Sie sich intensiv mit der Dramaturgie des Einstieg sowie des Ausstiegs aus der Präsentation. Nichts ist spannender als eine Musterunterbrechung: Wenn Sie außergewöhnlich wirken wollen, vermeiden Sie klassische Anfänge mit Allerweltsfloskeln! Erwähnen Sie bitte nicht, dass Sie aufgeregt sind, bedanken Sie sich nicht für das Zuhören oder sagen auch nicht so etwas wie: »Herzlich Willkommen!«. Wenn es sich partout nicht vermeiden lässt - wie wäre es, wenn Sie die Floskeln in die zweite oder dritte Reihe verbannen und erst einmal mit etwas Spannenderem beginnen? Legen Sie möglichst schnell los und halten Sie sich nicht lange mit Ankündigungen auf - für eine Vorlesung ist das völlig okay, wenn Sie aber Menschen überzeugen wollen, brauchen Sie keine Gliederung. Steigen Sie mit einer Geschichte ein, die ohne Umschweife beginnt. Sie können auch mit einem Requisit starten. Warum leiten Sie ihre Präsentation nicht mal mit einem Klebestift ein und entwickeln eine kreative Analogie, einen Vergleich dazu: »Das erinnert mich an....das ist doch wie....«.
Ebenso eignet sich eine Erkenntnis oder eine Untersuchung, die zum Thema passt. Oder etwas Unerwartetes, etwas Ungewöhnliches, das auf den ersten Blick so gar nicht passen will. Vielleicht lüften Sie auch ein Geheimnis, werden tagesaktuell oder werfen eine Schätzfragen in den Raum. Man kann mit Statements provozieren, rhetorische Fragen stellen oder Blicke in die Zukunft werfen.

Ein tiefsinniges Ende bleibt hängen. Versuchen Sie, Ihre letzte Botschaft nachklingen zu lassen - sie sollte nicht zu lang, leicht zu behalten und möglichst witzig sein. Verlangsamen Sie Ihr Tempo, werden Sie breiter und setzten Sie Pausen, damit das Publikum versteht: Jetzt ist Schluss!

7. Emotionen am Schopfe fassen
Entscheidungen werden zu 90 Prozent aus emotionalen Gründen gefällt. Wer auf Entscheidungen Einfluss nehmen will, muss entsprechend präsentieren und seine Botschaft emotional verpacken! Nur: Wie werden aus trockenen Informationen und Datenmengen emotionale Botschaften? Lassen Sie Ihre Präsentation durch Bilder lebendig werden! Bilder wecken Emotionen und bleiben im Gedächtnis - bestenfalls sogar im Herzen Ihrer Zuschauer. Wir Menschen lieben Geschichten. Von Kindesbeinen an. Sie fesseln uns und wir verfolgen gebannt die Abenteuer unseres Protagonisten. Warum binden Sie Ihre Idee, Ihr Konzept und Ihren Entwurf nicht in eine packende Geschichte ein? Das weckt Bilder und Emotionen in Ihren Zuhörern. Diese verbinden sich mit Ihren Informationen und bleiben sicher gespeichert im Gedächtnis Ihres Publikums. Erzählen Sie Ihre eigene Geschichte - denn diese wirkt am stärksten!

www.Birgit-Schuermann.com

Birgit Schürmann ist Diplom-Schauspielerin, Trainerin und Rednerin.
Sie steht Menschen zur Seite, die mit bewegender Rhetorik begeistern wollen. Das vermittelt sie im Coaching und in zahlreichen Rhetorik-Seminaren. Sie ist Autorin vieler Fach- und Blogartikel, Podcasterin und eine begeisterte Vortragsrednerin - ihr Publikum profitiert von ihrer langjährigen Bühnenerfahrung und ihrem komischen Talent.

 

 

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