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Area Composing: So hat man Architektur noch nie gehört

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Die medialen Architekturporträts von Peter Hölscher und Ronald Gaube bewirken eine völlig neue Wahrnehmung von Gebäuden. Ihre Area Composings sind ein Zusammenspiel von Fotografie und Klang in Verbindung mit moderner Medientechnik. Visuell und akustisch präsentiert, vereinen Area Composings bauliche, historische und funktionale Dimensionen eines Gebäudes und schaffen einen direkten Bezug zu seinem lebendigen Umfeld. Als gestalterisches Element von Innenraumkonzeptionen machen sie Architektur zur Erlebniskunst.

Mit Fotoapparat, Mikrofonen und Aufnahmegerät machen sich die Area Composer Peter Hölscher und Ronald Gaube auf den Weg. Ihr Ziel: Die Firmenzentrale eines Energiekonzerns in Düsseldorf. Die Morgensonne scheint, spiegelt sich in der Glasfassade des Bürogebäudes, das lange Schatten auf die Straße wirft. Einige Stunden werden vergehen, bis die beiden Künstler das Gebäude und seine Umgebung in Bild und Ton erfasst haben. Immer wieder wechseln sie ihre Positionen, fangen unterschiedliche Perspektiven und Lichtverhältnisse ein, sammeln die Geräusche dieses Ortes: vorbeifahrende Autos, Schritte, Gesprächsfetzen, das Öffnen und Schließen des Eingangsportals, das Plätschern eines Springbrunnens. Am Ende des Tages haben sie mehr als tausend Einzelfotos mit Langzeitbelichtung und einige Stunden Tonaufnahmen im Kasten – das Ausgangsmaterial für ihre Installation.

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Tiefgehende Wahrnehmung

Fotograf Hölscher verarbeitet seine Fotos zu einem Liquid Image, einer Abfolge ineinander fließender Bilder, die sich zu einem Farben- und Formenspiel vertrauter Ansichten und überraschender Details verbinden. Komponist Gaube verwendet Ausschnitte seiner Tonaufnahmen, fügt zuvor recherchierte historische Tondokumente sowie elektronische Klangstrukturen hinzu und komponiert daraus ein Soundscape. Gemeinsam entsteht so das Area Composing, ein mediales Architekturporträt, das die besondere Charakteristik des Gebäudes an diesem Ort offenbart. Die Bild-Ton-Installation wird mit moderner Projektionstechnik im Dolby Digital Surroundsound präsentiert und weckt bei jedem Betrachter andere und immer wieder neue Assoziationen. Die Langsamkeit der wechselnden Bilder ermöglicht eine tiefgehende Wahrnehmung des Areals, der vielschichtige Sound löst Emotionen aus, die Architektur wird zu einem individuellen Erlebnis.

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Moderne Auftragskunst

Area Composing ist Auftragskunst im besten Sinne, denn die Installationen werden individuell für den jeweiligen Bauherrn konzipiert und umgesetzt. Als Teil der Raumkonzeption bilden sie ein gestalterisches Element des Corporate Interior und entstehen im Idealfall in direkter Kooperation mit dem ausführenden Architekten. So eignen sich die Installationen auch für Projekte im Rahmen von Kunst am Bau.

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Der Kasseler Architekt Jürgen Schuh wurde auf die Area Composer aufmerksam, als er nach einer Kunstinstallation für die neue Empfangshalle einer Sparkasse suchte. Der Bauherr in Hannoversch Münden wollte ein mediales Objekt mit zeitgemäßer Technik, das einen untrennbaren Bezug zur Stadt, ihrer Historie und ihren Bewohnern herstellt. In Kooperation mit der Lichtkünstlerin Uta von Schenck entstand die mehrteilige Installation »FLUX«, ein akustisches und visuelles Porträt der Drei-Flüsse-Stadt, das bei den Besuchern eine zugleich bewusste und unbewusste Wahrnehmung erzeugt. Für Architekt Schuh ist diese duale Kodierung von Kunst sehr erstrebenswert. Architektur solle nicht mit Kunst dekoriert werden. Vielmehr solle Kunst am Bau als Teil des Corporate Interior die Menschen inspirieren, unterhalten und den Raum beleben.

Langjährige Substanz

FLUX – Hann. Münden from Ron Gaube on Vimeo.

 

Lissabon-Trilogie bei der Leverkusener Kunstnacht

Auch auf Reisen sammeln Hölscher und Gaube Bild- und Klangmaterial für ihre Area Composings. Eine Stadt, die sie immer wieder fasziniert, ist Lissabon. Hier haben sie sich vor vielen Jahren kennen gelernt und hier entstand auch das Ausgangsmaterial für ihre Lissabon-Trilogie: Das Area Composing »Visiting Rui Chafes« porträtiert eine Ausstellung des portugiesischen Bildhauers im Museu Calouste Gulbenkian, »Palácio Belmonte« entstand im Hof eines Cafés, in dem eine Skulptur der Lissaboner Künstlerin Maria Pia de Oliveira steht, und »Elevador de Santa Justa« inszeniert den bekannten historischen Personenaufzug in Verbindung mit Originalklängen aus der Lissaboner Altstadt.

Santa Justa from Ron Gaube on Vimeo.

 

Am 23. Oktober 2015 wird die Reuschenberger Mühle in Leverkusen zum Kino. Im Rahmen der Leverkusener Kunstnacht  kunstnacht-lev.de (PDF) wird die Lissabon-Trilogie in verschiedenen Räumen des Industriedenkmals zu sehen sein.

Area Composer: Peter Hölscher, Ronald Gaube, www.area-composer.de

 

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