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Farbe in der Architektur

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Nathalie Pagels ist diplomierte Farbberaterin ICA und seit über zwanzig Jahren im Bereich Farbe tätig. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Farbkonzepterin in Düsseldorf und ist für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber, Privatpersonen und die Industrie tätig. Sie hält Vorträge und gibt Seminare, in denen sie der Farbe und ihrer Anwendung zu dem Stellenwert in der Gesellschaft verhelfen will, der ihr gebührt. Im Gespräch erklärt sie uns ihren »Leitfächer der Farbgestaltung« und unser allgemeines Verständnis zum Phänomen Farbe.

Rolf Mauer: Frau Pagels, was ist der »Leitfächer der Farbgestaltung«?

Nathalie Pagels: Der Leitfächer der Farbgestaltung ist das Ergebnis aus zwanzig Jahren Erfahrung. Er ist Einstieg und Zusammenfassung zum Thema Farbe und seiner Anwendung in der Gestaltung. Er zeigt sehr kompakt und praxisnah Wege auf, um zu einer bewussteren Farbentscheidung zu kommen.

Rolf Mauer: Warum Leitfächer?

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Nathalie Pagels: Zum einen weil er in Haptik und Optik eben genau das ist. Zum anderen aber auch, weil in einem »Leitfaden« alles nacheinander abgearbeitet werden kann. Das ist bei der Farbe nicht möglich ist. Denn alle Farbphänomene wirken ja gleichzeitig und müssen auch gleichzeitig berücksichtigt werden.

Rolf Mauer: Für wen haben Sie den Leitfächer der Farbgestaltung konzipiert?

Nathalie Pagels: Für alle, die mit Farbe umgehen oder umgehen möchten. In meinen Seminaren sind sehr unterschiedliche Disziplinen: Architekten und Architekturstudenten, Lehmbauer und Malermeister, Kundenberater und Endkunden. Alle diese Disziplinen sprechen eine andere Sprache. Genau hier setzt der Leitfächer an. Die Information wird jedem, verständlich und auch bezahlbar, zugänglich gemacht. Ich hatte Fachbücher am nötigsten als ich sie mir nicht leisten konnte.

Rolf Mauer: Wie ist der Leitfächer einzusetzen?

Nathalie Pagels: Der Leitfächer der Farbgestaltung dient dem Gestalter als Werkzeug und Inspiration, sowie als Argumentationshilfe vor dem Kunden. Ein »Kapitel« behandelt in knappen Fakten das »Missverständnis Weiß«. Der Leitfächer der Farbgestaltung ist so aufgebaut, dass er in der Lehre einzusetzen ist. Die Technische Uni Dresden hat ihn ebenso in ihrem Portfolio wie die Malerinnung Düsseldorf.

Rolf Mauer: Brauchen wir mehr Mut zur Farbe?

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Nathalie Pagels: Nein, unsere Gesellschaft braucht nicht mehr Mut zur Farbe sondern mehr Empathie und Verständnis zum Phänomen Farbe. Die Angst vor Farbe entstammt der Angst, etwas Falsches zu machen. Angst haben wir vor dem Unbekannten, dem uns nicht (mehr) Vertrauten. Verstehen kann ich aber nur, was ich kenne. Leider wird die Ausbildung zur Farbe und seiner Anwendung in allen Disziplinen fahrlässig vernachlässigt. Es muss also ein Umdenken hinsichtlich des Stellenwertes von Farbe in der Gesellschaft stattfinden. Gleichsam muss der Weg zur fachübergreifenden Zusammenarbeit geebnet werden. Keiner muss den Ball alleine ins Tor bringen.

Rolf Mauer: Warum ist Farbe so wichtig? Ist sie nicht nur Dekor?

Nathalie Pagels: Farbe ist eine Empfindung und wirkt auf unseren gesamten Organismus. Auf unsere Psyche, unsere Erinnerungen, unsere Orientierung und unsere Fähigkeit zu differenzieren. Farbe wirkt auf unser Tun und Handeln, auf unseren Umgang mit der Welt. Farbe kann uns, mit Respekt genutzt, dienlich sein. Mit jeder Farbentscheidung die wir treffen, setzen wir eine Ursache. Mit jeder Farbentscheidung die wir nicht treffen prellen wir uns um die gewünschte Wirkung oder erreichen schlimmsten falls sogar das Gegenteil. Es gibt keine »richtigen« oder »falschen« Farben. Es gibt nur die falsche Farbe für diese oder jene Funktion und Empfindung. Oder eben die Richtige.

Rolf Mauer: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Pagels.

Pagels Farbkonzepte, www.pagels-farbkonzepte.de

 

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