Anzeige AZ-A2-728x90
Start Innovation Elektrotechnik Geradlinig und energieeffizient

Geradlinig und energieeffizient

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-01a.jpg
 

In der Nähe von Nürnberg steht ein ganz besonderes Einfamilienhaus im Bauhausstil – energetisch vorbildlich, architektonisch anspruchsvoll, familiengerecht und clever. Mit viel Liebe zum Detail plante die junge Bauherrenfamilie mit der Architektin Dagmar Pemsel ihren Neubau. Großzügige Räume, riesige Fensterflächen und Sichtbeton treffen hier auf ein durchdachtes Energiekonzept und kluge Haustechnik. Das Haus beweist: Ökologisch muss nicht unbedingt nach Öko aussehen.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-02.jpg

Das Gebäude bildet den passenden Abschluss einer komplett im Bauhausstil gehaltenen Straße. Durch die großen Glasfronten im Erdgeschoss und die Auskragung des Obergeschosses scheint der obere Quader auf dem unteren zu schweben, das Gebäude wirkt leicht und luftig. Die Dachterrasse ist aus dem Quader herausgestanzt und die Geometrie bleibt durch eine bewusste Fortführung der Kanten erhalten. Der Sonnenschutz ist clever in der Fassade versteckt, um das puristische Gesamtbild nicht zu stören. Durch den Quader im Erdgeschoss schiebt sich zudem ein langgestreckter Riegel, in dem unter anderem die Garage untergebracht ist. Durch das Gefälle zur Straße hin ist diese fast 3 Meter hoch.

Keller und Erdgeschoss wurden als Massivbau errichtet, das Obergeschoss in Holzständerbauweise. Die leichtere Konstruktion war nötig, da im Erdgeschoss nur wenig tragende Wände und umso mehr Fensterflächen vorhanden sind. Die tragenden Wände im Erdgeschoss und die Decken sind in Sichtbeton ausgeführt und vor Ort gegossen worden.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-05.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-06a.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-06b.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-07.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-08.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-12.jpg

Um die Heizkosten möglichst gering zu halten, ist das Haus gut gedämmt: Mit einer 35 Zentimeter dicken Schicht unterm Dach und 36 Zentimeter Dämmung in den Wänden im OG bzw. 26 Zentimeter an den Wänden im EG. Die Fensterflächen machen anteilig am Gebäude etwa 40 Prozent aus, das Erdgeschoss ist sogar zu 60 Prozent verglast. Die Dreifachverglasung mit einer Glasstärke von je 8 Millimeter und 12 Millimeter großen Zwischenräumen erreicht einen U-Wert von 0,74 W/m²K. Der Dämmwert der Gebäudehülle insgesamt liegt bei 0,26 W/m²K (EnEV). Ebenfalls ökologisch wertvoll: Das Flachdach ist begrünt.

Geheizt wird mit einer elektrischen Luft-Wärmepumpe in Verbindung mit Fußbodenheizungen in den Wohnbereichen und einer Wandheizung im Keller. Zur Entlastung der Wärmepumpe besitzt der Kaminofen integrierte Wassertaschen, die beim Befeuern im Winter erhitzt und deren Wasser dem Schichtenspeicher für Warm- und Heizungswasser zugeführt wird. Auf dem Dach ist zudem eine 10 Quadratmeter Solaranlage installiert, die ca. 60-70 Prozent zur Warmwasserversorgung und 15-20 Prozent zur Heizungsunterstützung beiträgt. Eine Lüftungsanlage mit getrennter Zu- und Abluft sowie einem Wärmetauscher sorgen für stetig frische Luft. In Summe ergibt sich ein vorbildlicher Energiekennwert für die Heizwärme von 18 kWh/m²a nach PHPP Berechnung (Passivhaus Projektierungs-Paket). Als Vergleich: Der Durchschnittswert in deutschen Einfamilienhäusern liegt bei 160 kWh/m²a, mit 15 kWh/m²a hätte das Gebäude Passivhausstandard erreicht. Der Primärenergiekennwert liegt bei ca. 60 kWh/m²a.

Ebenerdig erstreckt sich auf fast 120 Quadratmeter ein großzügiger Raum mit Wohnbereich, Kochinsel und Essbereich, die riesigen Fensterflächen holen die Natur ins Haus. Blickachsen waren ein zentraler Wunsch der Bauherren, aus jeder Perspektive bietet sich ein neuer, faszinierender Ausblick ins Freie. Sichtbetonwände und Decken, weiße Wände und Möbel sowie ein dunkler Holzboden harmonieren miteinander. Eine in Sichtbeton gegossene und trotzdem filigrane Treppe führt ins Obergeschoss: Sie wurde im Betonwerk individuell gegossen und später mit einem Kran millimetergenau in den Rohbau eingepasst.

Im Obergeschoss gelangt man in die privaten Räume. Hier befinden sich das Kinderzimmer, Büro, Schlafzimmer und ein 24 m² großes Wellness-Bad mit freistehender Wanne, Sauna und direktem Zugang zur Dachterrasse. Von dort lässt sich der grandiose Blick über die angrenzenden Felder und auf die „Skyline“ von Nürnberg genießen.

Die technikaffinen Bauherren wollten mit ihrem Traumhaus auch ein zukunftsfähiges, intelligentes Haus bauen. Daher entschieden sie sich für ein KNX System, das alle Komponenten der Haustechnik miteinander vernetzt. Das “Gehirn“ hinter dem Bussystem ist ein leistungsstarker »Gira HomeServer«, in dem sämtliche Informationen zusammenlaufen, ausgewertet und entsprechende Befehle an sogenannte Aktoren gesendet werden. Gesteuert wird daheim oder von unterwegs aus übers iPad oder iPhone: Die Gira Visualisierung ist selbsterklärend. Alle Leuchten im Haus lassen sich von hier aus aktivieren, Jalousien hoch- und runterfahren, die Heizung regulieren und vieles mehr. Einige Funktionen laufen auch automatisch im Hintergrund ab: Meldet die Gira Wetterstation starken Wind, fahren die Jalousien hoch. Geplant, installiert und programmiert wurde die Gebäudetechnik vom System-Integrator Klaus Geyer. Das System lässt sich jederzeit umprogrammieren, den Bedürfnissen anpassen und aufrüsten – ohne die Wände aufreißen zu müssen, denn die Infrastruktur, die Kabel, liegt ja bereits.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-14.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-15.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2014/1411/gira-oekobauhaus-biefang-pemsel-architekten-16.jpg

Auf »Gira Tastsensoren« in den Räumen lassen sich ganze Szenen abrufen, beispielsweise eine reduzierte Lichtszene mit heruntergefahrenen Jalousien zum Kinoabend oder eine gezielte Beleuchtung am Esstisch mit dezenter Hintergrundmusik. Vor Verlassen des Hauses können mit einem Tastendruck alle Energiequellen im Haus deaktiviert werden. Leuchten und Lautsprecher sind zum Teil dezent in die Architektur integriert als Decken- oder Wandeinbauvarianten. Ein Multiroom System versorgt unabhängig voneinander vier Zonen mit Musik von zentralen Audioquellen aus. Die Gira Schalterprogramme »Esprit Glas Weiß« und »E2 Reinweiß« passen bestens zur puristischen Architektur.

Die Gira Türkommunikation mit Videofunktion sorgt für Sicherheit: So lässt sich jederzeit sehen, wer vor der Tür steht und klingelt. Dank einer Kopplung mit Skype über ein spezielles Gira »TKS-IP-Gateway« kann auch mobil kommuniziert werden, via iPhone, iPad sowie allen Smartphones und Tablets, für die die Skype App erhältlich ist. So lässt sich das Gespräch mit dem Besucher inklusive Video des Klingelnden führen und bei Bedarf kann auch der Türöffner ausgelöst werden.

Architektin
Dagmar Pemsel
biefang I pemsel Architekten GmbH, www.bp-arc.de

Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, www.gira.de

Fotos: Ulrich Beuttenmüller für Gira

Bilder im Gebäude von Petra Naumann, www.petra-naumann.de

 

Ergebnisse des Realisierungswettbewerb JUNG Gründervilla

Ergebnisse des Realisierungswettbewerb JUNG Gründervilla

Für den Umbau und die Erweiterung der Villa des Firmengründers Albrecht Jung in Schalksmühle lobte das Unternehmen JUNG Anfang 2017 den offenen, einphasigen, hochbaulichen Realisierungswettbewerb für junge Architekturbüros aus. Jetzt wählte die Fachjury unter Vorsitz von Prof. Michael Schumacher aus...

Villa Waldried von Marazzi + Paul

Villa Waldried von Marazzi + Paul

Die 1942 erbaute Villa Waldried präsentiert sich nach dem Umbau der Architekten Marazzi + Paulmit einer umgestalteten Gebäudehülle, einer optimierten Grundrissorganisation und erweiterten Raumlandschaft. Die Renovierungsmassnahmen umfassen neben der Umgestaltung der Gebäudehülle auch die Transformat...

Hydro-Aluminiumwerk in Grevenbroich von pbr

Hydro-Aluminiumwerk in Grevenbroich von pbr

Industrie 4.0 steht für digitale Produktion und moderne Technologien. Zunehmend wird just in time gefertigt und ebenso sollen die erforderlichen Produktionsstätten in immer kürzeren Zyklen entstehen. So auch auf dem Grevenbroicher Werkgelände von Hydro, einem der führenden Aluminiumkonzerne in Europ...

Weitere Artikel:

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Besondere Architektur funktioniert auch horizontal. Das beweist der visuell und funktional beeindruckende Groundscraper »5 Broadgate« im Londoner Finanzviertel. Der stahlummantelte »Zylinderblock« aus der Feder von Make Architects ist zwar nur 13 Stockwerke hoch, deckt aber allein auf seinen vier Tr...

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Rund 2.790 Quadratmeter Isolierglas wurden für die Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas an Ort und Stelle kalt gebogen und in Aluminiumrahmen montiert. Das Kaltbiegeverfahren war zusammen mit der hochautomatisierten Fertigung der IG-Einheiten der Garant dafür, dass das größte Projekt, das jem...

Simsala BIM

Simsala BIM

Building Information Modeling (BIM) ist keine Hexerei – aber ein ernst zu nehmender Meilenstein für die gesamte Architektur- und Baubranche. Der smarte Prozess mit den fünf Dimensionen nimmt gerade richtig Fahrt auf und ist bald nicht mehr wegzudenken aus der täglichen Arbeit der Architekten und Pla...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Besondere Architektur funktioniert auch horizontal. Das beweist der visuell und funktional beeindruckende Groundscraper »5 Broadgate« im Londoner Finanzviertel. Der stahl...

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Rund 2.790 Quadratmeter Isolierglas wurden für die Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas an Ort und Stelle kalt gebogen und in Aluminiumrahmen montiert. Das Kaltbie...

Simsala BIM

Simsala BIM

Building Information Modeling (BIM) ist keine Hexerei – aber ein ernst zu nehmender Meilenstein für die gesamte Architektur- und Baubranche. Der smarte Prozess mit den fü...

Smart aufgestockt

Smart aufgestockt

Schlanke 60 Millimeter misst die Standarddämmstärke bei vielen weitläufigen Flachdächern. Für die Montage der Dachgully-Aufstockelemente ist eine höhenreduzierte Einbauhi...

Sensible Architektur – Neubau des Krematoriums St. Gallen

Sensible Architektur – Neubau des Krematoriums St. Gallen

Krematorien empfangen Besucher in einem Zustand emotionaler Anspannung, weshalb der Architektur dieser Gebäude eine schwierige Aufgabe zuteil wird. So sollte sie Sicherhe...

Heiz-Kühlelemente in einer Kirche in Hannover

Heiz-Kühlelemente in einer Kirche in Hannover

Die Evangelisch-reformierte Kirche in Hannover erhielt für den Gottesdienstraum eine Heiz-Kühldecke in Form eines Deckensegels. Dabei waren die besonderen Gegebenheiten d...

Modernisierung des Pariser Louvre

Modernisierung des Pariser Louvre

Im Rahmen des Pyramid Project, wurde der Empfangsbereich des Louvre unterhalb der Pyramide in den Jahren 2014 bis 2016 umfangreich neu gestaltet. Die 1989 eröffnete Pyram...

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Die mit dem BIM-Prozess verbundene Digitalisierung von Planen und Bauen kann zu einer erheblichen Steigerung der Wirtschaftlichkeit führen. Besonders im Bereich Kostenpla...

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Die neue Isolierglas-Produktlinie »sedak isomax« hat einen U-Wert bis 0,23 W/m²K. Die Zweifach- oder Dreifach-Gläser gibt es in den für den Hersteller typischen Überforma...

Modulares Oberlicht-System in einer schwedischen Berufsschule

Modulares Oberlicht-System in einer schwedischen Berufsschule

Nicht nur manche Schüler, auch das Schulgebäude des schwedischen Sågbäcksgymnasiet musste lange Zeit mit einem »Ungenügend« beurteilt werden: Dunkle Gänge, graue Wände un...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.