Start Innovation Lichttechnik Beleuchtung des neuen Dublin Terminal 2

Beleuchtung des neuen Dublin Terminal 2

 Beleuchtung des neuen Dublin Terminal 2 durch Wila Lichttechnik

Der Flughafen Dublin wurde um ein neues, dreigeschossiges Terminal erweitert, das einem Passagier-Aufkommen von 10 bis 15 Millionen Fluggästen pro Jahr unter nutzerfreundlichen Bedingungen gerecht werden soll. Bei dem Entwurf für das Gebäude ließen sich die Londoner Architekten Pascall+Watson von einer klaren Struktur leiten, die den Passagieren Komfort und eine leichte Orientierung bieten soll. Die intuitive Wegführung auf den Hauptachsen wird durch das Beleuchtungskonzept unterstützt.

Beleuchtung des neuen Dublin Terminal 2 durch Wila Lichttechnik

Mit 75.000 Quadratmeter Geschossfläche und einem Flugsteg von 25.000 Quadratmeter empfängt der neue Terminal T2 am Flughafen Dublin seine Passagiere. Seit Errichtung des Neubaus, der für 15.000 Fluggäste ausgelegt ist, darf sich der Airport zu den zehn größten Europas zählen. Das Baugelände, das unmittelbar an das bestehende Flughafengebäude T1 stößt, ist an drei Seiten von Gebäuden, an der vierten Seite von der Hauptzufahrtsstrasse zum T1 Terminal begrenzt. Aus einer gründlichen Analyse der Flächennutzung resultierte ein Entwurf mit zwei Baukörpern nördlich und südlich der Strasse, die von einer die Gebäude verbindenden Brücke überspannt wird. Über ihre reine Funktion hinaus stellt die Brücke auch visuell einen Zusammenhang zwischen den fließenden und sich verjüngenden Formen der Baukörper her, mit denen der Grundstücksituation unter der Prämisse einer hohen Tageslichtausbeute entsprochen wurde. Sowohl das zum Norden zeigende Gebäude mit Vorplätzen und 54 Check-In Schaltern als auch das An- und Abfluggebäude mit 19 Fluggastbrücken im Süden erlauben mit ihren Stahl-/Glasfassaden einen sehr hohen Tageslichteinfall und bieten außerdem großzügige Sichtbezüge nach draußen.

Beleuchtung des neuen Dublin Terminal 2 durch Wila Lichttechnik

In einer Passagier-Studie waren Pascall+Watson zu dem Ergebnis gekommen, dass Tageslicht in einem Flughafengebäude zu einem wesentlich angenehmeren Raumerlebnis beiträgt. Um auch im Kern der Gebäude gute Beleuchtungsniveaus mit natürlichem Licht zu erhalten, wurden die Dächer teilweise mit Deckenoberlichtern versehen. Über den am meist frequentierten Wegen im Ankunfts- und Abflugsbereich wurden in die Stahlstruktur der Dächer ganze Lichtbänder integriert, die den Orientierungssinn der Passagiere zugunsten einer intuitiven Wegfindung unterstützen sollen.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2012/1204/dublin-terminal-wila-lichttechnik-3.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2012/1204/dublin-terminal-wila-lichttechnik-5.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2012/1204/dublin-terminal-wila-lichttechnik-6.jpg

In den Bereichen Check-In, Abflug und Gepäckausgabe, in denen weniger Tageslicht vorhanden ist, wurde eine künstliche Beleuchtung geplant, die in ihrer Linearität ebenfalls eine wegweisende Funktion übernimmt. Die Leuchtengehäuse nehmen nicht nur die Lichtquelle, sondern auch Gebäudefunktionen wie Rauchmelder, Sprinklerköpfe und Lautsprecher auf. Mit dieser multifunktionalen Installation sollte der ruhige Gesamteindruck erhalten bleiben. Realisiert werden konnte diese Vorgabe mit 3-in-1 Multifunktions-Einbauleuchten von WILA. Das zwecks Vermeidung von Streulicht in der Zwischendecke lichtdicht ausgeführte, pulverbeschichtete Gehäuse nimmt die Gebäudefunktionen mittig auf. Diese werden an beiden Seiten von »E Connect« Einbauleuchten mit quadratischen Aluminium-Reflektoren flankiert. Jede WILA Leuchte ist mit 32 WAtt oder 42 Watt »TC-TELI« Lampen bestückt und mittels eines im Gehäuse integrierten »DALI-EVG« dimmbar. Fast 1.100 Leuchten des Iserlohner Herstellers kommen bei dieser komplexen, individuellen Lösung, die weit über das Thema Beleuchtung hinausgeht, zum Einsatz. Zusätzlich lieferte WILA knapp 1.100 Downlights der »E-Connect« Serie.

Beleuchtung des neuen Dublin Terminal 2 durch Wila Lichttechnik

Mit der Beleuchtung des spiralförmigen Treppenaufgangs im Check-In Gebäude war WILA ursprünglich nicht beauftragt. Die Idee, dafür das eigens für den bündigen Einbau in Handläufen entwickelte »Mini LED Puck« System zu verwenden, fand jedoch großen Anklang und wurde umgesetzt. Dank der einzelnen LED-Einheiten kann das System sowohl bei gerader Linienführung als auch bei allen Radien eingesetzt werden. Abhängig vom Abstand zwischen den LED Pucks lässt sich die Beleuchtungsstärke am Boden variieren.

Beleuchtung des neuen Dublin Terminal 2 durch Wila Lichttechnik

Auch für den Außenbereich entwickelte WILA auf der Basis dieses innovativen Produktes eine Lösung. Zur Anstrahlung der markanten, teils gebogenen, teils geradlinigen Gebäudeüberstände an den Stirnseiten wurde ein Aluminiumrohr von 50 Millimeter Durchmesser gefertigt, das jeweils der Form der Hauptfassade folgt und in einem Abstand von 3 Meter »Mini LED Pucks« von jeweils 1,6 Watt aufnimmt. Während für die geradlinigen Gebäudeabschnitte ein Ausstrahlwinkel von 100 Grad gewählt wurde, werden die radialen Segmente in einem Winkel von nur 60 Grad angestrahlt. Dank dieser lichttechnischen Option werden bei den Radien zu hohe Leuchtstärken vermieden und das Gesamtbild bleibt homogen.

Für den Terminal 2 am Dublin Airport bietet der wirtschaftliche und umweltfreundliche Mix aus LED und konventioneller Beleuchtung eine innovative Lösung, denn das Gebäude setzt neue Standards für nachhaltige Flughafen-Architektur. Eine minimierte Umweltbelastung und ein vergleichsweise geringer Energieverbrauch standen bei der Planung im Fokus und konnten u.a. durch den Einsatz eines eigenen Energie- und Heiz-Gaskraftwerks und durch Tages- und Kunstlicht-Steuerungssysteme in Kombination mit WILA Leuchten erreicht werden. Insgesamt wird eine Verringerung der CO2 Emission um 17 Prozent erreicht.

Architekt: Pascall+Watson, www.pascalls.co.uk

Statik und Projektmanagement: Arup , www.arup.com

Bauherr/ Betreiber: Dublin Airport T2, www.dublinairport2.com

WILA Lichttechnik GmbH, www.wila.com

Fotos: Hans-Christoph Brinkschmidt für WILA Lichttechnik GmbH

Industriearchitektur: Neuer Praxisraum für das Geberit Informationszentrum in Lausanne

Industriearchitektur: Neuer Praxisraum für das Geberit Informationszentrum in Lausanne

Nach zwei Jahren erfolgreicher Schulungen in den neuen Praxisräumen im Informationszentrum von Geberit in Jona, erhält jetzt auch der Schulungsraum in Lausanne ein neues Gesicht. Sanitärprofis werden so in modernen und ansprechenden Räumen für die Installation der Geberit-Systeme geschult.

Umbau Wohn- und Geschäftsgebäude D17 in Ingolstadt von Bettina Kandler Architekten

Umbau Wohn- und Geschäftsgebäude D17 in Ingolstadt von Bettina Kandler Architekten

Das  Wohn- und Geschäftsgebäude D17 liegt städtebaulich in einer funktional wichtigen Lage am südlichen Eingangsbereich zur Altstadt von Ingolstadt und in unmittelbarer Nähe zur Donau. Archivierte Pläne gehen bei dem Wohn- und Geschäftshaus auf das Jahr 1878 zurück.

Frankfurter Buchmesse: Raum für Inspiration von schneider+schumacher

Frankfurter Buchmesse: Raum für Inspiration von schneider+schumacher

480 Quadratmeter Grundfläche, 6,5 Meter Höhe und eine selbsttragende Holzkonstruktion mit lichtdurchlässiger Membran – das ist der »Frankfurt Pavilion«, das neue Wahrzeichen der Frankfurter Buchmesse. Geplant und umgesetzt von schneider+schumacher, entsteht auf der 70. Frankfurter Buchmesse ein ikon...

Weitere Artikel:

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Großstädte der USA gehören mit zu den verkehrsreichsten Städten der Welt. New York und Los Angeles liegen bei den Statistiken vorn: der Ärger über Parkgebühren, Staus oder Luftqualität gehört zum Alltag. Einer der großen Stressfaktoren in den urbanen Zentren ist der Parkplatzmangel, verschärft durch...

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

In Kapstadt hat sich ein historisches Getreidesilo zum Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst gemausert. Die Architekten des Heatherwick Studio ließen die betonierten Wandungen der Kornkammern aufsägen und schufen damit ein Atrium von beinahe kathedralenhaftem Charakter. Neuer Beton verstärkt...

Gipsfaserplatten für die Elbphilharmonie in Hamburg

Gipsfaserplatten für die Elbphilharmonie in Hamburg

Die großformatigen Gipsfaserplatten bestehen aus einem Vormaterial aus Naturgips. Sie zeichnen sich durch ihre Belastbarkeit, die Brandschutzeigenschaften (A1) und ihre hervorragenden Be- und Verarbeitungsmöglichkeiten aus.

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 R7

AZ Newsletter


Ihre E-Mail
 
   

Senden Sie mir die kostenlosen Nachrichten der AZ/Architekturzeitung per E-Mail zu. Meine Anmeldung erfolgt, nachdem ich die Datenschutzhinweise gelesen haben. Die Nachrichten können Werbung von Dritten enthalten. Mein Einverständnis zum Empfang der Nachrichten kann ich jederzeit widerrufen.

Fachwissen | Architekten + Planer

  • Problemzone Wärmebrücke
    Problemzone Wärmebrücke Mit den steigenden Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden gewinnen Details und damit auch kleine Problemzonen immer mehr an…

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Großstädte der USA gehören mit zu den verkehrsreichsten Städten der Welt. New York und Los Angeles liegen bei den Statistiken vorn: der Ärger über Parkgebühren, Staus ode...

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

In Kapstadt hat sich ein historisches Getreidesilo zum Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst gemausert. Die Architekten des Heatherwick Studio ließen die betonier...

Gipsfaserplatten für die Elbphilharmonie in Hamburg

Gipsfaserplatten für die Elbphilharmonie in Hamburg

Die großformatigen Gipsfaserplatten bestehen aus einem Vormaterial aus Naturgips. Sie zeichnen sich durch ihre Belastbarkeit, die Brandschutzeigenschaften (A1) und ihre h...

KanyaKage mit modernen Sanitäranlagen ausgestattet

KanyaKage mit modernen Sanitäranlagen ausgestattet

In Berlin-Kreuzberg eröffnete Ende April 2018 eine einzigartige Kunst- und Veranstaltungslocation. Nach den beiden Eigentümern KanyaKage benannt, ist der neue »Artspace« ...

Vakuum-Isolierglas und Explosionsschutz-Dünnglas

Vakuum-Isolierglas und Explosionsschutz-Dünnglas

Das neue Vakuum-Isolierglas (VIG) von AGC zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Uneingeschränkte Sicht ohne sichtbare Evakuierungsöffnungen. Es wird wie normales Iso...

Kunst im Tageslicht betrachtet

Kunst im Tageslicht betrachtet

Die Stiftung »Das Maximum« präsentiert im bayerischen Traunreut nahe dem Chiemsee bedeutende Werke zeitgenössischer Kunst, unter anderem von Georg Baselitz und Andy Warho...

Architekturbüro mit Sichtbetonfassade

Architekturbüro mit Sichtbetonfassade

Der Neubau eines Architekturbüros ist für alle Beteiligten am Bau eine Herausforderung, denn letztlich ist das Bürogebäude die in Beton gegossene Visitenkarte des Archite...

Die höhere Mathematik der Ästhetik

Die höhere Mathematik der Ästhetik

Mehr als 20 Jahre sind vergangen, seit beim Entwurf der Titanaußenhaut für das Guggenheim-Museum in Bilbao erstmals die CAD-Software CATIA für ein renommiertes Gebäude ei...

Schaltbares Glas

Schaltbares Glas

Halio hat die Ästhetik seines intelligenten schaltbaren Glas-Systems auf das Wesentliche reduziert: völlige Farbneutralität und natürliche Transparenz wie ein herkömmlich...

Wohnungsbau mit System

Wohnungsbau mit System

Insgesamt 106 neue Wohnungen in drei Blöcken, die sich architektonisch, funktional und selbst finanzierungstechnisch unterscheiden und sich dennoch harmonisch zu einem in...

Weitere Artikel:

Anzeigen AZ-D1-D2-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.