Start Innovation Rohbau Holz als Baumaterial im historischen Kaifu-Bad in Hamburg

Holz als Baumaterial im historischen Kaifu-Bad in Hamburg

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Im Zuge des Sanierungsprojekts wurde eines der Schwimmbecken in ein Solebad umgestaltet. Was so einfach klingt, stellte nach Angabe von Manfred Voss vom Architekturbüro MRLV Architekten die Planer vor nicht alltägliche Herausforderungen. Solewasser verfügt über einen Salzgehalt von sechs Prozent. Das ist für Menschen gut, aber für Stahl schlecht. Der hohe Solegehalt führt zu einer enormen Korrosionsbelastung. Somit wussten die Architekten von Beginn an, dass sie mit einer Standardlösung nicht weit kommen würden.

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Der marode Dachstuhl des Kaifu-Bads wurde durch eine stahlfreie Konstruktion ersetzt. Für ein dauerhaft sicheres Tragwerk musste die Konstruktion zudem langfristig beständige Verbindungen beinhalten. Um die Aufgabe zu meistern, arbeitete das Architekturbüro mit dem Statiker Stefan Heidrich von WTM Engineers zusammen. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Dachkonstruktion ohne Metallträger und -verbinder – mit Holz als Hauptmaterial. Der Hintergrund: Holz ist der einzige Rohstoff, der eine große Beständigkeit gegenüber extremen Temperaturunterschieden, hoher Feuchtigkeit sowie durch Sole- und Chlorwasser bedingten Korrosionswirkungen aufweist. Zum Einsatz kamen dabei »Kerto-Q-Holzbinder« des finnischen Holzproduzenten Metsä Wood.

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Die »Kerto-Q-Holzbinder« des Primärtragwerks sind aus zwei Hälften konstruiert, die im First als gelenkiger Binderstoß gegeneinander verplattet und durch ein offenes Rundmetall gelenkig gelagert sind. Die Verwendung von »Kerto-Q-Platten« ermöglichte es, die Hauptbinder trotz einer Spannweite von 14 Metern in einer Stärke von nur 13 Zentimetern anzufertigen. Die mehrfach verleimten Furnierschichthölzer der »Kerto-Q-Platten« stellen bei relativ geringer Dicke hohe Festigkeitswerte sicher, mit denen eine sehr hohe Tragfähigkeit und zugleich eine sehr hohe Dimensionsstabilität erreicht wird. Zusätzlich ermöglichten die »Kerto-Q-Platten« einen bogenförmigen Zuschnitt der Unterseite der Träger, um das historisch tonnenförmige Gewölbe zu bewahren.

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Zwei übereinander liegende Reihen Pfetten, eine für das Dach und eine zweite für die Unterdecke, verbinden die Hauptbinder. Für deren Konstruktion wurde das schlanke und hochfeste Furnierschichtholz »LVL Metsä Wood Kerto-S« genutzt. Zusätzlich zur Plattenwirkung wurde die Dachschale aus Furnierschichtholz als statisch wirksame Dachscheibe herangezogen. Unter Verwendung von 69 Millimeter starken »Kerto-Q-Platten« übernimmt die Dachschale über eine Spannweite von 27,5 Meter die Aussteifung der freistehenden historischen Mauerwerkswände gegen die einwirkenden Querlasten aus Wind und Schiefstellung.

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Mit dem Einsatz von Furnierschichtholz, dem hohen Maß an Vorfertigung sowie einer großen Anzahl nicht-metallischer Steckverbindungen, markiert die Sanierung des Kaifu-Bads einen neuen Konstruktionsansatz in Deutschland. Dank des Einsatzes verschiedener Holzelemente stellt das Projekt auch einen ökonomischen Erfolg dar: Da alle Holzbauteile industriell vorgefertigt wurden, konnten sie direkt vor Ort installiert werden. Dadurch wurde erhebliche Bauzeit gespart. Die so generierten Einsparungen deckten zudem die Zusatzkosten für die anspruchsvolle Konstruktion und den Feuchteschutz ab.

Metsä Wood, www.metsawood.com

 

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