Start Innovation Rohbau warm edges: Optimierter Randverbund bei Isolierglas

warm edges: Optimierter Randverbund bei Isolierglas

 
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1101/glas-troesch.jpg


http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1101/innere-oberflaechentemperatur.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1101/tauwasserbildung-aussenlufttemperatur.jpg
Mit der am 01. Oktober 2009 in Kraft getretenen novellierten EnEV ist der Randverbund als letzte Schwachstelle moderner Isolierglasfenster ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die Defizite herkömmlicher Abstandhalter zeigen sich meist durch Tauwasserausfall im Randbereich von Isolierverglasungen. So genannte »warm edges« sollen dieses Phänomen verhindern – aber hier gibt es große Unterschiede. Das optimierte Randverbundsystem »ACSplus« weist laut Glas Trösch sehr gute Eigenschaften auf. Das flexible Silikonschaumprodukt mit mehrschichtiger Dampfsperre bietet eine optimierte Randverbundisolation.

Moderne Isoliergläser sind dank hocheffektiver »Low-E«-Wärmedämmbeschichtungen wie »SILVERSTAR« von Glas Trösch energetisch bis zur Grenze des technisch Machbaren optimiert. Die letzte Schwachstelle ist häufig der Randverbund. Herkömmliche Abstandhalter aus Aluminium besitzen eine hohe Wärmeleitfähigkeit und bilden so eine linienförmige Wärmebrücke – die Temperatur an der inneren Oberfläche der Verglasung sinkt zum Rahmen hin ab. Bei kalten Außentemperaturen tritt dann ein unerwünschtes physikalisches Phänomen auf: Die Luftfeuchte im Innenraum kondensiert auf den kälteren Randbereichen der Verglasung und kann langfristig Schimmelbildung am Rahmen verursachen. Schlecht isolierende Randverbundprofile vermindern außerdem die thermische Behaglichkeit und verschlechtern die Energiebilanz. Die Lösung bieten sogenannte »warm edges«, energetisch optimierte Abstandhalter, die für höhere Oberflächentemperaturen an der raumseitigen Glaskante sorgen. Sie reduzieren die Gefahr des Tauwasserausfalls auf ein Minimum. Auf diese Wirkungsweise ist der Name »ACSplus« zurückzuführen – »ACS« steht für »Anti Condensation System«.

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1101/acsplus-pumpbewegungen.jpg


http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1101/glas-troeschrandverbundsystem-acsplus.jpg
Das flexible Profil mit seinem dreifachen Dichtungssystem besteht aus einem thermisch fixierten Silikonstrukturschaum mit integriertem Trockenmittel zur Absorption von Feuchtigkeit. Es reduziert die Tauwasserbildung entlang der inneren Glaskante um bis zu 70 Prozent und sorgt so für ein gesundes Raumklima. Das Dichtungssystem schützt den Scheibenzwischenraum vor Feuchtigkeitseintritt oder Gasverlust. Die so erreichte Dampf- und Gasdiffusionsdichtheit sorgte bei Laborprüfungen für eine enorm erhöhte Lebensdauer von Isolierglasfenstern.

Silikonschaum zeichnet sich durch eine besonders hohe Elastizität bei gleichzeitig hervorragender Verformungsbeständigkeit aus, kann also unterschiedliche Dehnungen von Glas und Rahmenmaterialien aufnehmen ohne dauerhaft zu verformen. Starre Abstandhalter passen sich den durch UV-Strahlung, Temperaturwechsel, Windbelastung und Luftdruck verursachten natürlichen Expansions- und Kontraktionsbewegungen in Isolierglaseinheiten nicht an. Die Folge sind Spannungsrisse im Randverbund, die letztlich zu einem Dichtungsversagen führen können. Besonders positiv wirkt sich die hohe Verformungsbeständigkeit von »ACSplus« bei Dreifach-Isoliergläsern aus, da dort die natürlichen Pumpbewegungen noch stärker sind. Haltbarkeitstests unter Laborbedingungen zeigen: Der Schutz vor Spannungsrissen in Verbindung mit dem dreifachen Dichtungssystem und einer hohen Materialbeständigkeit gegen UV-Strahlung sowie Temperaturen aller Klimazonen macht mit »ACSplus« gefertigte Isolierglasfenster länger haltbar als herkömmliche Isolierglassysteme mit zweifacher Dichtungsebene. Durch die Verformbarkeit können auch fast unbegrenzt Sonderformen an Isoliergläsern hergestellt werden.

Herkömmliche Randverbundsysteme mit glänzender Oberfläche werden oft als optisch störend empfunden. »ACSplus« ist wahlweise in schwarz oder grau erhältlich und besitzt eine gleichmäßig glatte, samtig matte und reflexionsfreie Oberfläche. Eine computergesteuerte Einbau sorgt für einen geradlinigen Verlauf und exakte Eckausbildungen. Diese Gleichmäßigkeit ist besonders bei Dreifach-Isoliergläsern mit zwei parallelen Abstandhalterprofilen von großer Bedeutung. Einen optischen Vorteil bringt »ACSplus« durch seine niedrige Seitenansicht. Aufgrund der hohen Gestaltungsansprüche werden immer schmalere Profile und Rahmen entwickelt. Daher haben die meisten Kunststoff- und Holzfenster nur noch sehr niedrige Glaseinstände und Dichtungen. Hohe Standard-Abstandhalter werden dadurch schnell sichtbar. »ACSplus« ist bei variabler Profilbreite zwischen 8 und 22 Millimeter nur 7,3 Millimeter hoch - die Seitenansicht beträgt daher vom Glasrand aus nicht mehr als 10,3 Millimeter.

 Nicht zuletzt erzielt »ACSplus« gute Werte bei der thermischen Isolierung und erhöht so mit der inneren Glasoberflächentemperatur auch die Behaglichkeit im Innenraum. Mit einer thermischen Leitfähigkeit von nur 0,125 W/mK ist Silikonschaum erheblich weniger wärmeleitfähig als Aluminium. Dadurch lässt sich der Uw-Wert eines Fensters mit »ACSplus« um bis zu 0,1 W/m2K reduzieren, was eine deutliche Energie- bzw. Heizkosteneinsparung ergibt. So ermittelte das ift Rosenheim beispielsweise für ein einflügeliges, 148 Zentimeter hohes und 123 Zentimeter breites Einfachfenster mit »SANCO SILVERSTAR ENplus« Dreifach-Verglasung und einem Holzrahmenanteil von 30 Prozent eine Verbesserung des Uw-Wertes von 1,1 auf 0,99 W/m2K. Nimmt man eine Außentemperatur von -10°C und eine Innentemperatur von +20°C an, so steigt die Oberflächentemperatur im Randbereich der Glasinnenseite durch den Einsatz von »ACSplus« im Vergleich zu einem herkömmlichen Abstandhalter aus Aluminium um 4,1°C. Zur genauen Beurteilung der Tauwassergefahr ermittelte das ift auch die kritische Außenlufttemperatur, die bei einer Innenraumtemperatur von 20° und einer relativen Raumluftfeuchte von 50% im inneren Glasrandbereich des Fensters zur errechneten Taupunkttemperatur von 9,3°C führen würde. Mit »ACSplus« beträgt diese -17,7°C – mit Aluminium-Abstandhalter wären es nur 5,4°C.

Energetisch optimierte Abstandhalter schließen die die größte Schwachstelle in der Energieeffizienz von Isolierglasfenstern. »ACSplus« sorgt durch seine Verformungsbeständigkeit für eine lange Lebensdauer des Isolierglasfensters und besitzt als zusätzlichen Vorteil eine flache, edel matte Optik. Die Vorteile liegen auf der Hand und gewinnen noch an Relevanz, wenn energetisch optimierte Abstandhalter voraussichtlich mit der EnEV 2012 verbindlicher Standard werden.

Glas Trösch Beratungs GmbH, www.glastroesch.de

Oberstes Foto: Berschneider + Berschneider Architekten, Neumarkt i.d. OPf

Radikal und dramatisch: Restaurant Hueso von Architekt Ignacio Cadena

Radikal und dramatisch: Restaurant Hueso von Architekt Ignacio Cadena

Die subtile Schönheit einer unverstellten und puren Architektur will der mexikanische Architekt Ignacio Cadena im Restaurant Hueso zeigen. Hueso bedeutet »Knochen« und unverkennbar prägen die sterblichen Überreste der mexikanischen Fauna die Wände dieses einmaligen kulinarischen Ortes.

Corporate Design von Dittel Architekten für das Mannheimer Rathaus

Corporate Design von Dittel Architekten für das Mannheimer Rathaus

DIA – Dittel Architekten hat für das Rathaus E5 in Mannheim ein neues bauliches Corporate Design entwickelt und zeichnet für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes verantwortlich. Ziel der architektonischen und gestalterischen Maßnahmen war es, eine repräsentative Designsprache zu etablieren ...

Mikrohofhaus: Wohnen auf kleinstem Raum

Mikrohofhaus: Wohnen auf kleinstem Raum

Gewinner des Wettbewerb »Raumpioniere – Wohnen auf kleinstem Raum« sind die Architekten Florian Kaiser, Guobin Shen und Hans-Christian Bäcker des Stuttgarter Ateliers Kaiser Shen mit ihrem »Mikrohofhaus«.

Weitere Artikel:

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Streichelzoo. Verantwortlich dafür zeichnet der auf exklusive Wandmalerei spezialisierte Künstler Ulrich Allgaier.

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlungsheizung ermöglicht ein bedarfsgerechtes Heizen, wenn der Wintergarten genutzt wird und die Kraft der Sonne nicht ausreicht.

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es vereint Stadtverwaltung, Wohnungen, Büros sowie das Rotterdamer Stadtmuseum und schlägt eine architektonische Brücke zum denkmalges...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Strei...

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es v...

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlu...

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylgla...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und ...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die ...

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

H7, das Bürohaus von Andreas Heupel Architekten im alten Stadthafen von Münster, ist ein siebengeschossiger Holz-Hybridbau, der neue Maßstäbe im Hinblick auf Ökologie und...

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Die Profile des Fensters »cero« messen trotz der möglichen 15 Quadratmeter großen Scheibenelemente gerade einmal 34 Millimeter. Für die jeweiligen Anforderungen an Wärmed...

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Die neue Wirtschaftsuniversität in Wien ist die größte der Europäischen Union. Bisher befand sich die alte Wirtschaftsuniversität in einem Gebäude aus den 1970er-Jahren. ...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.