Simsala BIM

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Building Information Modeling (BIM) ist keine Hexerei – aber ein ernst zu nehmender Meilenstein für die gesamte Architektur- und Baubranche. Der smarte Prozess mit den fünf Dimensionen nimmt gerade richtig Fahrt auf und ist bald nicht mehr wegzudenken aus der täglichen Arbeit der Architekten und Planer. Heidelberger Kalksandstein ist mit seiner Tochtergesellschaft KS-Quadro einer der ersten deutschen Mauerwerkshersteller, der das Thema BIM von Anfang an proaktiv begleitet.

Wer BIM mit CAD gleichsetzt, der unterschätzt das Thema gewaltig. BIM ist eine modellbasierende Planungsmethode, die auf einem zentralen Datenmodell aufbaut. Im Laufe des Prozesses wird dieses Modell mit Echtzeitdaten aus allen Gewerken angereichert und bildet so den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks ab. Während CAD sich auf die drei räumlichen Dimensionen beschränkt, vereinen sich in BIM fünf Dimensionen: Länge, Breite, Höhe – und darüber hinaus Kosten und Zeit.

KS-Quadro, eine Tochtergesellschaft der Heidelberger Kalksandstein GmbH, hat die hohe Relevanz und Wichtigkeit von BIM erkannt. Während andere Hersteller noch abwarten, baut sich das Unternehmen in einem dreistufigen Prozess die entsprechende Kompetenz auf, um eine klare Führungsrolle unter den Mauerwerksherstellern einnehmen zu können.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1707/kalksandstein-ksquadro-bim.jpg

Schritt 1: BIM-Objekte
In einem ersten Schritt wurden BIM-Objekte von allen sieben Produktlinien der Produktfamilien KS-Quadro und KS-Quadro E erstellt. Neben der grafischen Aufbereitung beinhalten diese auch alle produktspezifischen Informationen wie Name, Beschreibung, bautechnische und bauphysikalische Spezifikationen. Das KS-Quadro-Mauerwerk kann so direkt in den Mauerwerks-Planungsprozess implementiert werden und ist damit bereits für den Einsatz in der Vorplanungsphase bestens geeignet. Die entsprechenden BIM-Objekte können im Online-Archiv www.bimobject.com heruntergeladen und direkt in CAD-Programme wie Archicad von Nemetschek oder Revit von Autodesk eingebettet werden.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1707/kalksandstein-wand-isometrie.jpg

Schritt 2: Gebäude-Modellierung
Mit dem zweiten innovativen Schritt, der Wandplanung in Gebäudemodellen, setzt sich KS-Quadro nun an die Spitze aller Kalksandsteinhersteller. Aus dem Baukasten aller Regel- und Passelemente, von 115 mm bis 365 mm Wandstärke, mit oder ohne integriertem Elektrokanal und aller Kimmsteine oder Stürze lassen sich Innen-, Außen-, Brand- und Kellerwände im individuell gewünschten Verbund digital planen. Dazu werden Gebäudemodelle über den IFC-Standard in die Elementierungssoftware eingelesen, bearbeitet und wieder zurückgespielt.

Verschiedene Varianten sind einfach durchzuspielen und lassen sich sowohl mit dem Design- als auch dem Technik-Auge beurteilen. Denn neben der Wandstärke gibt das System unter anderem auch Auskunft über die Wärmeleitfähigkeit, Rohdichte- und Festigkeitsklasse jeder geplanten Wand.

In BIM werden alle Planungsebenen zu einer Einheit zusammengeführt. Gerade beim KS-Quadro E-System ist dies von großem Vorteil. Denn die Steine verfügen über durchgehende vertikale Installationskanäle in der Steinmitte, durch die sich sehr einfach sämtliche Elektroleitungen, Telefon- und Datenleitungen führen lassen.

Um Kollisionen zu erkennen, müssen bei der klassischen CAD-Konstruktion alle Pläne, vom Ausführungs-, über den Statik-, bis zum Haustechnikplan noch manuell übereinandergelegt werden. Das ist nicht nur mühsam, sondern auch fehleranfällig – wie es das Beispiel Berliner Flughafen anschaulich beweist.

Mit dem modellhaften Durchspielen von Ideen und Varianten im BIM-Prozess mit eingebauten Kollisionsprüfungen, erkennt der Architekt nun aber bereits in der Planungsphase höchst effizient mögliche Probleme. Denn hier gibt es ein einziges federführendes System, in das alle betroffenen Gewerke ihre Informationen einbringen – von den drei Dimensionen Länge, Breite und Höhe bis hin zu 4D (Kosten) und 5D (Zeit). Mit diesem Wissen angereichert kann BIM den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks, von der Entwurfs- und Ausführungsplanung, über die Bauausführung, Dokumentation, bis hin zur Gebäudenutzung und -wartung begleiten.

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Schritt 3: Öffentlich-rechtliche Weichenstellung
Bei einem durchschnittlichen Bauprojekt schlagen Fehlleistungen mit zehn Prozent der Kosten zu Buche. Fehler, die man mit BIM in vielen Fällen hätte vermeiden können. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass BIM nicht nur für mehr Planungssicherheit und Transparenz steht, sondern dass sich damit auch die Baukosten um bis zu 25 Prozent reduzieren lassen. In Großbritannien, den Niederlande, Dänemark, Finnland und Norwegen ist Building Information Modeling heute schon eine verpflichtende Voraussetzung für die Erteilung von Aufträgen aus öffentlicher Hand. Bereits 2014 empfahl die Europäische Union, computergestützte Methoden wie BIM bei der Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen und Ausschreibungen zu nutzen. Bisher ist dies für Deutschland nur eine Richtlinie und noch nicht bindend. Doch das Blatt könnte sich bald schon wenden, denn die Nutzung von BIM dürfte über die gesamte europäische Architektur- und Baubranche hinweg die Kosten bei öffentlich finanzierten Bauprojekten reduzieren und den Steuerzahler damit deutlich entlasten.

BIM bedeutet aber auch für Architekten ein Umdenken. Zukünftig wird es noch wichtiger, bereits von Beginn an in fachübergreifenden Planungsteams zusammenzuarbeiten. Dazu wird es in naher Zukunft wichtig werden, auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen bis hin zur HOAI neu festzulegen.

www.bimobject.com

KS-Quadro Bausysteme GmbH
KS-Quadro, das Bausystem für rationelles Bauen im Baukastenprinzip, wurde 1995 in den Markt eingeführt und wird derzeit in 20 Kalksandsteinwerken von 12 führenden, mittelständischen Unternehmen und Konzernen flächendeckend in Deutschland sowie in der Schweiz angeboten. KS-Quadro ist eine eingetragene Marke. Aufgrund der Qualitätsanforderungen an das Bausystem werden die Produkte über eine Lizenz vertrieben. Lizenzgeber ist die KS-Quadro Bausysteme GmbH mit Sitz in Durmersheim, eine 100-prozentige Tochter der Heidelberger Kalksandstein GmbH, ebenfalls mit Sitz in Durmersheim.

 

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