Anzeige AZ-A2-728x90 R7
Start Innovation Türen/Tore Preisgekrönte Rekonstruktion

Preisgekrönte Rekonstruktion

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1302/naturkundemuseum-berlin-diener-diener-architekten-025.jpg

Das Museum für Naturkunde in Berlin ist eines der größten Naturkundemuseen in Deutschland. Um seinen Beständen einen würdigen Rahmen zu verleihen, wird das Gebäude kontinuierlich saniert bzw. modernisiert. Die jüngste Baumaßnahme rekonstruiert den zerstörten Ostflügel und schafft damit Platz für eine ungewöhnliche Ausstellung: die Nasssammlung. Hier werden ungefähr 276 000 Gläser mit Tierpräparaten gezeigt, die in insgesamt ca. 84 000 Liter Alkohol eingelegt sind. Damit geht jedoch auch eine erhöhte Brandlast einher. Die Brandschutztüren der Firma Hoba, Adelberg, sorgen für Sicherheit und fügen sich gleichzeitig harmonisch in die Architektur ein – die übrigens preisgekrönt ist.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1302/naturkundemuseum-berlin-diener-diener-architekten-052.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1302/naturkundemuseum-berlin-diener-diener-architekten-054.jpg

Beim Naturkundemuseum in Berlin handelt es sich um einen hellen Ziegelbau mit bogenförmigen Sprossenfenstern. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts entsprechend den Plänen von August Tiede errichtet und im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen. Nachdem diese den Ostflügel nahezu vollständig zerstört hatte, prägten jahrzehntelang Kriegsruinen das Umfeld des Museums. Erst in den 90er-Jahren wurde ein Wiederaufbau des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes gestartet. Dessen Planung übernahm das Schweizer Architekturbüro Diener & Diener mit Sitz in Basel und Berlin. Seitdem haben die Architekten schon mehrfach für das Naturkundemuseum in Berlin gearbeitet. Sie übernahmen die Renovierung des großen Sauriersaales, weiterer Ausstellungshallen und einiger Treppenhäuser. Fortwährend vertrauten sie dabei auf die Qualität der Hoba-Brandschutztüren.

Ein entscheidender Grund hierfür ist, dass das Unternehmen Brandschutzlösungen anbietet, die immer individuell auf das jeweilige Objekt abgestimmt sind. Bei den Brandschutztüren in den sanierten Treppenhäusern des Naturkundemuseums bedeutete dies, dass die Elemente entsprechend den alten Vorlagen gefertigt werden mussten. Denn die Türen hatten zwar den aktuellen Brandschutzbestimmungen der DIN 18095 zu entsprechen, sollten aber exakt so aussehen wie die Originaltüren aus dem 18. Jahrhundert. Dies gelang der Firma Hoba, indem sie ähnliche Türbänder, Türdrücker, Scharniere und Dekor-Elemente verwendete, wie sie bei den alten Türen eingesetzt waren, und die moderne Technik innerhalb der Brandschutztür bzw. in der Wand versteckte. Zudem setzen die Einbaubetriebe in Abstimmung mit den Hoba-Mitarbeitern eine Oberflächenbehandlung ein, die der ursprünglichen Stricklackoptik sehr nahekam.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1302/naturkundemuseum-berlin-diener-diener-architekten-113.jpg

Ähnlich akribisch gingen sie auch beim Sauriersaal vor. Mit dem Skelett des 13,27 Meter hohen Brachiosaurus brancai (größtes montiertes Dinosaurierskelett der Welt) ist dieser Raum ein zentraler Ort des Museums. Der im Jahr 2007 baulich sanierte und konzeptionell neu gestaltete Saal, ist mit einer großzügigen Glaskuppel überdacht und erstreckt sich über zwei Vollgeschosse. Im oberen Geschoss bietet ein Rundlauf durch regelmäßig angeordnete Fenster einen schönen Blick in den Sauriersaal sowie auf die dort gezeigten Exponate. Mit ihren großzügigen Rundbögen und der Sprossenaufteilung entsprechen diese Innenraumfenster mit ihrem weiß gestrichenen Holz vollständig dem Baustil, in dem sie ursprünglich geplant wurden. Da dieser Umlauf im Notfall als Fluchtweg dient, konnte Hoba ihr Fachwissen zur Anwendung bringen, um die Elemente mit der entsprechenden Brandschutztechnik auszustatten. Auch hier durfte die Technik nicht zu sehen sein, weil die neuen Fenster ihrem originalen Vorbild vollständig entsprechen mussten.

Während beim Sauriersaal, den Ausstellungshallen und den Treppenhäusern nur die normalen Anforderungen einer Versammlungsstätte zu erfüllen waren, stellte die Sanierung des Ostflügels erheblich höhere Anforderungen an die Verantwortlichen. Hier befindet sich nämlich die sogenannte Nasssammlung. Dabei handelt es sich um Fische, Reptilien und Säuger, die in Alkohol eingelegt wurden und zum Teil über 200 Jahre alt sind. Bisher dienten diese nur zu Forschungszwecken, doch jetzt können sie zusätzlich auch von der Öffentlichkeit bewundert werden. Allerdings ist der Alkohol in den Gläsern extrem leicht entflammbar.

So stellt diese Ausstellung aufgrund der gigantischen Menge an Alkohol das größte kulturelle Gefahrenstofflager Berlins dar. Dementsprechend hoch fallen die Sicherheitsmaßnahmen aus. Um einen Brand zu vermeiden, sorgt eine Klimaanlage für eine gleichmäßig kühle Raumtemperatur. Für den absoluten Notfall stehen eine Gaslöschanlage und die Hoba-Brandschutztüren zur Verfügung. Sie halten einem Feuer, mit einer Hitze von bis zu 1000 C° nicht nur 30 oder 90 Minuten stand, sondern sie verhindern auch den Zustrom von Sauerstoff und sorgen so dafür, dass der Brand eingedämmt wird. Wie bereits bei allen anderen Brandschutztüren und -fenstern legten die Architekten auch hier großen Wert darauf, dass sich die Brandschutztür von der Originalvorlage so gut wie nicht unterscheidet. So verknüpften sie gekonnt die alten Proportionen mit der aktuellen Bautechnik.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1302/naturkundemuseum-berlin-diener-diener-architekten-067.jpg

Ein konzeptioneller Ansatz, der nicht nur in der Gestaltung der Türen und Fenster zu erkennen ist, sondern sich durch die gesamte Gebäudeplanung zieht und dem Architekturbüro Diener & Diener den DAM-Preis für Architektur einbrachte. Dieser Preis wird seit über 30 Jahren verliehen und zeichnet Projekte aus, an denen sich die moderne architektonische Entwicklung gut widerspiegelt. Besonders gefiel den DAM-Juroren die Rekonstruktion der zerstörten Ostflügelfassade. Hier ließen die Architekten einen Abguss von einem intakten alten Fassadenstück fertigen und mit dessen Hilfe Betonfertigteile herstellen. Diese traten an die Stelle der zerstörten Fassadenelemente. Dass die dabei angedeuteten Fenster keine Öffnung besitzen, ist der inneren Nutzung geschuldet, denn dahinter ist ein Teil der Nasssammlung untergebracht. Diese sensible Rekonstruktion gefiel der Jury so gut, dass es in der Auswahlbegründung heißt, es sei den Architekten gelungen, einen »… neuen Klassiker für den Umgang mit dem Bestand zu schaffen …«.

Bautafel

Architekt: Diener & Diener Architekten, www.dienerdiener.de

Bauherr: Humboldt-Universität zu Berlin, www.hu-berlin.de

Brandschutztüren: Holzbau Schmid GmbH & Co. KG, www.hoba.de

 

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Im zweitgrößten Barockschloss Europas kreiert schneider+schumacher ein modernes Studien- und Konferenzzentrum für die Mannheim Business School. Die in den Garten eingeschnittene Anlage bildet zusammen mit dem historischen Schloss eine markante neue Einheit, die symbolisch für die Bewahrung der Tradi...

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

Das Büro DEGELO Architekten aus Basel hat den ersten Preis beim Wettbewerb zur künftigen Gestaltung des neuen Konferenzzentrums in der Heidelberger Bahnstadt gewonnen. Das Preisgericht wählte den Entwurf unter 22 eingereichten Arbeiten aus.

Chicago Architecture Biennial

Chicago Architecture Biennial

Als Kunst- und Kulturstadt ist die zweitgrösste Stadt in den USA bislang nicht bekannt. Das größere New York hat hier doch deutlich mehr Strahlkraft. Aber Chicago legt nach und zeigt deutliche Anzeichen, sich als Kulturstätte neu zu erfinden. Ein besonderes Event ist die Chicago Architecture Biennia...

Weitere Artikel:

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylglas-Kunststoff. Sie fassen sich im Vergleich zu Glasschiebetüren warm an und sind unempfindlich gegenüber Verschmutzungen.

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und weiterhin sinnvoll zu nutzen, wählten die Betreiber einen recht ungewöhnlichen Weg: die Umwandlung der Brennerei Weißenfeld in ein...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die neue Parklandschaft, welche die Grün Berlin GmbH im Auftrag des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf realisierte, breitet sich in einem...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylgla...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und ...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die ...

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

H7, das Bürohaus von Andreas Heupel Architekten im alten Stadthafen von Münster, ist ein siebengeschossiger Holz-Hybridbau, der neue Maßstäbe im Hinblick auf Ökologie und...

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Die Profile des Fensters »cero« messen trotz der möglichen 15 Quadratmeter großen Scheibenelemente gerade einmal 34 Millimeter. Für die jeweiligen Anforderungen an Wärmed...

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Die neue Wirtschaftsuniversität in Wien ist die größte der Europäischen Union. Bisher befand sich die alte Wirtschaftsuniversität in einem Gebäude aus den 1970er-Jahren. ...

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Es ist ein eigenwilliges Gebäude, das 1967 nach dem Entwurf des Architekten Wolfgang Döring in nur sechs Tagen auf einem Erbpachtgrundstück der Elly-Hölterhoff-Böcking-St...

Oberflächentrends bei Innentüren

Oberflächentrends bei Innentüren

Die heutigen Sortimentsdimensionen des Bauens und Planens verlangen nach strukturierten Lösungen für Oberflächen wie beispielsweise bei Innentüren. Aufgrund des Überangeb...

Keukenhof in Lisse bei Amsterdam von Mecanoo

Keukenhof in Lisse bei Amsterdam von Mecanoo

Der Keukenhof in Lisse bei Amsterdam ist das internationale Schaufenster der niederländischen Blumenzucht. In den acht Wochen von Anfang März bis Mitte Mai wird dort geze...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.