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Bildungszentrum mit Modellcharakter als PPP-Schulprojekt

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Der SeeCampus Niederlausitz ist ein Infrastrukturprojekt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Auf einer vorher bergbaulich sanierten Grundstücksfläche wurde ein 3-geschossiges Bildungszentrum errichtet, in dem zwei Schulen untergebracht sind sowie eine öffentliche Sporthalle, Bibliothek, Cafeteria und umfangreiche Außenanlagen. Durch die energieeffiziente und sozio-ökologische Ausrichtung kommt diesem Projekt ein Modellcharakter zu. Während der Bauzeit 2010 wurde das Projekt mit dem »Innovationspreis für Öffentlich-private Partnerschaften« (PPP) in der Kategorie Schule ausgezeichnet. Im Sommer 2012 ist der zertifizierte Passivhaus-Gebäudekomplex mit dem innovativen DGNB-Zertifikat in Silber der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet worden.

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Federführend für das Projekt war neben dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz von Anfang an die BASF Schwarzheide GmbH. Ausgangspunkt der Überlegungen waren stark zurückgehende Schülerzahlen in der Region verbunden mit hohem Sanierungsbedarf der Bildungseinrichtungen und dem Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Beim PPP-Projekt SeeCampus Niederlausitz bildet die Konzentration von zwei Schulen in einem Gebäude unter Einbeziehung weiterer Nutzer die Grundlage für eine erhebliche Betriebskostenreduzierung.

Beim Land Brandenburg, den betroffenen Städten Lauchhammer und Schwarzheide und der regionalen Wirtschaft fand die Projektidee sofort Zustimmung, allerdings unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Um die Möglichkeiten auszuloten, wurde ein moderierter Prozess begonnen. Die Projektentwicklungskosten und die Moderation übernahm die BASF, unterstützt von der Luwoge Consult, einem Partner für ganzheitliches Bauen und Modernisieren. Vorgaben waren z.B. der Passivhausstandard, eine sozio-ökologische Bauweise, ein innovatives und effizientes Gebäudemanagement, die Einbeziehung der Betriebskosten in die Investitionsentscheidung, die Mehrfachnutzung zur Kostensenkung, eine sinnvolle funktionale Anordnung und eine hochwertige Ausstattung. Das zu erwartende Ergebnis sollte zertifiziert sowie durch ein Forschungsprojekt bewertet und optimiert werden. Schließlich wurde europaweit ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Von der Jury wurde das Projekt als Modellvorhaben einer »Schule im 21. Jahrhundert« empfohlen.

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2003 entschied sich der Landkreis Oberspreewald-Lausitz als Schulträger zur Realisierung des Projekts. Als Standort wurde ein ehemaliges Bergbaugelände zwischen Schwarzheide und Lauchhammer bestätigt. Die Beteiligten suchten gemeinsam nach Fördermitteln und Wegen zur Realisierung. BASF sowie die Städte Lauchhammer und Schwarzheide hatten inzwischen ihre Beteiligung zugesagt. Im Jahr 2006 erarbeitete die Stadt Schwarzheide unter Beteiligung der Stadt Lauchhammer den Flächennutzungsplan und nachfolgend den Bebauungsplan. Ein Jahr später begann die Vorentwurfsplanung. Im Jahr 2007 beschloss der Kreistag die Umsetzung des Projektes im Rahmen eines PPP-Modells (»Public Private Partnership« bzw. »Öffentlich-private Partnerschaft«, ÖPP). Angesichts geringer finanzieller Spielräume der Kommunen waren alternative Wege gefragt, um mit den verfügbaren Ressourcen den größtmöglichen Investitionserfolg zu erzielen. PPP-Projekte verfolgen das Ziel, durch eine langfristige Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und der privaten Wirtschaft Infrastrukturprojekte effizienter zu realisieren.

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Vorgegeben waren der Passivhausstandard, das Funktionsschema, das Raumprogramm und die Außenanlagen. In allen anderen Bereichen bestand Gestaltungsspielraum. Das Vergabeverfahren für das PPP-Projekt SeeCampus Niederlausitz begann im August 2008 mit der EU-weiten Ausschreibung. In den Auswertungskriterien wurden nachhaltige Faktoren wie Energieeffizienz und sozio-ökologische Bauweise besonders berücksichtigt. Im Juli 2009 erhielt die Hermann Kirchner Projektgesellschaft mbH den Zuschlag.

Eine wichtige Vereinbarung der Projektpartner zur Machbarkeitsentscheidung waren nicht nur die Projektkosten, sondern auch die Betriebskosten über 30 Jahre zugrunde zu legen. Hochwertige Materialien oder Baulösungen sind teuer, aber über den Nutzungszeitraum (Lebenszyklus) gesehen wirtschaftlich oft günstiger. Ursachen dafür sind höhere Energieeinsparungen, längere Lebensdauer oder geringere Wartungskosten. Nur unter Einbezug der gesamten Lebenszykluskosten kann man die Nachhaltigkeit eines solchen Projektes sinnvoll bewerten. Der SeeCampus Niederlausitz hat gerade in Bezug auf die Finanzierung bzw. Lebenszykluskostenbetrachtung bei der DGNB herausragend abgeschnitten. Bemerkenswert ist zudem, dass durch die Entscheidung für das PPP-Verfahren etwa 10 Prozent der Kosten eingespart wurden.

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Der SeeCampus wurde in Rekordzeit errichtet. Am 27. Oktober 2009 war die bergbauliche Sanierung beendet und bereits am 21. Dezember wurde der Grundstein gelegt und im Mai 2010 konnte das Richtfest gefeiert werden. Fertigstellung und Abnahme des Projekts erfolgten am 31. Januar 2011. Auf einem Grundstück von 58.500 Quadratmetern wurde ein dreigeschossiges Gebäude mit 106 Metern Länge und 52,9 Metern Breite mit einer Bruttogeschossfläche von 14.200 Quadratmetern und einer Nutzfläche von 8.350 Quadratmetern errichtet. Das Gebäude beherbergt ein Gymnasium und Teile eines Oberstufenzentrums, die durch Synergien wie der gemeinsamen Nutzung der Räumlichkeiten und technischen Einrichtungen die Effizienz des Betriebes verbessern. 51 Unterrichtsräume und die Verwaltungsbereiche sind im Gebäude enthalten. Eine Sporthalle mit 200 Tribünenplätzen, eine Bibliothek und die Cafeteria werden auch von der Öffentlichkeit genutzt, ebenso wie der Außenbereich. Hier befinden sich zusätzlich 200 Parkplätze, Bushaltestelle und Sportanlagen. Das Gesamtareal entwickelt sich so zum kulturellen und sportlichen Zentrum der Region.

Grundlage für die hohe Energieeffizienz des Gebäudes sind die gut gedämmte Hülle und die auf den geringen Energieverbrauch angepasste technische Gebäudeausrüstung. Im Projekt SeeCampus bedeutete dies den Einbau von innovativem Dämmmaterial wie einem EPS-Dämmstoff mit Graphiteinschluss zur Verminderung der Wärmeleitfähigkeit, passivhauszertifizierter Fenster sowie die konsequente Vermeidung von Wärmebrücken. Einen wichtigen Beitrag leistet die Haustechnik mit einer leistungsfähigen, volumenstromabhängigen Lüftungsanlage in Verbindung mit einer aktiven CO2-Steuerung in den Klassenräumen. Dies bestätigen auch die Messungen der Emissionen. Die eingebaute Gas-Brennwert-Kesselkaskade, die Gasmotorwärmepumpe und die thermische Solaranlage sind ebenfalls Grundlage für einen geringen Energieverbrauch.

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Die BASF engagiert sich auch nach der Fertigstellung des Gebäudes in Zusammenarbeit mit dem Landkreis für eine weitere Optimierung. In einem Forschungsprojekt sollen die Nutzerfreundlichkeit und die Effizienz des Gebäudes mittels Monitoring untersucht werden. Was den Bildungsaspekt betrifft, so hat die BASF mit Vertretern der lokalen Wirtschaft, den Kommunen sowie dem Bildungsbereich die sogenannte MINTplus-Initiative ins Leben gerufen. Damit werden bilinguale und naturwissenschaftliche Bildung in Gymnasien und Oberstufenzentren besonders gefördert.

 

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