Das Hochhaus ist zurück und der Aufzug startet durch

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1712/schindler-aufzug-01.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1712/schindler-aufzug-02.jpg

Mit dem Comeback der Hochhäuser wird der Aufzug vor neue Herausforderungen gestellt. Dr. Meinolf Pohle, Vorsitz der Geschäftsführung der Schindler Deutschland AG & Co. KG, spricht über die Relevanz des Aufzugs und seine technische Entwicklung.

Rolf Mauer: Egal in welcher Immobilienbranche, ob in Wohn- oder Bürogebäuden, Hochhäuser erleben aktuell ihr Comeback. Herr Dr. Pohle, welche Rolle spielt da der Aufzug?

Meinolf Pohle: Der Aufzug spielt eine zunehmend wichtigere Rolle. Durch die höhere Lebenserwartung und den damit einhergehenden demografischen Wandel werden barrierefreie Zugänge immer wichtiger. Deshalb werden auch schon in zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern Aufzüge eingesetzt. Abgesehen davon werden wieder deutlich mehr und vor allem auch wesentlich höhere Hochhäuser gebaut. Hier sind Aufzugsanlagen ein Muss.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1712/schindler-aufzug-03-meinolf-pohle.jpg

Rolf Mauer:Stellt die zunehmende Höhe der Gebäude neue Anforderungen an die Aufzugstechnik?

Meinolf Pohle: Für den Großteil der Hochhäuser in Deutschland sind die gängigen Serienmodelle wie unser Schindler 5500 bestens geeignet. Bei außergewöhnlichen Höhen ab 150 m sollten der Antrieb, die Steuerung und Regelung auf die Einbausituation abgestimmt werden. Wichtig ist, die Verkehrsströme innerhalb des Gebäudes schon im Voraus zu planen, um eine reibungslose Mobilität zu gewährleisten.

Rolf Mauer: Wie wird Schindler diesen Anforderungen gerecht?

Meinolf Pohle: Mit einem Verkehrsmanagementsystem wie PORT können Aufzugsanlagen effizienter und energiesparender ausgelastet werden. Das System funktioniert zunächst wie eine moderne Zielrufsteuerung für Aufzugsgruppen. Das heißt: Der Nutzer gibt nicht erst in der Kabine, sondern bereits vor dem Betreten seine Wunschetage an. Daraufhin wird Personen mit identischem Ziel derselbe Aufzug zugewiesen. Das vermeidet Zwischenstopps und jeder kommt schneller an.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1712/schindler-aufzug-05.jpg

Rolf Mauer: Was kann der Aufzug von morgen?

Meinolf Pohle: Auf der Hannover Messe haben wir Schindler Ahead vorgestellt. Damit ist das Internet der Fahrstühle bereits jetzt Realität. Die neuen Features ermöglichen einen vorausschauenden Service mit umfassenden Diagnosen und Analysen. So lassen sich Stillstandszeiten verringern und Betriebskosten senken, da der Aufzug mögliche Defekte in Echtzeit auf die Smartphones unserer Service Techniker sendet.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1712/schindler-aufzug-06.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2017/1712/schindler-aufzug-04.jpg

Rolf Mauer:Das sind schon einige technische Fortschritte. Wie werden sich die Preise durch die ganzen neuen Features entwickeln?

Meinolf Pohle: Die technischen Mittel sind keine Kostentreiber, im Gegenteil. Der Aufzug von heute und morgen kann sogar Kosten einsparen. Allerdings haben wir aufgrund des Baubooms und der damit verbundenen Masse an Aufträgen unsere Montagekapazitäten erweitert und Fachpersonal ausgebildet. Zusätzlich werden Rohstoffe wie Stahl teurer. Dadurch lässt sich eine geringfügige Preisanpassung leider nicht umgehen. Generell sind unsere Kunden aber mit dem gesamten Preis-Leistungsverhältnis und unserem zuverlässigen Service sehr zufrieden.

Rolf Mauer: Sie sagten, der Aufzug von morgen kann Kosten einsparen? Wie ist das möglich?

Meinolf Pohle: Neben der Ersparnisse durch präventive Wartungsarbeiten kann der Aufzug Energie rückgewinnen, indem er seine Bremsenergie umwandelt. Je weiter die Strecke ist, desto mehr Strom kann so gewonnen und ins eigene Netz rückgeführt oder für die weiteren Aufzüge einer Gruppe genutzt werden.

Zurück nach Oben

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.