15
Sep

Holzhäuser von M3H architecten in Amsterdam

Projekte (d)

In den letzten zehn Jahren hat sich die Wenslauerstraße im Amsterdamer Bellamy Viertel stark verändert. Das Viertel, niederländisch Bellamybuurt genannt, liegt zwischen der Bilderdijkkade, Kinkerstraat und Tweede Kostverlorenkade und gehörte zur ersten Stadtausbreitung außerhalb des Amsterdamer Grachtengürtel.

In Zusammenarbeit mit Stadt, der Wohnungsbaugenossenschaft Stadgenoot und verschiedenen Privatpersonen, Architekten und Projektentwicklern sind dutzende Häuser in der kleinen Straße renoviert und mehr als zehn alte Häuser abgerissen und durch Neubauten ersetzt worden. Ursprünglich war das Bellamy Viertel ein Viertel mit einer Mischnutzung von Wohnen und Arbeiten. Im Jahr 2011 hatten die Architekten von M3H dort bereits ein Gebäude renoviert und daneben ein neues Haus aus Stahl entworfen. Mit dem aktuellen Projekt wurden fünf Wohnungen gebaut: zwei Familienhäuser mit Garten und drei kleine Etagenwohnungen.

Um es für die Bewohner finanzierbar und ökonomisch interessant zu machen vor Ort zu renovieren bzw. neu zu bauen, wurde ein erweiternder Aus- oder Aufbau der oft kleinen Häuser genehmigt. Diese Erweiterungsmöglichkeiten sind in einer Volumenstudie als Teil einer städtebaulichen Analyse aus dem Jahr 2005 festgelegt. Die Volumenstudie basiert unter anderem auf einer Untersuchung der Sonneneinstrahlung in der engen Straße. Des Weiteren wurde angestrebt die bestehende Vielfalt an Fassaden und die Optik der gestaffelten Strassenfluchten und Gebäudehöhen zu erhalten.

Das Bauvolumen für das von M3H entworfene Ensemble ist durch die in der Volumenstudie festgestellten Grenzen begrenzt. Für die Hausnummern 65 und 67 war zur Straßenseite hin eine einstöckige Bebauung mit Satteldach möglich. Hier sind zwei Einfamilienhäuser mit Gärten realisiert. Aufgrund der Dachschräge gibt es viel Tageslicht in der engen Straße. Das Fenster im Dachfirst sorgt dafür, dass die Sonne ebenfalls in die auf der Nordseite liegende Küche und in das Schlafzimmer fällt.

Nummer 69 steht neben einem vierstöckigen Gebäude. Hier war eine dreistöckige Bebauung erlaubt. In ihr sind drei kleine Wohnungen untergebracht. Jede Wohnung hat ihre eigenen räumliche Qualitäten und einen Platz im Freien.

Die Wohnung im Erdgeschoss bietet einen kleinen Patio nach Süden an dem das Wohnzimmer und das Schlafzimmer liegen. Über den gepflasterten Patio ergibt sich eine lange Sichtlinie, die durch die ganze Wohnung verläuft.

Die Wohnung im ersten Stock hat eine Terrasse nach Süden und die Wohnung im zweiten Stock als Außenbereich eine Dachterrasse. Letztere hat außerdem ein spezielles Übereckfenster an der Vorderseite mit Ausblick auf die ganze Straße. Auf der Rückseite der beiden Wohnungen, im ersten wie auch im zweiten Stockwerk, bieten die Eckfenster Blick auf den Innenhof.

Obwohl es sich zum Teil um sehr kleine Wohnungen handelt, haben diese durch den großzügigen Tageslichteintritt, den Ausblick und die großzügigen Außenräume eine eigene Qualität und wirken nicht beengend.

Die Giebel, Dachgauben und geneigte Dachflächen sind komplett mit Holzlatten verkleidet. Dadurch entsteht ein skulpturales Volumen mit einer eigensinnigen Ausstrahlung, die sehr gut zur Häuservielfalt in der Wenslauerstraße passt. Die einfache und klare Detaillierung verstärkt den skulpturalen Charakter.

Das verwendete Sucupira Amarela Holz ist unbehandelt und FSC-zertifiziert. Es wird innerhalb von zwei Jahren gleichmäßig vergrauen. Existenziell bei der Verwendung von unbehandeltem Holz im niederländischen Klima ist, dass die Holzfassade gut belüftet wird, damit das Holz nach Regen schnell trocknen kann. Die Unterkonstruktion der Holz Skelettbau Fassade hat eine wasserdichte Lage Bitumen. Hier sind die Holzlatten durch eine Doppellattenkonstruktion vorgesetzt. Dachrinnen und Fallrohre konnten so geschickt hinter der Holzfassade verborgen werden. An der Sichtseite sind die Lamellen abgeschrägt, dadurch kann das Wasser besser abfließen und Holzfront und Dach wiederspiegeln in einem schönen Schattenspiel den unterschiedlichen Lichteinfall.

Das Projekt wurde von Sticks & Stones Developments Ltd. realisiert und von Struktur BV erbaut.

Projektteam M3H architecten: Tobias Bader, Machiel Spaan, Wouter Kroeze, Marc Reniers, www.m3h.nl 

 


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Einzigartige Architektur und große Kunstwerke strahlen jetzt noch mehr durch die neue Innenbeleuchtung im Petersdom.

Beleuchtung

Fotos: Joachim Grothus für blocher partners

Projekte (d)

Helle, horizontale Bänder heben die Geschossdecken hervor und trennen die 22 Etagen optisch voneinander. Die Glasfassade tritt in den Hintergrund. Bild: Solarlux GmbH

Fassade

Cambridge Mosque. Foto: Blumer-Lehmann AG

Termine

Bild: Georg Aerni und schindlersalmerón

Einrichtung

Wirkt in jedem Umfeld großzügig und komfortabel: der High table des Programms 9500/9550 von Kusch-Co. In dieser Ausführung mit der neuen, samtigen Oberfläche (FENIX®) mit Anti-Fingerprint-Eigenschaften. Foto: Kusch+Co.

Einrichtung

Glänzender Effekt: Im geschliffenen Betonboden spiegeln sich die Lichtquellen. Foto: HG Esch

Hochbau

Bildrechte: C.Konrad + St.Schneider Minidommarchiv 1991

Termine

Mit dabei in der Wienerberger Designkollektion „Urban“: Der stranggepresste „Dresden“ in Anthrazit. Der Fassade des „Auditorium Maximum“ in Krakau verleiht er eine moderne, stilsichere Optik. Für den Gebäudekomplex von 4.200 m² Fläche kamen 150.000 Klinker zum Einsatz. Bild: Wienerberger

Fachliteratur

Bild: Westfalenhallen Unternehmensgruppe

Fachartikel

Mit Motivdruck lassen sich raumhohe WC-Trennwandsysteme aus Sandwichelementen individualisieren. Foto: Schäfer Trennwandsysteme

Innenausbau

Fotos: Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten

Außenraum

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