20
Jan

Chicago Architecture Biennial

Projekte (d)

Video in englischer Sprache, ca. 30 Sekunden

Als Kunst- und Kulturstadt ist die zweitgrößte Stadt in den USA bislang nicht bekannt. Das grössere New York hat hier doch deutlich mehr Strahlkraft. Aber Chicago legt nach und zeigt deutliche Anzeichen, sich als Kulturstätte neu zu erfinden. Ein besonderes Event ist die Chicago Architecture Biennial, die 2017 zum zweiten Mal veranstaltet wird.

Die Stadt am Michigansee hat auch einiges zu zeigen. Chicago ist eine Stadt der Moderne. Ein katastrophaler Schicksalsschlag – das große Feuer von 1871, das die Stadt fast bis auf die Grundmauern niederbrannte – entwickelte sich zu der wohl größten Chance Chicagos. Man beauftrage die besten Architekten und Planer Amerikas mit dem Wiederaufbau der Stadt. Durch die sprichwörtlich weiße Leinwand, die ihnen zur Verfügung stand, schufen die Architekten ein Stadtbild aus Bauten, die man so noch nie zuvor gesehen hatte. Darunter die weltweit ersten Wolkenkratzer mit Stahlrahmenkonstruktion. Mit dem Home Insurance Building wurde hier 1885 von dem Bauingenieur William Le Baron Jenney ein Gebäude erstellt, welches aufgrund seiner damals einmaligen Höhe von 42 Metern und zehn Etagen als erstes modernes Hochhaus der Welt gilt. Das Gebäude wurde 1931 wieder abgerissen.

Bis heute zählt Chicago zu den architektonisch wichtigsten Städten der Welt. Bei einem Spaziergang durch die Straßenschluchten trifft man auf das »Who is Who« der internationalen Architekturgeschichte. Ludwig Mies van der Rohe und seine Doppel-Wohntürme am Lake Shore Drive, das Robie Haus von Frank Lloyd Wright, dessen Prairie Style seinen Ursprung in Chicago hat, das Rookery und das Reliance Building von Daniel Burnham, gewagte Entwürfe von Helmut Jahn, wie das James R. Thompson Center oder der United Airlines Terminal am O’Hare Airport, und natürlich eines der Wahrzeichen der Stadt, der Jay Pritzker Pavilion im Millenium Park, entworfen von Frank Gehry.

Bis zum 7. Januar 2018 findet die Chicago Architecture Biennial im Chicago Cultural Center statt, einem eindrucksvollen neoklassizistischen Bau, den man auch außerhalb von Ausstellungen unbedingt besuchen sollte

Bis zum 7. Januar 2018 findet die Chicago Architecture Biennial im Chicago Cultural Center statt, einem eindrucksvollen neoklassizistischen Bau, den man auch außerhalb von Ausstellungen unbedingt besuchen sollte. Die Chicago Architecture Biennial bietet eine Plattform für architektonische Projekte und räumliche Experimente, die zeigen, wie Kreativität und Innovation unsere gelebte Erfahrung radikal verändern können. Durch die Konstellation an verschiedenen Ausstellungen, Installationen und Veranstaltungen lädt die Chicago Architecture Biennial die Öffentlichkeit ein, sich mit neuen und unerwarteten Ideen aus dem Bereich der Architektur auseinanderzusetzen und an einer globalen Diskussion über die Zukunft der Industrie teilzunehmen.

Über 100 Teilnehmer aus 20 Ländern für die diesjährige Veranstaltung unter dem Motto »Make New History« ausgewählt. Die diesjährigen Teilnehmer stehen für die Zukunft von Architektur und Design, das gleichzeitig in der Geschichte verwurzelt ist. Durch die Präsentation einer Vielzahl von Arbeiten möchte man Besuchern aller Art, von Vorreitern aus der weltweiten Architekturszene bis hin zu architekturinteressierten Besuchern, einen Einblick in die moderne Architektur geben und aufzeigen, wie Architektur auf der ganzen Welt Geschichte schreibt.

In diesem Jahr nehmen unter anderem teil:

Francis Kéré, Courtesy of Chicago Architecture Biennial, Foto Erik-Jan Ouwerkerk, 2017

Francis Kéré, Courtesy of Chicago Architecture Biennial, Foto Erik-Jan Ouwerkerk, 2017

Francis Kéré – einer der wichtigsten Vertreter der sozial engagierten Architektur und diesjähriger Architekt des Serpentine Pavillons

Frank Barkow und Regine Leibinger, Courtesy of Chicago Architecture Biennial, Foto Corine Rose, 2017

Frank Barkow und Regine Leibinger, Courtesy of Chicago Architecture Biennial, Foto Corine Rose, 2017

Barkow Leibinger – Architekturduo aus Berlin. Regine Leibinger ist seit 2006 Professorin für Baukonstruktion und Entwerfen an der TU Berlin

Kuehn Malvezzi, Courtesy of Chicago Architecture Biennial, Foto Frank Zauritz, 2017

Kuehn Malvezzi, Courtesy of Chicago Architecture Biennial, Foto Frank Zauritz, 2017

Kuehn Malvezzi - Kuehn Malvezzi zeichnet unter anderem für die Neupräsentation zahlreicher historischer und zeitgenössischer Sammlungen verantwortlich, darunter die Österreichische Galerie Belvedere im Schloss Belvedere in Wien, die Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt am Main, das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig sowie das Kunstgewerbemuseum Berlin

Thomas Baecker Bettine Kraus – Architektenduo verantwortlich u.a. für die Umsetzung des Heart House Private Club in München, der Spreestudios oder Nike Spirit Rooms

Darüber hinaus feiert Chicago in diesem Jahr das 150-jährige Jubiläum des 1867 geborenen Frank Lloyd Wright.

chicagoarchitecturebiennial.org


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Projekte (d)

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