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Apr

Oliv Architekten revitalisieren das PEAK Bürogebäude in München

Beim Betreten des zentralen Platzes empfangen den Besucher heute spektakuläre, dreidimensionale Fassadenelemente, die dem Ort eine ganz eigene und sehr moderne Identität geben

Projekte (d)
Das Angebot an Freiflächen, Sitzmöglichkeiten und eine Begrünung – fernab der sterilen Cotoneaster-Bepflanzung der 90er Jahre – generieren Unternehmen heute einen Recruiting-Vorteil im »War for Talents«

 

Die intelligente Revitalisierung leerstehender Gebäude gehört zu den dringlichsten Aufgaben einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Dabei ist der Leerstand, der meist schon über einen längeren Zeitraum geht, ein Indikator für die Schwierigkeit der baulichen und planerischen Aufgabe. So war es auch beim PEAK in München, das durch Thomas Sutor und seinem Team von Oliv Architekten einer neuen Nutzung zugeführt werden konnte. Das in den frühen 1990er-Jahren für »Die Bayerische« Krankenversicherung erbaute Office-Gebäude war, mit 20.000 Quadratmeter Bürofläche, vor allem funktional »aber nicht schön, ein Kind seiner Zeit sozusagen«, wie Igor Brnčić, Projektleiter von Oliv Architekten sagt. Eine Budgetbegrenzung, die eine komplette Generalsanierung ausschloss, machte die Aufgabenstellung, das Gebäude für den Vermietmarkt neu zu rüsten, zu einer zusätzlichen Herausforderung für die auf Revitalisierung spezialisierten Architekten. Die Lösung war ein prägendes, gestalterisches Konzept, das mittels der »Oliv Refining« Methode entwickelt wurde. Hierbei werden Gestalt, Standort und Nutzung von Beginn an programmatisch miteinander verbunden – und Kontext und Innovation über alle Leistungsphasen hinweg prozesshaft abgeglichen.

Das »Refining Architecture«-Versprechen der Architekten ist, angesichts der vollständigen Vermietung in kürzester Zeit, für alle Beteiligten in Erfüllung gegangen

 

Um dem Standort sowohl eine neue Funktionalität als auch eine eigene Identität zu geben, ohne die Wirtschaftlichkeit außer Acht zu lassen, generieren Oliv Architekten ein »Konzept der Implementierung«, das dem Bestand moderne Komponenten hinzufügt. Prägend sind heute dreidimensionale, expressive Fassadenelemente, die sich in Teilen über das Fassadenbild ziehen und damit die Bestandssituation spektakulär aufwerten. Eine Weiterführung der Modernität sind die neuen Zugänglichkeiten in Form von repräsentativen Lobbys, die eine ganz eigene Adresse ausbilden. Die progressive Gestaltung dieser Foyers bricht erneut bewusst mit der Ästhetik des Bestandes – wie ein implementiertes »Störelement«, das zur unmittelbaren Wahrnehmung und Achtsamkeit beim Eintreten anregt. Die Linienführung und die, wie gerahmt anmutenden, Ausblicke aus den Eingangsfoyers und öffentlichen Gebäudeflächen zeugen von einem neuen Zeitalter in der Architektur und der Menschen, die dieses Gebäude heute nutzen. Funktional wurde das Gebäude in flexibel nutzbare Einheiten neu aufgeteilt.

Die Dramaturgie des Eintritts durch die modernen Fassadenelemente findet ihre Fortsetzung in den offenen, hohen und lichtdurchfluteten Eingangsbereichen. Entstanden ist das Lichtkonzept im Foyer in Zusammenarbeit mit dem Lichtplanungsbüro LUMEN³ aus München. Für die Lichtplaner lag die Herausforderung in der baulichen Integration, in die komplexen Faltenwürfe der Architektur

 

Durch vielfältige Nutzungskonzepte bildet das Objekt innerhalb des umliegenden Quartiers, heute einen neuen Schwerpunkt, welcher das Gebäude lebendig macht und für künftige Mieter eine Anziehungskraft bietet. Das Landschaftskonzept des Büros Pangratz+Keil ergänzt diesen Anspruch durch eine überdurchschnittlich hohe und moderne Begrünung. Zusätzliche öffentliche Durchgänge ermöglichen den Nutzern eine angenehme Durchwegung des Gebäudes in erdgeschossiger Ebene. Und hiervon gibt es reichlich, denn das PEAK ist bereits nach kürzester Zeit komplett an eine Vielzahl von unterschiedlichen Branchen vermietet.

Die Foyers lassen keine Erinnerung an das ursprüngliche Gebäude aufkommen. Beeindruckende Raumschnitte und eine expressive Linienführung sorgen für einen Moment des Staunens beim Eintreten. Die Lichtlinien in Boden und Decke unterstreichen dabei die Geometrie der Volumina und geben die Bewegungsrichtungen für die Besucher vor
Oliv Architekten, das führende Büro im Revitalisierungsmarkt gewinnt mit der Revitalisierung des Bürogebäudes in der Putzbrunnerstraße 71-73 im Münchner Stadtteil Neuperlach den German Design Award 2018 in der Kategorie Excellent Communications Design Architecture

 

Auch der Name PEAK ist Ausdruck dieses identitätsstiftenden Erfolgskonzepts der Architekten, das bereits mit dem German Design Award 2018 in der Kategorie Excellent Communications Design Architecture ausgezeichnet wurde. So leitet sich der Name von der Spitzenposition ab, die das Gebäudekonzept heute im Büromarkt einnimmt, visualisiert durch die beleuchteten Spitzen der Treppenhaustürme, die ähnlich dem Alpenglühen ein weithin sichtbares Zeichen setzen und einen Ort voller Energie markieren. Diese Verknüpfung gestalterischer und raumorganisatorischer Maßnahmen gibt eine Antwort auf die Frage wie heute eine moderne Urbanität zu schaffen ist.

Oliv Architekten, www.oliv-architekten.de

Foto: Edzard Probst für Oliv Architekten

Standort: PEAK, Putzbrunnerstraße 71-73, München-Neuperlach
Bauherr: BBV Immobilien-Fonds
Architekten: Oliv Architekten, München
Landschaftsarchitekten: Pangratz + Keil GbR
Lichtplanung: LUMEN3, München
Leuchten Foyer: Zeisst GmbH Lichttechnik, München
Leuchten Gebäude: planlicht GmbH & Co.KG, Österreich
Leistungen: Sanierung und Ertüchtigung der Gebäudesubstanz,
Ergänzung der Fassade, raumbildender Innenausbau
LPH 1-8
Geschossfläche: ca. 21.000 m² BGF
Bauzeit: 2013 – 2017

Die Ausblicke aus den Fenstern muten wie Stillleben an. Fast scheint die Zeit still zu stehen beim geräuschlosen Anblick des Außenraumes

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Zwei rampenartige, überdurchschnittlich groß dimensionierte geschwungene Treppenaufgänge erschließen die drei Geschosse vom Erdgeschoss bis zur erhaben Bibliothek. Foto: Reflexion AG

Projekte (d)

heroal Hebe-Schiebetür mit integriertem Insektenschutz

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Die Fassade des Hochhauses ist über feine Lisenen vertikal gegliedert.

Projekte (d)

Ausgezeichneter Brandschutz komplett: alle Bauteile des SitaFireguards, hier z. B. für die Freispiegelentwässerung.

Unternehmen

Bild 1: In Versuchsreihen mit Glasfliesen konnte das Österreichische Forschungsinstitut in Wien nachweisen, dass unter Fliesen eingedrungenes Wasser weder in Richtung eines Gefälles abfließt, noch sich über eine zweite Entwässerungsebene entsorgen lässt. Bild: OFI

Fachartikel

Bild: Lignotrend / Foto: Foto&Design, Waldshut-Tiengen

Hochbau

Putzoberfläche an historischem Gebäude. Foto: Architekturzeitung

Wärmedämmung

Einsatz von Vakuum-Isolierglas im Neubau. Quelle: Schwarz Architekten/GlassX

Fachartikel

Die kleinen Keramikelemente sind auch aus größerer Entfernung anhand der flirrenden Spiegelungen erkennbar. Bildquelle: AGROB BUCHTAL GmbH / Jochen Stüber, Hamburg

Fassade

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