22
Jul

Ein Holzhaus für jedermann

Das Einfamilienhaus "Woodiy" kann mit dem Bausystem SimpliciDIY größtenteils in Eigenleistung gebaut werden. Grafik: Atelier SLOW

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Ein Holzhaus, das ohne Vorwissen selbst "designt" und gebaut werden kann – für dieses Konzept haben Michael Lautwein und Max Salzberger, Absolventen der Fakultät für Architektur der TH Köln, den mit 2.000 Euro dotierten ersten Platz beim Förderpreis des Kölner Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) belegt. Das in einer gemeinsamen Masterarbeit entstandene Bausystem SimpliciDIY soll im kommenden Jahr weiterentwickelt werden und kann dann als Open Source-Lösung von jedermann genutzt werden.

Innenansicht von Gebäuden, die mit SimpliciDIY entworfen wurden. Bis zu drei Stockwerke sind möglich. Grafik: Michael Lautwein und Max Salzberger/TH Köln
Innenansicht von Gebäuden, die mit SimpliciDIY entworfen wurden. Bis zu drei Stockwerke sind möglich. Grafik: Michael Lautwein und Max Salzberger/TH Köln



„Hammer, Akku-Schrauber und zwei Personen – mehr braucht es auf der Baustelle nicht, um mit unserem System ein bis zu dreistöckiges Einfamilienhaus zu bauen“, erläutert Max Salzberger das Ziel der gemeinsamen Masterarbeit mit seinem Kommilitonen Michael Lautwein. Bauherren mit kleinem Budget und der Bereitschaft zur Eigenleistung sollen so bezahlbaren Arbeits- und Wohnraum errichten können. Die Holzbauweise und die Fertigung vor Ort sorgen dafür, dass zudem nachhaltige Gebäude entstehen.

Vor dem Bau steht der Entwurf: Mit der Software, die zurzeit als Prototyp besteht, können Bauherren eigene Häuser designen oder auf bereits bestehende Entwürfe zurückgreifen. Auf dieser Basis berechnet das System dann die benötigten Teile. „Die Rahmenkonstruktion wird aus Doppel-T-Trägern aus Holz gefertigt. Verbunden werden die Träger mit von uns entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen. Die weltweite Verfügbarkeit der Werkstoffe war ein entscheidendes Kriterium bei der Materialwahl. Die nötigen Fertigungsdaten werden kostenfrei online zur Verfügung gestellt und können mit einer CNC-Fräse in jeder Tischlerei hergestellt werden“, sagt Lautwein. Bis auf Schrauben, Fenster, Türen und Leitungen besteht das fertige Haus nach dem Entwurf der beiden Masterabsolventen komplett aus nachwachsenden Rohstoffen.

Die in der Masterarbeit entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen verbinden die Doppel-T-Träger. Grafik: Michael Lautwein und Max Salzberger/TH Köln
Die in der Masterarbeit entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen verbinden die Doppel-T-Träger. Grafik: Michael Lautwein und Max Salzberger/TH Köln

 

Während der Entwicklung ihrer Software standen die beiden Masterabsolventen, die selbst gelernte Tischler und Dozenten in der digitalen Fabrikation sind, in ständigem Austausch mit Handwerksbetrieben und Werkstoffsproduzenten, um die Abläufe und Problemstellungen in der Produktion und auf der Baustelle mit einzubeziehen. Zudem analysierten sie die Planungs- und Produktionswege im Häuserbau. In diesem Jahr möchten sie das System fertigstellen und testen.

Um die nötigen Nachweise für die baurechtliche Zulassung zu erbringen, soll in den nächsten Semestern gemeinsam mit Studierenden der TH Köln ein erstes Haus auf Grundlage von SimpliciDIY entstehen. Für diese Weiterentwicklung haben Salzberger und Lautwein ein Fellowship für Innovationen in der digitalen Hochschullehre vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erhalten. Beide arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter in den Schwerpunkten Digitales Entwerfen und Energieoptimiertem Bauen an der Fakultät für Architektur und sind Teil der Bürogemeinschaft Atelier SLOW.


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