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Jan

Die Schwarzensteinhütte - Architekten Bachmann + Stifter

Bildquelle: SWISS KRONO │ Foto: Oliver Jaist

Projekte (d)

 

Auf über 3.000 Metern Höhe ist das Klima rau, der Himmel nah und das Gipfelpanorama atemberaubend. Inmitten dieses wilden Terrains in den Südtiroler Alpen, ganz nah der österreichischen Grenze auf italienischer Seite, bildet ein Gebäude einen Zufluchtsort, den Wanderer und Bergsteiger aufsuchen, um Rast zu machen und um den Ausblick zu genießen. Dieses unregelmäßig sechseckige Objekt ist so faszinierend wie widersprüchlich. Auf den ersten Blick wirkt es mit seiner anfangs kupferglänzenden Fassade wie ein Fremdkörper in der Gegend. Und doch fügt es sich auch harmonisch in die Landschaft. Den Architekten Bachmann + Stifter ist mit der Schwarzensteinhütte ein ganz besonderes Meisterstück gelungen.

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Bildnachweis: HOKU GmbH

Entwurf einer hochalpinen Schutzhütte

Die Provinz Bozen-Südtirol entschloss sich bereits 2011 die Schutzhütte in den Zillertaler Alpen zu erneuern. Das bisherige Objekt war aufgrund auftauender Permafrostböden statisch nicht mehr sicher. Gewünscht war ein Neubau rund 100 Meter weiter oben mit klassischer Aufteilung in Eingangsbereich mit Windfang, Aufenthaltsraum und Küche, Wasch- und Schlafräumen für 50 Gäste. Schutz und Funktionalität gehen dabei vor Komfort. Die Architekten Helmut Stifter und Angelika Bachmann haben diese verschiedenen Funktionsbereiche übereinander gestapelt: Das Erdgeschoss bietet Platz für eine Küche und eine Stube mit einem langgezogenen Fensterband, das einen fantastischen Ausblick bis in die Dolomiten gewährt. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich die Schlafkojen. Im dritten Geschoss wohnt die Pächterin. Das erste Untergeschoss beherbergt Trockenräume, Duschen, Toiletten und Lagerräume. Die Technik ist im UG2 untergebracht.

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Bildquelle: SWISS KRONO │ Foto: Oliver Jaist


 

Die unregelmäßige, fast willkürlich erscheinende Silhouette, die sich sowohl nach oben als auch nach unten vom Erdgeschoss ausgehend verjüngt, ist von den umgebenden Felsformationen inspiriert, die von den Naturgewalten geformt wurden. Von jeder Richtung aus gesehen hat das Gebäude eine andere Form und bleibt somit immer in Bewegung. Dazu trägt auch die Fassade aus Kupferblech bei, die je nach Lichteinfall unterschiedlich glänzte und reflektierte. Mittlerweile ist die Fassade bereits nachgedunkelt und setzt Patina an. Eine schillernde Skulptur wandelt sich so in einen dunkelmatten rund 18 Meter hohen Turm. Das Kupfer ist eine Reminiszenz an frühere Zeiten, in denen das Metall im nahegelegenen Ahrntal abgebaut wurde.

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Bildquelle: SWISS KRONO │ Foto: Oliver Jaist

Bauen im Extremen

Eine der Hauptherausforderungen beim Errichten dieser Hütte auf über 3.000 Metern Höhe war nicht nur die Witterung, sondern vor allem die Logistik. Beides waren entscheidende Einflussfaktoren für die Materialauswahl. Die felsberührenden Bereiche sind in Beton gefertigt. Alles andere besteht aus Holz, weil ein Holzbau binnen weniger Tage aufgestellt war und die schlanken Wand- und Deckenelemente – beplankt mit SWISS KRONO OSB – leichter zu transportieren waren. Eine temporäre Seilbahn für das Baumaterial wurde errichtet, um flexibler und wetterunabhängiger transportieren zu können. Das war die kostengünstigere Alternative zum Hubschrauber, der nur für Arbeiter und Handwerker zum Einsatz kam. Bei allem musste darauf geachtet werden, dass das Material auch bei Nässe und Minusgraden verarbeitbar und montierbar ist.

Im August 2016 begannen die Betonarbeiten und schon im Oktober wurden die ersten Holzbauelemente für Wände, Decken und Dach montiert. Ende Oktober wurde die Baustelle winterfest gemacht, das heißt der Rohbau wurde mit SWISS KRONO OSB eingehaust. Die gesamte Gebäudehülle war mit OSB verkleidet, um sie vor den harschen Wintereinwirkungen zu schützen. Erst im Juli des nächsten Jahres wurden die Arbeiten fortgesetzt und im Oktober 2017 fertiggestellt. „Dieses Objekt ist ein Paradebeispiel für die Vorzüge des Holzbaus“, sagt Uwe Jöst, Head of Sales OSB SWISS KRONO Group. „Die Elementbauweise ist enorm schnell und lässt sich auch bei extremen Wetterbedingungen realisieren.“

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Bildquelle: SWISS KRONO │ Foto: Oliver Jaist

Autark hinsichtlich Energie und Wasser

Das Gebäude gewinnt Strom aus einer Photovoltaikanlage. Ein Blockheizkraftwerk kann bedarfsabhängig in Betrieb gesetzt werden. Elektrische Energie wird in einer Batteriebank gespeichert. Ein Großteil der Hütte ist unbeheizt, aber so gut gedämmt, dass es ausreicht. 2018 wurde die Hütte mit dem Sonderpreis des Klimahaus-Awards der Autonomen Provinz Bozen ausgezeichnet. Trinkwasser wird 450 Meter entfernt als Gletscher- bzw. Schmelzwasser gefasst und aufbereitet.

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Bildquelle: SWISS KRONO │ Foto: Oliver Jaist

Reduktion auf das Wesentliche

Keine Bewegungsmelder, keine Einzelraumregler, keine technischen Raffinessen, sondern nur Funktionen, die der Hüttenwirt selbst betreuen kann. Elementar, pur, minimalistisch. Und das gilt nicht nur für die technische Ausrüstung, sondern auch für das Design insgesamt. Die Schlafkojen sind in naturbelassener Fichte ausgekleidet und ganz schlicht gehalten. Es gibt nur ein Licht in der Raummitte, eine einzige Steckdose im Raum, aber jede Menge Aussicht. Der Luxus besteht darin, an diesem Ort zu sein.

Architekten: Stifter + Bachmann, www.stifter-bachmann.com
Verarbeitetes Holz: 1.850 m2 SWISS KRONO OSB/4, www.swisskrono.com


Visualisierung des Neubaus des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann. Foto: Fritsch + Tschaidse Architekten

Dach

Luftbild des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg. Bildquelle: HG Esch

Gebäudetechnik

Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr

Gebäudetechnik

Auf dem Handtuch-Grundstück positionierte Architektin Anja Engelshove das Gebäude an der hinteren Grundstücksgrenze im dicht bebauten Norden. So haben die Nutzer freien Blick in ihren Garten, in dem Logic Moon-Leuchten von Delta Light dezente Akzente setzen. Bildquelle: Arnd Haug für Delta Light

Beleuchtung

Das schwäbische Unternehmen LUX GLENDER hat ein „Licht-im-Handlauf-System“ entwickelt, dass die Brücke über den Walkegraben in Frankenberg (Eder) eindrucksvoll in Szene setzt. Bildquelle: lux-glender.com

Außenraum

Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

Einladend und weitläufig ist das neue Arbeitsloft „M-Lab“ der Agentur Monsun Media in Bremen. Ein gutes akustisches Raumklima schaffen die dezent von der Decke abgehängten Rossoacoustic Pads der Nimbus Group. Foto: POPO Sitzmöbel und Stehschränke GmbH, Patrick Drescher

Innenausbau

Im Sinne der schützenswerten Architektur von Werner Kallmorgen übernahm Licht01 die vorhandenen Deckeneinbauringe soweit wie möglich. Die QR-CBCLampen wurden durch deckenbündig versenkbare LED-Multifunktionsstrahler mit Wechseloptiken und Wallwasher ersetzt. Bildquelle: Andreas Weiss

Projekte (d)

Das neu ausgebaute Dachgeschoss wird im Giebelbereich von geschickt unsichtbar montierten Underscore-Leuchten erhellt. Die Linearleuchten von iGuzzini betonen die Flächen und das Volumen des Giebels völlig schattenfrei und weiten den Raum nach oben auf. Bildquelle: David Franck, Stuttgart

Beleuchtung

Bildquelle: Mehmet & Kazim Akal und Kunstverein Friedrichshafen, Fotograf: Frank Kleinbach

Design Kunst

Bildquelle: Michael Tewes Photographie

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