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Apr

Neubau der Waldkliniken Eisenberg von Matteo Thun und HDR

Fotos: HG Esch

Projekte (d)

Mit dem Neubau der Waldkliniken Eisenberg hat der Architekt Matteo Thun in Zusammenarbeit mit dem globalen Architekturbüro HDR, inhaltlich, gestalterisch und baulich ein Leuchtturm-Projekt im Gesundheitswesen geschaffen und verwirklicht gleichzeitig eine neue Klasse der Hospitality. Aus dem Entwurf des preisgekrönten Mailänder Architekten und Designers und der gemeinsamen Umsetzung mit den Architekturexperten im Gesundheitswesen ist eines der innovativsten und gleichzeitig nachhaltigsten Krankenhausgebäude in Europa entstanden. Am 31. Oktober wird im Neubau der erste Patient begrüßt.

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Foto: HG Esch

Der Patient als Gast

In der Grundphilosophie des Bauherrn – der Waldkliniken Eisenberg wird der Patient und seine „Reise“ durch den Neubau in den Mittelpunkt gestellt. Beginnend beim Concierge, der den Patienten persönlich durch die Zeit in Eisenberg führt, bis hin zum digitalen Patienteninformationssystem auf den Flachbildschirmen in den Patientenzimmern. Die Philosophie folgt dem Ansatz des Design Thinkings im Krankenhauswesen. Design Thinking macht Betroffene zu Gestaltern ihrer Situation und löst die Informationsbarrieren zwischen Patienten, Mitarbeitern und Gästen auf.

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Foto: HG Esch


Für den architektonisch einzigartigen und mit seiner runden Form außergewöhnlichen Klinikbau zeichnet sich Matteo Thun verantwortlich. „Hospes!“ ist das Schlüsselwort, das der weltbekannte Mailänder Architekt an den Anfang seines Entwurfs gestellt hat. Es ist das lateinische Wort für Gast und steckt im Wortstamm von Hospital und Hospitality, dem englischen Begriff für Gastfreundschaft. Diese Idee des willkommenen Gastes ist der Kern des Konzepts für das neue Gebäudes der Waldkliniken Eisenberg. Für Matteo Thun, der mit seinen Teams weltweit Hotelbauten im Luxussegment realisiert, war es das erste Projekt im Gesundheitswesen. „Der Patient ist Gast“, so der Architekt. Damit geht seine Philosophie einher mit dem auf den „Mensch“ fokussierten Planungsansatz von HDR.

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Foto: HG Esch


Folglich ergaben sich im Neubau der Waldkliniken Eisenberg wertvolle Synergieeffekte aus der Krankenhausexpertise von HDR und dem Hospitecture-Ansatz von Matteo Thun: Die Philosophie des Hauses verändert das Gesundheitswesen nicht nur durch Bau-Ästhetik und Healing Environment, sondern vor allem auch durch die Z-förmigen Zimmer mit Privatbereichen, gemeinsamen Wintergärten für jeweils vier Patienten, Boarding-Bereichen, einem Unit-Pflegekonzept, der durch die Raumgestaltung gewährleisteten Sichtbarkeit und Ansprechbarkeit des Personals – also nicht nur durch eine Transparenz zur Natur außen, sondern auch durch Transparenz nach innen.

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Foto: HG Esch

Nachhaltigkeit im Krankenhausbau – Über 1.500 Eichenblätter

Der Neubau wird von der umliegenden Natur geprägt: viel Grün für Interior und Exterior, natürliche Materialien, Tageslicht sowie Farbkompositionen der Flora und Fauna. Mit Blick auf den begrünten Innenhof bildet das Restaurant „La Piazza“ den Mittelpunkt des Gebäudes.

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Foto: HG Esch


Entstanden ist ein kreisförmiger Baukörper mit großen Öffnungen, die den Blick gezielt in die Natur leiten. Die Außenfassade mit horizontaler Holzlattung und vertikalen „Lisenen“ aus Brettschichtholz wird sich mit der Zeit leicht grau verfärben und so das Holzhaus sich natürlich ins Umfeld einfügen. Durch die großen Fensteröffnungen entsteht eine starke Verbindung zum Wald mit seinen Witterungen und Jahreszeiten. Die Fenster lassen sich großzügig öffnen, sodass man im Inneren des Hauses auch dem Rauschen des Windes lauschen und den feuchten Waldboden riechen kann.

Über 1.500 Eichenblätter wurden im Gebäude verbaut; hinzukommen die unzählbar vielen Eichenblätter von den 32 neugepflanzten Eichen im Außenbereich. Durch die Verwendung von Eichenholz aus der Region entsteht eine angenehme Wärme in allen Räumlichkeiten des Hauses. Die Außenfassade bietet einen freien Blick auf den umgebenden Wald. Nachhaltigkeit pur, mitten in Thüringen.

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Foto: HG Esch


Ökologische Vorteile wie die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, die Verbesserung der C02 Bilanz, aber auch ökonomische wie Lebenszykluskosten und kürzere Bauzeiten werden durch Vorfertigung genutzt. Ein Teil der Betonkonstruktion wird über eine Betonkernaktivierung für die Temperaturregelung der Bettenzimmer nachhaltig verwendet. Ein Eisspeicher bildet die Quelle für die notwendige saisonale Grundtemperatur zur Heizung und Kühlung.

Im Foyer bzw. Eingangsbereich des Gebäudes ist ein Haupttresen mit dem Naturstein Granit Verde Picasso satiniert bekleidet. Das hochwertige Material wird wiederholt in öffentlichen Bereichen des Erdgeschosses an großen Tresenmöbeln eingesetzt und untermalt die Wohlfühloase. Hinter dem Haupttresen fällt der Blick auf die raumhohen Holz-Aluminium-Fassaden in den grünen Innenhof. Ein Kamin als prägnantes Element unterstreicht die Wohlfühlatmosphäre.

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Foto: HG Esch

Rückzugsort Patientenzimmer

Im Inneren ergänzen sich Funktions-, Rückzugs- und Erholungsräume, ganz im Sinne des Healing Environments. So wird in den Patientenzimmern sichtbares Konstruktionsholz an den Rahmenkonstruktionen von Außenfenstern und Verandatüren eingesetzt, das Lärchenholz der Außenfassade ist über die großen Fensteröffnungen in den Zimmern und Veranden ständig erlebbar.

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Foto: HG Esch


In vorrangig Zwei-Bett-Zimmern ermöglicht die Gestaltung und versetzte Anordnung der Betten, des Bades und des Wintergartens, Möglichkeiten des Rückzugs oder kreiert einen bettnahen Begegnungsort. Statt der häufig verwendeten Parallelaufstellung werden die Betten versetzt Vis-à-Vis angeordnet. Durch die Verschränkung mit Bad und Veranda erhält jedes Bett eine eigene zugeordnete Raumzone, welche bei Bedarf über einen Vorhang abgetrennt werden kann. Die gemeinsame Nutzung einer Veranda durch jeweils vier Gäste mobilisiert und aktiviert zur Nutzung und fördert den individuellen Heilungsprozess.

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Foto: HG Esch

Einzigartiges Gastronomiekonzept

Neben den Besonderheiten des Patientenzimmers zeichnet sich der Neubau des Krankenhauses durch die Gestaltung der Restauranteinheiten aus. Durch die Verwendung von Eichenholz aus der Region entsteht eine angenehme Wärme in allen Räumlichkeiten des Hauses. Gäste können hier in natürlicher Umgebung speisen. Der Einfluss des hochwertigen Eichenparketts am Fußboden in Kombination mit der offen gestalteten Holzkonstruktion der Decken, knisternden Kaminen sowie lichtdurchflutenden Räumen unterstreichen den Hotelcharakter. Mit ihrer natürlichen Anmutung ergeben sich nicht nur optisch interessante Oberflächen, das Holz ist ebenfalls frei von flüchtigen Bestandteilen, welche die Raumwahrnehmung geruchlich beeinträchtigen könnten. Vorbei mit den üblichen Krankenhausgerüchen – durch den Neubau schwebt ein Duft von Natur. Hier wird Essen im Krankenhaus zum Naturerlebnis.

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Foto: HG Esch


Das Erfolgsrezept: Der Gast bekommt nicht nur wie in üblichen Krankenhäusern „das Essen auf das Zimmer gebracht“, sondern kann durch die vielfältigen Restaurantbereiche den Hotelcharakter des Hauses selbständig entdecken. Die Bauweise der Restaurantbereiche besticht durch natürliche Materialien, eine selbstverständliche Lässigkeit und eine entspannte Atmosphäre bilden die Grundanforderungen an das Architektur- und Lichtkonzept.

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Foto: HG Esch

Architektur hilft bei der Heilung

Ärzten und Forschern ist bewusst, dass zum Heilungserfolg oft mehr notwendig ist als die medizinische Behandlung. Die Natur sorgt für ein Gefühl der Freude und hilft den Patienten, sich zu entspannen. In der Natur zu sein, bringt ihnen eine neue Ruhe, die sie wieder mit zurück ins Krankenhaus nehmen können. Fahles Licht, kahle Wände, unangenehme Geräusche und Gerüche - typische Krankenhausassoziationen gehören im Neubau der Waldklinken Eisenberg im thüringischen Wald der Vergangenheit an. Dabei sind die Waldkliniken ein kommunales Haus und gehören der öffentlichen Hand - sind also keine Privatklinik. So werden in dem Neubau vor allem Kassenpatienten in 233 Betten versorgt.

Projektdaten
Projekt: Neubau der Waldkliniken Eisenberg
Standort: Eisenberg, Thüringen
Bauherr: Waldkliniken Eisenberg
Architekturbüros: Matteo Thun & Partners, HDR
Fertigstellung: 2020
Geschosse: 5, zzgl. UG und Technikzentralen auf dem Dach
Nutzfläche: 8.742 qm
Bettenanzahl: 246 Betten in 128 Zimmern (10 Privatzimmer)

 


Die Architektur von Ingrid Hentschel – Prof. Axel Oestreich basiert auf einem klaren, materialorientierten Gestaltungskonzept. Foto: Maximilian Meisse

Hochbau

Ein charakteristisches Element des Forschungsgebäudes ist sein Dach. Es verwandelt sich mit einem eleganten Schwung von einer Wand- in eine Dachfläche. Bildquelle: CGI Henn

Hochbau

Am Abend schmeicheln an der Dachkante montierte Linealuce Mini-Leuchten von iGuzzini der Aluminiumstruktur des freistehenden Erweiterungsbaus mit einem dezenten Glanz. Der Neubau wirkt dann wie in Sarment und Seide gewandet. Der Wallgrazing-Effekt der Leuchten hebt die Plastizität der Aluminiumstruktur ausdrucksstark hervor. Bildquelle: Roland Halbe

Beleuchtung

Kürzbar auf die gewünschte Stauhöhe: das SitaEasy Anstauelement.

Dach

Live-Talk Studio X von Xella startet am 21. April um 14 Uhr

Unternehmen

Von den Büros aus, die dem Atrium zugewandt sind, hat man einen guten Blick ins Foyer. Bildquelle: Hoba

Innenausbau

Fineo eignet sich für den Einsatz in historischen Gebäuden. Durch einen Glastausch können die originalen Profile und Rahmen erhalten bleiben, bei gleichzeitig optimierter Energiebilanz. Im Bild: Fineo in den historischen Fenstern des Klosters im niederländischen Beuningen. Foto: Fineoglass

Fassade

Digitale Planungsmethoden sind für Architekten und Planer bereits Standard. Foto: Geberit

Fachartikel

Laut Hersteller Cobiax die „Mondlandung für zeitgemäßes Bauen“: Mit dem CLS-Hohlkörpersystem soll die Errichtung nachhaltiger Bauwerke deutlich vereinfacht werden. Grafik: Cobiax, Wiesbaden

Hochbau

Lars Krückeberg von GRAFT

Menschen

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