Ein ehemaliger Flughafen wird zur grünen Lunge einer Millionenstadt: Mit dem King Salman Park in Riad hat das deutsche Büro Gerber Architekten nicht nur ein monumentales Landschaftsprojekt angestoßen, sondern auch internationale Anerkennung erhalten. Beim erstmals verliehenen RIBA Middle East Award 2025 des Royal Institute of British Architects wurde das Projekt in der Kategorie "Future Project" prämiert.

Riad, eine Stadt der Extreme: Im Sommer heizt das Thermometer regelmäßig auf über 45 Grad, Regen fällt kaum. Und doch soll hier auf einer Fläche von 16,7 Quadratkilometern der größte innerstädtische Park der Welt entstehen. Ein gewagtes Unterfangen? Sicher. Aber eines, das die Vision der saudischen Regierung in konkrete, gestaltbare Flächen übersetzt. Der King Salman Park ist Teil der "Saudi Vision 2030" und soll die Lebensqualität der Hauptstadtbevölkerung nachhaltig verbessern.

Aus Sicht des RIBA ein überzeugendes Konzept. In der Jury-Begründung heißt es, der Park sei ein "vitaler Eingriff" in den urbanen Raum, der nicht nur ökologische Innovation demonstriere, sondern auch gesellschaftliche und kulturelle Bedarfe aufgreife. Gemeint sind damit nicht nur die großzügig geplanten Freizeit- und Erholungsflächen, sondern auch eine Vegetation, die unter Extrembedingungen gedeiht – klimaresistent, wassersparend, lokal verankert.

Den Planungsauftrag erhielt ein Joint Venture, das von Gerber Architekten geleitet wird. Die Partner: die Ingenieurbüros Buro Happold und Setec. Gemeinsam verantworten sie Masterplanung, Detaildesign und technische Umsetzung. Im Fokus steht dabei vor allem die Transformation des ehemaligen Flughafengeländes, dessen sandiger Boden mittels Forschung belebbar gemacht wurde. Aufbereitungstechniken, die aus der Wüstenregion stammen, sowie ein eigens entwickeltes Wassermanagement sollen das Projekt auch langfristig tragfähig machen.

Architekt und Bürogründer Prof. Eckhard Gerber spricht von einem neuen Verständnis für Stadtlandschaften: „Es geht nicht nur um Grünflächen, sondern um Orte, die soziale Teilhabe ermöglichen, klimatisch wirken und kulturelle Identität stiften.“ Eine Vision, die angesichts globaler Klimaherausforderungen aktueller kaum sein könnte.
Mit der Preisverleihung im Rahmen der Dubai Design Week hat der RIBA ein deutliches Signal gesetzt: Architektur im Nahen Osten wird nicht länger ausschließlich an ikonischen Fassaden oder spektakulären Höhenmetern gemessen. Gefragt sind Konzepte mit Tiefgang, die den Wandel in der Region begleiten und mitgestalten.
Visualization by Gerber Architekten