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Mi, Feb

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Bolles+Wilson gewinnen Wettbewerb in Albanien

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Die Münsteraner Architekten Bolles+Wilson sind von einer internationalen Jury als Gewinner des Wettbewerbs für den neuen Korça City Centre Masterplan ausgerufen wurden. Den zweistufigen internationalen Wettbewerb entschied das Büro mit seinem Entwurf »Scenographic Urbanism« für sich, einer Choreografie aus neuen Gebäuden und öffentlichen Plätzen, die behutsam mit vorhandenen Spuren und Potentialen dieser kleinen aber räumlich komplexen Stadt umgeht.

Korça liegt im Südosten Albaniens, hat etwa 75.000 Einwohner und ist Zentrum einer 360.000-Einwohner-Region mit starkem ländlichen Charakter. Die urbane Morphologie der Stadt spiegelt sowohl den Wohlstand und Ehrgeiz zurückgekehrter Emigranten wider, als auch historische Handelsbeziehungen mit Zentraleuropa. Viele Novecento- und Jugendstil-Villen sind heute restauriert, etliche aber zerfallen nach und nach. Ziel des Wettbewerbs war, ein klares Konzept zu finden, das Verkehr und Fußgänger in Qualitäts- und Entwicklungsbedürfnisse der Stadt integriert, wie beispielsweise Geschäftsplanung, Verwaltungseinrichtungen und Wohnungsbauentwicklung. Die Wettbewerbsausschreibung betonte, dass der Maßstab des Entwurfs respektvoll und angemessen mit dem historischen Bestand umgeht.

Bolles+Wilson legten fünf Zonen für die Wiederbelebung der 197.000 Quadratmeter Innenstadtfläche fest. Jede Zone besitzt ihren eigenen Charakter, zusammen ergeben sie jedoch ein Netzwerk aus urbanen öffentlichen Plätzen. An einem Ende wird das Stadtzentrum durch die Kathedrale »Christi Wiedergeburt«, am anderen Ende durch einen Einkaufsabschnitt verankert. Beide sind durch den Boulevard Shën Gjergji miteinander verbunden, der zur »Kulturpromenade« umgestaltet wird. Die Verschmälerungen der kommunistisch breiten Straßen ermöglicht die Vergrößerung des Kathedralen Platzes. Letzterer befindet sich drei Stufen oberhalb des Straßenniveaus und wird von Café-Pergolen umrahmt, einer Art optischen Filter zwischen Verkehr und Veranstaltungsort. Eine große Bühne links und eine kleine Bühne rechts der Kathedrale laden zu einer Vielfalt von Veranstaltungen ein. Kurvenartige Pflasterstreifen wiederholen die Geometrie der Kathedrale und ordnen zugleich die Marktstände.

Ungewöhnlicher Fokus in der Korça-Skyline und Gegenpol zur Kathedrale ist, ist laut Bolles+Wilson, die »Vertical Mall«, die den Theaterplatz von der Größe eines Exerzierplatzes besetzt und strukturiert. Ein neuer Einkaufsstreifen erstreckt sich von hier zum Bazar über zusätzliche Geschäfte/Wohnblocks und einem neuen Busbahnhofsdach – einer Plattform für Bauernmärkte. Diese zweite von insgesamt fünf Zonen schafft ein neues Geschäftszentrum direkt in Korças Innenstadt.

Die dritte Zone wird zur »Kulturpromenade« umgestaltet, eine beruhigte Verkehrszone zwischen Kathedrale und Downtown Mall. Einige bedeutende Gebäude wie beispielsweise das »Educational Museum« werden durch ein Teppich-ähnliches Straßenpflaster in die mit Bäumen gesäumte, schattige Promenade voller Cafés hinausgezogen. Eine Choreographie gemusterter Quadrate – urbane Wohnzimme, wie die Architekten meinen.

Die vierte Zone belebt mit behutsamen Neuentwicklungen eine Villen-Quartier. Um Korças zarte historische Überreste nicht mit modernen Neubauten zu erdrücken, arbeitet Bolles+Wilson mit der sogenannten »Patchwork-Strategie«: Neue Gebäude werden mit bestehenden und renovierten Villen paarweise zu »Development Islands« zusammengebracht (geteilte finanzielle Vorteile) und schaffen dadurch ein Netzwerk aus aktiven Block-internen Passagen.

Finale Zone des Masterplans ist der »Erweiterter Park« (»Green Heart«). Ein neuer dreieckiger Gebäudekomplex rahmt eine Seite des Parks und finanziert mit dem Verkauf von öffentlichem Boden für privaten Wohnungsbau sogleich seine Vergrößerung. Ein belebter Rand (»Active Edge«) vermittelt zwischen Park und angrenzender Stadt, prismatische Pavillons auf Holzdecks locken Cafés und Nutzergruppen wie zum Beispiel Jugendclubs, Kindergarten, Kadare Literatur Club usw. an.

Bolles+Wilson, www.bolles-wilson.de

Foto: Robert Lehmann

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