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Apr

Österreich-Pavillon auf der Expo 2010

Projekte (d)
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Als biomorpher Baukörper, der von schimmernder Porzellanhaut überzogen ist. So präsentiert sich der österreichische Pavillon auf der Weltausstellung 2010. »Die Architektur des Projekts basiert auf Ideen zu Kontinuität, nahtlosen Oberflächen und graduellen Verbindungen zwischen den Räumen – ein Konzept, das geeignet ist, einen kontinuierlichen Fluss innerhalb des Pavillons zu entwickeln und auf subtile Art und Weise innen und außen zu verknüpfen“, so Matias del Campo vom Architekturbüro SPAN. Auch die Farbabstufung der Fassade, das Design der Bars und Pulte sowie Details wie die Verkleidungen der Deckenspots wenden dieses Prinzip konsequent an.

Laut Arkan Zeytinoglu greifen die räumlichen Beziehungen des Pavillons spielerisch die Balance, Trennung und Symbiose zwischen Stadt und Land auf. »Abstrahierte Landschaften als sinnliche Erfahrungsräume erzeugen eine rhythmische Bewegung vom Naturraum zum kulturell akustisch verdichteten Stadtraum«, lautet seine Erklärung. Der zentrale Raum wölbt sich von innen nach außen. Die geschwungene Raumsequenz unterstützt das Fließen des Besucherstroms vom Eingangsbereich durch das Ausstellungsareal hin zum Ausgang. Dank der nahtlosen Übergänge können sich die Visuals frei und ungehindert im Raum entfalten. Panoramen und Bildwelten werden raumfüllend an Wände, Boden und Decke projiziert.

Restaurantbereich'

Restaurantbereich'

Dachterrasse des Restaurant'

Was organisch anmutet, findet seinen Ursprung in genau berechneten mathematischen Strukturen. Nur scheinbar ein Gegensatz, denn Mathematik wird begriffen als »die universelle Sprache, die alles zu beschreiben vermag: ob das ein Muster in einem Musikstück ist oder die Geometrie einer Austernschale«, so Sandra Manninger vom Architekturbüro SPAN. »Die in der Natur vorhandenen geometrischen und mathematischen Systeme wurden direkt in den Entwurf eingebunden, um die Effizienz der Form zu steigern.« 

Über zehn Millionen Fliesen überziehen die Außenfassade des Pavillons mit einer von rot nach weiß changierenden Porzellanhaut. Die Verkleidung der komplex gekrümmten Fläche – sie umfasst den gesamten Außenbereich und das Dach – wurde durch die Wahl sehr kleiner hexagonaler Module möglich. Es entsteht der Eindruck einer nahtlosen Oberfläche, obwohl das Gegenteil der Fall ist: 60 Millionen Fugen sorgen für eine regelmäßige Verteilung der Spannungskräfte in der Fassade. Zugleich ist die Gestaltung eine Anspielung an die Tradition chinesischer Porzellanexporte nach Europa.

Der Entwurf von SPAN & Zeytinoglu war 2008 aus einem EU-weit ausgeschriebenen Vergabeverfahren mit einstimmigem Juryentscheid als Siegerprojekt hervorgegangen.

Biographien:
Matias del Campo, geboren 1970 in Santiago, Chile, studierte Architektur an der Universität für angewandte Kunst Wien. 1995 bis 1998 war er Redakteur des Wiener Stadtmagazins »Falter«, 
1998 bis 2001 ORF-Korrespondent. Seit 2003 zahlreiche Projekte, Ausstellungen und Publikationen unter dem Label SPAN gemeinsam mit Sandra Manninger. Mehrfach ausgezeichnet für die Architekturentwürfe von SPAN. Seit 2008 Gastprofessor für Architekturentwurf am Dessau Institute of Architecture.

Sandra Manninger, geboren 1970 in Graz, studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Zahlreiche Projekte, Ausstellungen und Publikationen in Zusammenarbeit mit Matias del Campo unter dem Label SPAN. Mehrfach ausgezeichnet für die Architekturentwürfe von SPAN. Seit 2008 Gastprofessorin für Architekturentwurf am Genetic Architecure Studio, ESARQ, Barcelona.

Arkan Zeytinoglu, geboren 1968 in Klagenfurt, studierte Architektur an der Technischen Universität Graz, anschließend »5th Year Design Studio« an der Cooper Union in New York. Generalplaner für private und staatliche Bauherren im Bereich Architektur und Interior Design, Konzeption und Umsetzung von Hotel- und Resortprojekten im In- und im Ausland. Seit 1995 Büro in Wien, Partnerbüros in Wien und im Ausland.

www.span-arch.com / www.span.vox.com
www.arkan.at

 
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Zwei rampenartige, überdurchschnittlich groß dimensionierte geschwungene Treppenaufgänge erschließen die drei Geschosse vom Erdgeschoss bis zur erhaben Bibliothek. Foto: Reflexion AG

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Die Fassade des Hochhauses ist über feine Lisenen vertikal gegliedert.

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Bild 1: In Versuchsreihen mit Glasfliesen konnte das Österreichische Forschungsinstitut in Wien nachweisen, dass unter Fliesen eingedrungenes Wasser weder in Richtung eines Gefälles abfließt, noch sich über eine zweite Entwässerungsebene entsorgen lässt. Bild: OFI

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Putzoberfläche an historischem Gebäude. Foto: Architekturzeitung

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