21
Mai

1. Preis für Just Burgeff Architekten

Projekte (d)

Perspektive Glauburgstraße'
Perspektive Musterschule'

Den von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) ausgelobten Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung der Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße gewannen die Frankfurter Just ⁄ Burgeff Architekten.

Aufgabe des Wettbewerbs war der Entwurf zweier Stadtbahn-Haltestellen in der Eckenheimer Landstraße mit einem barrierefreien Zugang. Das Preisgericht, bestehend aus Prof. Zvonko Turkali, Prof. Jochem Jourdan, der Landschaftsarchitektin Corinna Endreß sowie dem Stadtrat Lutz Sikorski und dem Geschäftsführer der VGF Michael Budig, hat den Entwurf von Just/Burgeff Architekten
zusammen mit einem weiteren Entwurf mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

Lageplan Glauburgstraße'

Lageplan Musterschule'

Die Jury lobte die »klare skulpturale Formung von Plattform und Regendach, die sich gut in den Straßenraum einfügt. (…) Die leichte Faltung des aus dem Gehweg herausgehobenen Bahnsteiges erweitert
optisch den erlebten Bewegungsraum für Fußgänger und Radfahrer. (…) Die reduzierte Gestaltung des Daches aus gefalteten Blechen mit dem Trägerelement der Glasscheibe entmaterialisiert die Körperhaftigkeit und steigert die visuelle Wirkung. (…)

Die Vorschläge sind, so das Preisgericht, wirtschaftlich umzusetzen und versprechen eine nachhaltige Nutzung. Das architektonische Konzept leiste einen hohen Wiedererkennungswert als Logo und bildet so einen Beitrag zur Identitätsstiftung der Orte.

Querschnitt Glauburgstraße'

Querschnitt Musterschule'

Im Entwurf von Just/Burgeff Architekten entstehen durch das Versetzen der Haltestellen urbane Inseln im Strassenraum. Der neu gewonnene Freiraum wird durch die Auflösung der strikten Trennung von Radverkehr, Stadtbahn-Haltestelle, Fußgängern und Hausbewohnern zu einem gemeinsam erlebbaren Raum mit Platzcharakter geformt, indem sich alle Funktionen in Koexistenz begegnen können. Der Raum wird als urbane Landschaft aufgefaltet und reagiert räumlich individuell auf die einzelnen Randbedingungen. Er entwickelt sich zwischen Außenkante des Hochbahnsteigs und Außenkante der Häuser.

Die Haltestellen werden Teil des öffentlichen Raums. Der Unterstand gleicht einer räumlichen Skulptur, die sich aus dem gefalteten Raum der Rampen, Treppen und Böschungen entwickelt. Er ist von allen
Seiten aus zugänglich, das klassische Verhältnis von Vorder- und Rückseite einer Haltestelle wird aufgelöst.

Erläuterungsbericht der Architekten

Realisierungswettbewerb 2 Haltestellen für die Stadtbahnlinie U5, Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße in Frankfurt am Main

Inseln im Stadtraum >> versetzte Anordnung der Bahnsteige
Durch das versetzte Anordnen der Haltestellen links und rechts entlang der Eckenheimer Landstrasse entstehen neue »urbane Inseln« im Stadtraum. Diese Inseln werden (im Entwurf) als »urbane Freiräume - Shared Spaces« gestaltet, die alle aufeinander treffenden Funktionen zu einem gemeinsamen Raum vereinen.

Shared Space >> urbaner Freiraum / gefaltete Landschaft
Der neu gewonnene urbane Freiraum wird durch die gezielte Auflösung der strikten Trennung von Radverkehr, Stadtbahn-Haltestelle, Fußgängern und Hausbewohnern zu einem gemeinsam erlebbaren Raum mit Platzcharakter geformt, indem sich alle Funktionen in Koexistenz begegnen können. Der Raum entwickelt sich zwischen der Außenkante des Hochbahnsteigs und den Außenkanten der Häuser. Er wird als urbane Landschaft aufgefaltet und reagiert räumlich individuell auf die einzelnen Randbedingungen wie zum Beispiel Hauseingänge, Seitenstraßen oder aber auch auf die unterschiedlichen Einstiegshöhen der Stadtbahn. Der Bahnsteigkörper verschmilzt mit dem Bürgersteig, ein fließender Raum entsteht.

Entschleunigung >> Stärkung der Orthogonalbewegung
Die Hauptbewegungsrichtung der Eckenheimer Landstraße ist die Längsrichtung stadtaus- und stadteinwärts.
Diese Richtung wird verstärkt durch die parallel verlaufenden Spuren der Auto-, Stadtbahn- und Radwege, die die Straße in einzelne schmale Streifen trennen. In Querrichtung, orthogonal zur Eckenheimer Landstraße bewegen sich hauptsächlich die Fußgänger und Anwohner auf den momentan nicht sehr breiten Bürgersteigen. Diese Bewegungsrichtung ist nur sehr eingeschränkt bzw. unkomfortabel möglich, da der Bürgersteig stellenweise sehr schmal ist. Durch die »Inselbildung« und die
Zusammenlegung der einzelnen Funktionen zu einem Gesamtraum (Shared Space) wird die Orthogonalbewegung in diesem Bereich gestärkt, die vorherrschende Längsrichtung wird durch den neuen Stadtraum »entschleunigt«. Neue Orte der Begegnung auf unterschiedlichen Ebenen können entstehen. So wird das Thema der »Zäsur« ins Gegenteil umgewandelt und ein zur Fahrbahn geschützter Stadtraum mit einer hohen Aufenthaltsqualität geschaffen. Die urbane Landschaft schichtet den Raum auch weich in der Höhe, es entstehen fließende Übergänge, Aufweitungen, Buchten, Orte zum Verweilen.

Umsetzung des Shared Space
Im Bereich der Haltestellen ist für den Kfz-Verkehr Tempo-30 vorgesehen. Die beidseits der Eckenheimer Landstraße für Fußgänger und Radfahrer vorhandenen bzw. geplanten Flächen werden den Umfeldanforderungen entsprechend geordnet. Auf der der Haltestelle abgewandten Straßenseite bleibt die Linearität erhalten, indem Radwege oder Radfahrstreifen baulich und markiert ausgebildet werden. Auf der Straßenseite mit Haltestellenbereich wird die Linearität aufgehoben, Radfahrstreifen werden nicht markiert. Damit wird ausdrücklich betont und gefördert, dass Fußgänger, Radfahrer, Wartende, Spielende und Bummelnde aufeinander Rücksicht nehmen (shared space); die bezogen auf die Fußgänger- und Radfahrerströme vertikal von und zu der Haltestelle Laufenden können so nahezu über die gesamte Haltestellenlänge die Haltestelle nutzen. Verkehrsrechtlich wird dies mit dem Schild »Fußgänger« und dem Zusatz »Radfahrer frei« geregelt, so dass hiermit keine Benutzungspflicht für Radfahrer verbunden ist. Es ist gewährleistet, dass an der engsten Stelle mindestens 3,00 m freie Breite vorhanden ist, sodass eine gemeinsame Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer unproblematisch ist.

Haltestelle
Die Haltestelle wird Teil des öffentlichen Raums, ist Bürgersteig, Haltestelle und urbaner Platz zugleich. Die notwendigen Funktionen wie Fahrkartenautomat, Papierkörbe und Sitzgelegenheiten sowie das taktile Leitsystem werden in die neue Stadt - Landschaft integriert. Der Witterungsschutz/Unterstand gleicht einer räumlichen Skulptur, die sich aus dem gefalteten Raum der Rampen, Treppen oder Böschungen entwickelt. Er ist von allen Seiten zugänglich und das klassische Verhältnis von Vorder- und Rückseite einer Haltestelle wird somit aufgelöst. Die Trennungslinie zwischen Bahnsteig und Bürgersteig wird aufgelöst, räumlich verschoben und von allen Stellen aus zugänglich. Der Infokasten samt Stationsbeschriftung hängt im Bereich des Witterungsschutzes orthogonal zur Fahrbahn, so dass man ihn von der Fahrbahn und vom Bürgersteig gut erkennen kann.

Materialität
Die Pflasterbeläge entstammen dem Katalog der Stadt Frankfurt zu Bodenbelägen im öffentlichen Raum und entsprechen somit den Anforderungen bezüglich einer einfachen Wartung und Unterhaltung. Der Witterungsschutz/Unterstand ist als Stahlrostkonstruktion ausgebildet, die tragende Glasverbundscheibe, an der ebenfalls der Infokasten befestigt ist, dient auch als Aussteifung der Konstruktion. Die Verkleidung des Stahlrostes besteht aus eloxiertem Aluminiumblech. An der Unterseite werden in der Konstruktion mit der Verkleidung fluchtend die notwendigen Beleuchtungskörper integriert.

Just Burgeff Architekten GmbH, www.just.burgeff.de

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