10
Dez

Nachhaltigkeit in der Fassade

Fassade

Fertiggestellte Fassade des Verwaltungsgebäudes in Walldorf

Nachhaltiges Bauen berücksichtigt nicht nur den energetischen Aufwand zur Herstellung und Verarbeitung von Bauprodukten, sondern auch den Aufwand, der sich aus der dauerhaften Nutzung des Gebäudes selbst ergibt. Denn gerade die kontinuierlichen Betriebskosten stellen im direkten Vergleich zu den einmaligen Erstellungskosten einen erheblichen finanziellen Aufwand dar. Um diesen sowohl im Neubau wie auch bei Bestandsgebäuden dauerhaft zu senken, ist unter anderem der Energiebedarf deutlich zu reduzieren. Aus diesem Grund gehen energetische Sanierungen von Bestandsgebäuden vor allem mit der Verbesserung der Wärmedämmung der Gebäudehülle einher. Beispiel einer solchen Sanierung ist das Verwaltungsgebäude der Gesipa Blindniettechnik GmbH in Mörfelden-Walldorf.

Verwaltungsgebäude vor der Sanierung mit Sichtbetonelementen und durchgehenden Fensterbändern

Der 1970 erbaute zweigeschossige Verwaltungsbau mit Sichtbetonfassade bot aus energetischer Sicht ideale Voraussetzungen für eine erhebliche Verbesserung der Wärmedämmung. Sowohl die beiden geschossweise durchgehenden Fensterbänder wie auch die vorhandenen Dämmung hinter den Sichtbetonelementen entsprachen nicht mehr den aktuellen Wärmeschutzanforderungen. Zur fachgerechten Sanierung der Gebäudehülle beauftragte der Bauherr das Büro Sauerbier, Wagner, Giesler – Architekten & Diplomingenieure, Eisenach mit der kompletten Planung, Ausschreibung und Bauleitung der Maßnahme.

Gerade die vorhandene Fassade mit den Sichtbetonelementen stellte eine besondere Herausforderung dar. Denn um hier nach Bauherrenwunsch eine vorgehängte hinterlüftete Fassade zu installieren, musste die statische Standsicherheit der Betonelemente sichergestellt werden. Konstruktiv handelt es sich bei dem Bau um eine Stützenkonstruktion mit einem Achsmaß von 7 Meter. An diesen Stützen sind die Sichtbetonelemente befestigt. Zur Sicherung der Elemente wurden diese zusätzlich mit Stahlwinkeln fixiert. Desweiteren montierte man jeweils in der Achsenmitte zwischen Boden und Decke Stahlstützen, an denen die Betonelemente ergänzend befestigt wurden. Damit war die Grundlage geschaffen, an den Elementen die neue, vorgehängte hinterlüftete Fassade zu montieren. Um eine planebene Oberfläche zu schaffen, wurden die Vertiefungen der profilierten Betonelemente zunächst mit EPS-Platten verfüllt. Zur Minimierung von Wärmebrücken verschlossen die Fassadenbauer auch die vorhandenen Fugen zwischen den Betonelementen mit EPS.

Eingelegte EPS-Dämmplatten in den Vertiefungen der Betonelemente
Eck- und Fensterdetail der neuen Fassade
Detailausbildung an der Fassadenecke

Alle Fassadenarbeiten führte die Firma SHB Montage Andreas Beck, Waltershausen, aus. Zunächst mussten die Wandhalter mit thermischer Entkopplung in den Betonelementen verankert werden. Anschließend konnten die 180 Millimeter dicken Mineralwolle-Dämmplatten in WLS 035 an der Außenwand verlegt und mit Dämmstoffdübeln verankert werden. Dabei werden die Wandhalter vom Dämmstoff umschlossen, um Wärmebrücken zu reduzieren. Sämtliche Befestigungsmittel wie Dübel, Schrauben, Dämmstoffdübel und Nieten zur fachgerechten Montage der vorgehängten hinterlüfteten Fassade entnahmen die Fachhandwerker dem neuen Komplettsortiment der SFS intec GmbH, Oberursel.

Bei der weiteren Befestigung der Tragprofile am Verwaltungsbau in Walldorf kamen sowohl passende Schrauben wie auch Blindnieten zum Einsatz. An die Wandhaltern verbanden die Fassadenbauer zunächst DIN-gerecht die T-Profile mit dem Verbindungselement »SLA5« aus Edelstahl A4. Dieses ist überdreh- und rückdrehsicher sowie genau auf das Klemmpaket der Unterkonstruktion abgestimmt. An der Schnittstelle zwischen Fassade und Attika erstellten die Fassadenbauer aus den T-Profilen eine entsprechende Unterkonstruktion, die einen nahtlosen Übergang zwischen der Fassadenbekleidung und der Dachrandabdeckung ermöglicht und zugleich das am Dachrand geforderte Gefälle zur Dachfläche hin gewährleistet. Die einzelnen Profilstücke verbanden die Handwerker untereinander mittels Gesipa-Blindnieten und fertigten so vor Ort diese spezielle, objektbezogene T-Profil-Konstruktion.

An der Fassade verlegte Wärmedämmung

Nach Fertigstellung der Unterkonstruktion konnten die Fassadenplatten montiert werden. Hier kamen Reynobond Aluminium-Verbundplatten in 4 Millimeter Dicke zum Einsatz. Die mit der Oberflächenvergütung »Duragloss 5000 EcoClean« ausgestatteten Fassadenplatten montierten die Handwerker im Farbton »Steel Metallic- E5101 S satin gloss«. Befestigt wurden die einzelnen Fassadenplatten in Abstimmung mit dem Bauherrn mittels passend in der Plattenfarbe lackierten »SX3« Edelstahl-Schrauben mit Sechskantkopf bzw. mit »irius«-Kopf und speziellen Gesipa-Blindnieten. Um die Befestigungsmittel zentrisch setzen zu können, nutzen die Fassadenbauer die weiterentwickelte SFS-Einhandsetzlehre. Mit Hilfe des umfangreichen SFS-Zubehörs konnten die Platten an den Befestigungspunkten fachgerecht wo nötig vorgebohrt und befestigt werden.

Nach Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme, dir im Frühsommer 2012 startete, konnte das Verwaltungsgebäude bereits im Dezember 2012 wieder komplett genutzt werden. Im Zuge dieser umfangreichen Baumaßnahmen wurde die gesamte Gebäudehülle energetisch aufgewertet. Neben der neuen vorgehängten hinterlüfteten Fassade und modernen Fenstern wurde auch das komplette Flachdach zusätzlich wärmegedämmt und neu abgedichtet. Ebenfalls erweitert wurde der »gläserne« Übergang zu dem Hauptverwaltungsgebäude. Für die sichere und dauerhafte Befestigung der Glaselemente sorgen die Glashalter von SFS intec. Damit verfügt die Gesipa-Firmenzentrale nicht nur über ein architektonisch äußerst ansprechendes Verwaltungsgebäude, sondern auch ein energetisch dem aktuellen Stand der Anforderungen angepasstes Bauwerk.

SFS intec GmbH FasteningSystems, www.sfsintec.biz

Montierte Wandhalter 


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