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Fr, Dez

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Architektur im Wandel: Das Frankfurter Büro Center als Ikone moderner Bestandsentwicklung

Bildquelle: Aroundtown

Immobilien

Stadtbild im Umbruch

Frankfurt am Main ist eine Stadt im ständigen architektonischen Aufbruch. Zwischen Bankenhochhäusern und historischen Quartieren, zwischen Glastürmen und klassizistischen Altbauten ringen Funktionalität, Ästhetik und Nachhaltigkeit um Aufmerksamkeit. Inmitten dieser urbanen Choreografie erhebt sich ein Bauwerk, das sich mehrfach neu erfunden hat: das Frankfurter Büro Center (FBC). Ursprünglich geplant in den 1970er-Jahren, steht es heute beispielhaft für die Transformation von Bestand in performative Zukunftsarchitektur.

Mit seinen 40 oberirdischen Stockwerken, einer Höhe von 142 Metern und rund 52.000 m2 Bruttogrundfläche ist das FBC eines der prägenden Hochhäuser im Frankfurter Westend. Doch seine wahre Bedeutung liegt weniger in der Höhe als in der Tiefe seines architektonischen Narrativs. Denn die Geschichte dieses Gebäudes ist eine Geschichte von Krisen und Chancen, von Stillstand und Aufbruch, von Re-Use statt Abriss.

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Der schwierige Anfang eines Giganten

Der Entwurf stammt von Architekt Richard Heil, der das Gebäude im Sinne des damals zeittypischen Rationalismus in Stahlbetonskelettbauweise mit Aluminium-Granitelementen und einer Vorhangfassade plante. Der Baustart 1973 war ambitioniert, doch die Realität holte das Projekt schnell ein: Die globale Ölkrise 1975 brachte das FBC zum Stillstand. Fast sechs Jahre lang fristete es ein Dasein als Rohbau – eine Bauruine mitten im Bankenviertel.

Dieser Baustopp ist mehr als eine historische Fußnote. Er verlieh dem FBC von Anfang an einen Charakter, der sich vom klassischen Hochhausplan unterschied: ein Bauwerk mit biografischen Brüchen, ein Symbol für die Fragilität wirtschaftlicher Großprojekte. Die ECE-Projektentwicklung übernahm das stagnierende Projekt und führte es 1981 zur Fertigstellung.

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Nutzungsgeschichte als Spiegel des Marktes

Die Nutzungsgeschichte des FBC ist gleichzeitig ein Spiegelbild der wirtschaftlichen und architektonischen Trends der letzten vier Jahrzehnte. In den 1980er- und 1990er-Jahren etablierte sich das Gebäude als repräsentativer Verwaltungssitz im Frankfurter Bankenviertel. Es bot großflächige Mieteinheiten mit Aussicht auf den Taunus und gleichzeitig unmittelbare Nähe zur Innenstadt.

Von 1985 bis 2007 war das FBC Bestandteil des Grundwertfonds der Dresdner-Bank-Tochter DEGI. In dieser Phase wurden kaum strukturelle Veränderungen vorgenommen, der Fokus lag auf langfristiger Nutzung. Doch mit dem Wandel der Arbeitswelt und dem sich verändernden Büroflächenbedarf stieg der Druck zur funktionalen Anpassung.

Ein Eigentümerwechsel 2007 zum US-amerikanischen Immobilienfonds Whitehall (Goldman Sachs) markierte den Beginn einer neuen Phase. Nun wurden erste Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, die sich jedoch auf einzelne Komponenten beschränkten. Es war ein vorsichtiger Startschuss zur Wiederbelebung des Baukörpers.

Sanierungsetappen im Zeichen der Nachhaltigkeit

Ein erstes klares Zeichen wurde mit der Neuinterpretation des Foyers im Jahr 2007 in Zusammenarbeit mit Just/Burgeff Architekten gesetzt. Transparenz, Offenheit und Lichtführung waren zentrale Leitmotive. Das große Lichtsegel, das über den Vorplatz gespannt ist, wurde zu einem der markantesten Elemente des FBC.

Parallel dazu wurden die Außenbereiche mit einem Bistro-Pavillon aufgewertet. Das Ziel war klar: Der vormals verschlossene Gebäudekörper sollte sich dem städtischen Raum öffnen. Die Verbindung zwischen Innen- und Außenraum wurde als sozialer und funktionaler Mehrwert begriffen. Durch diese Intervention erhielt das FBC erstmals eine moderne Adressbildung und einen repräsentativen Empfangsbereich.

Zwischen 2008 und 2011 folgten umfassende technische Erneuerungen im Innenraum. Die komplette Haustechnik wurde auf den aktuellen Stand gebracht, neue Fahrstuhlanlagen integriert und die Büroflächen so angepasst, dass flexible Grundrisskonzepte realisiert werden konnten.

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Die zweite Transformation – Von Multi-Tenant zu Single-User

Den eigentlichen architektonischen und strategischen Paradigmenwechsel brachte jedoch die Phase ab 2019: Aroundtown richtete das Gebäude vollständig auf einen Hauptnutzer aus – die Deutsche Bundesbank. Die Entscheidung bedeutete nicht nur eine funktionale Neuprogrammierung, sondern eine komplette Reinterpretation von Architektur im Kontext von Sicherheit, Digitalisierung und New Work.

Die Deutsche Bundesbank stellte anspruchsvolle Anforderungen. Ein umfassender Sicherheitsstandard, digitale Steuerungssysteme, ein energetisches Gesamtkonzept und eine familienfreundliche Infrastruktur waren Teil der Vorgaben. All das musste in ein bestehendes Bauwerk integriert werden, das unter ganz anderen Prämissen geplant worden war.

„Die Anforderungen der Bundesbank waren hoch, aber sie haben uns herausgefordert, das Beste aus dem Bestand herauszuholen – technisch, energetisch, organisatorisch,“ so Markus Brehm.

Das Resultat: eine nahezu vollständige Neukonfiguration des Gebäudes bei gleichzeitiger Wahrung seiner architektonischen Identität.

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Technische Ertüchtigung auf höchstem Niveau

Die technische Erneuerung des FBC war ein Kraftakt. Die Gebäudeleittechnik wurde neu programmiert, die gesamte Steuerungstechnik digitalisiert. Heiz- und Kühlanlagen arbeiten nun effizient und bedarfsgerecht. Auch ökologische Aspekte wurden systematisch berücksichtigt: Smart Water Metering, Leckageerkennung, energetisch optimierte Toilettenspülungen – das FBC agiert heute wie ein intelligentes Gebäude.

In der Tiefgarage wurden 40 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installiert, weitere 500 Fahrradstellplätze mit Überdachung errichtet. Die Integration dieser Mobilitätsinfrastruktur steht exemplarisch für ein urbanes Mindset, das ökologischen Wandel nicht nur administrativ, sondern architektonisch verankert.

Die Krönung dieser Bemühungen: die BREEAM-Zertifizierung "Sehr gut" im Juni 2025. Damit wird die Nachhaltigkeit des FBC international sichtbar gemacht und in einem anerkannten Rahmen bewertet.

Kita in Holzbauweise – soziale Architektur auf engem Raum

Ein architektonisches Highlight ist der Bau der neuen Kita auf dem Außenparkplatz des FBC. In Holztafelkonstruktion entstanden 906 m2 moderne Kinderbetreuungsfläche, inklusive Dachterrasse als Spielfläche. Die Einrichtung wurde mit dem ICONIC AWARD 2022 ausgezeichnet und zeigt exemplarisch, wie selbst temporär genehmigte Gebäude architektonisch anspruchsvoll und nachhaltig umgesetzt werden können.

Die Kita dokumentiert ein erweitertes Verständnis von Arbeitswelt: Familienfreundlichkeit ist kein Add-on, sondern Teil der strategischen Immobilienentwicklung.

Die neue Betriebsgastronomie als soziales Herzstück

Ein weiteres Schlüsselprojekt ist die neue Kantine, die sich über zwei Etagen erstreckt und bis zu 1.300 Gäste täglich bewirtet. Eigene Großküche, Tiefkühl-Logistik, Cafeteria mit Barista-Service – die Gastronomie im FBC ist nicht nur funktional, sondern gestalterisch integraler Bestandteil der Unternehmenskultur.

Dabei wurde großer Wert auf die Aufenthaltsqualität gelegt: Tageslicht, Raumakustik, Zonierungen für Kommunikation und Rückzug machen die Betriebsgastronomie zu einem sozialen Mittelpunkt im Arbeitsalltag.

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Architektur im Dialog mit dem Stadtraum

Das FBC öffnet sich sichtbar dem öffentlichen Raum: Die 21 Meter hohe Skulptur von Claus Bury auf dem Vorplatz, das transparente Lichtdach, die neugestalteten Außenanlagen mit Spielflächen und Pavillon – all das macht aus einem Hochhaus ein Gebäude mit städtischer Verantwortung.

Fazit: Der Beweis, dass Wandel Bestand hat

Das Frankfurter Büro Center steht für die Überzeugung, dass Hochhausarchitektur der 1970er und 80er Jahre nicht als obsolet gelten muss. Durch Re-Use, technische Ertüchtigung und soziale Erweiterung kann Bestand neue Relevanz gewinnen. Die Entwicklung des FBC ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte für Eigentümer und Nutzer, sondern ein Modellfall für eine nachhaltige, zukunftsfähige Stadtentwicklung.

„Wir verstehen Immobilien als atmende Systeme. Das FBC hat uns gezeigt, was möglich ist, wenn man auf Substanz baut und Zukunft denkt,“ resümiert Markus Brehm.

Bildquelle: Aroundtown


Ein Artikel von Markus Brehm, Regional Director Central/South Aroundtown und Alexander Eichler Senior Asset Manager Aroundtown


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