18
Feb

Bauhaus Symposion: Hannes Meyer als Pädagoge

Termine

Das Symposion »Hannes Meyer als Pädagoge« befasst sich mit der pädagogischen Konzeption und Praxis von Hannes Meyer, die er als Lehrer und Direktor am Bauhaus Dessau in den Jahren 1927 – 1930 entwickelt und später fortgeführt hat. Hannes Meyer hat die von Walter Gropius und den von ihm berufenen Meistern begründete Bauhauspädagogik (1919 – 1927 / 28) wesentlich verändert und neu konzipiert. Nicht nur, dass er die Architekturlehre im Auftrag von Gropius begründete und wissenschaftlichen Studien in den Entwurfsprozess einführte. Ihm gelang in der Lehre, mit Studierenden Bauprojekte (Laubenganghäuser, Haus Nolden) und industrielle Produktionen (Kandem-Leuchten und Rasch-Bauhaustapeten) zu realisieren. Durch die Berufung neuer Lehrer begründete er die Städtebaulehre (Hilberseimer) und den Fotografieunterricht (Peterhans), durch Gastvorträge integrierte er wichtige neue Wissensgebiete in die Lehre ein. Die dreitägige Tagung fokussiert drei Themenfelder:

1. Pädagogisches Konzept
Der erste Symposions-Tag stellt die Pädagogik von Hannes Meyer ins Verhältnis mit der Architekturausbildung der 1920er Jahre allgemein und mit der Bauhauspädagogik der Ära Gropius (Gropius / Moholy-Nagy) und widmet sich den konzeptuellen Grundideen. Diese finden ihre Fortsetzung und Weiterentwicklung durch Meyers spätere Tätigkeit in Mexiko wie durch die Praxis der Hochschule für Gestaltung Ulm ab 1956. Ein besonderer Fokus wird auf den Praxisbezug in der Lehre geworfen wie auf der Frage, wie Hannes Meyer in Bildungsbauten (Mümliswill /  Bernau) seine pädagogischen Ideen räumlich umgesetzt hat.

2. (Neue) Lehrer am Bauhaus im Direktorat von Hannes Meyer
Seine pädagogische Konzeption setzte Hannes Meyer nicht zuletzt durch seine programmatische Auswahl des Lehrpersonals um, welche oft mit strukturellen Veränderungen einher ging. So wurde durch Zusammenlegung der Metallwerkstatt, der Tischlerei und der Wandmalerei die Ausbauwerkstatt geschaffen, die Fotografiewerkstatt neu gegründet und eine Städtebaulehre eingeführt. Auch wurde mit Gunta Stölzl eine Frau als Meisterin berufen. Durch Gastdozenten und zahlreiche Gastvorträge wurde das Lehrangebot erweitert und programmatisch geschärft. Am zweiten Symposionstag wird eine Auswahl der für die Ära Hannes Meyer wichtigsten Lehrpersönlichkeiten vorgestellt und ihre konzeptuellen Haltungen, theoretischen Positionen und entwurflichen Methodiken erörtert, in denen sich die Neuausrichtung der Bauhauslehre manifestiert.

3. Bauhausschüler der Ära Hannes Meyer
Am Beispiel der Architekturlehre unter Hannes Meyer wird der Wirkung seiner Pädagogik auf die nächste Gestaltergeneration nachgegangen. Relevant hierbei ist, dass die Studierenden aufgrund der politischen Umbrüche in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Konstellationen tätig wurden, sei es in der stalinistisch geprägten Sowjetunion, in Deutschland unter dem Nationalsozialismus und in der Ära des kalten Krieges, nach der Staatsgründung Israel, in Westeuropa oder Südamerika. Kritisch zu Fragen ist, ob Einflüsse des Bauhauses – u.a. unter Meyer – die Position der Bauhausschüler wirklich wesentlich mitgeprägt haben und wie diese angeeignet und fortentwickelt wurden.

Referenten
Prof. Dr. Peter Bernhard (Uni Erlangen- Nürnberg)
Prof. em. Dr. h.c. Gui Bonsiepe (DesigntheoretikerGestalter, La Plata?/?Buenos Aires)
Ute Brüning (Designhistorikerin Berlin)
Brenda Danilowitz (Josef and Anni Albers Foundation, New Heaven)
Dr. Folke Dietzsch (Architekt, Ebeleben/Thüringen)
Prof. Dr. Zvi Efrat (Bezalel Academy Jerusalem)
Tatiana Efrussi (Universität Kassel)
Jens-Uwe Fischer (HfbK Hamburg)
Prof. PhD. Anthony Fontenot (Woodbury University, Los Angeles)
Prof. Dr. Raquel Franklin (Anahuac University, Mexico City)
Dr. Gregory Grämiger (ETH Zürich)
Prof. Dr. Simone Hain (Berlin)
Dr. Gregor Harbusch (Architektur- und Kunsthistoriker)
Dr. Sibylle Hoiman (Bauhausarchiv Berlin)
Sebastian Holzhausen (Architekt, Zürich)
Prof. Espen Johnsen (University of Oslo)
Vistiting Assisistant Prof. Dara Kiese (Parsons School of Design, Pratt Institute)
Prof em. Dr. Martin Kipp (Berufspädagoge Rosenfeld-Bickelsberg)
Dr. Norbert Korrek (Bauhaus-Universität Weimar)
Dr. Werner Möller (Stiftung Bauhaus Dessau)
Hanneke Oosterhof (TU Eindhoven)
Prof. Philipp Oswalt (Universität Kassel)
Prof. em. Ingrid Radewaldt (Designhistorikerin, Hamburg)
Mag. Adina Seeger (Kuratorin Jüdisches Museum Wien)
Mag. Kunstg., M.Sc. Anne Stengel (Universität Kassel)
Mag. Anna Stuhlpfarrer (Kunstuniversität Linz)
Visiting Assistant Prof. Dr. Daniel Talesnik (Illinois Institute of Technology)
Mag. Arch. Andreas Vass (Architekt, Wien)
Prof. i.R. Dr. phil. Rainer K. Wick (Bergische Universität Wuppertal)
M.A., Dipl.-Museol. (FH) Julia Witt (Berlin)
Dr. Friederike Zimmermann (Kunst & Kommunikation)

Hannes Meyer als Pädagoge Bauhaus Symposion. 15.-17.3.2018, Universität Kassel

Weitere detaillierte Informationen: www.uni-kassel.de/bauhaus-symposium

University Kassel, Neubau ASL, Raum 0106, Universitätsplatz 9, 34127 Kassel
Veranstalter / Organizer: Universität Kassel, Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen, Prof. Philipp Oswalt
Eintritt : 50 € gesamt , 20 € je Tag. Studenten Eintritt frei
Gefördert von Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Herman Henselmann Stiftung, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst


Anzeige AZ-GC1-728x250 GAS

Bildnachweis: KS-ORIGINAL GMBH

Premium-Advertorial

Im Wohnraummodell lassen sich durch vorgeplante Wandöffnungen oder -stellungen, Wohneinheiten zusammenlegen, trennen oder umnutzen. Foto: KS-ORIGINAL

Premium-Advertorial

Domäne Mehrgeschoss-Wohnung: Kalksandstein ist aufgrund optimaler bauphysikalischer Eigenschaften – Statik, Brandschutz, Schallschutz – prädestiniert für den Wohnungsbau. Mit modularen Systemen lassen sich Bauprojekte besonders schnell und ökonomisch realisieren. Bild: KS-ORIGINAL / Guido Erbring

Fachartikel

Die ursprünglich mit Schiebetoren und nach dem Krieg mit Rolltoren versehene Fassade des in der Hauptgebäude-Achse stehenden Hangars wurde durch eine filigrane Glasfassade ausgetauscht. Die Gliederung orientiert sich an der Fassadenteilung durch die originären Tore. Foto: HG Esch

Projekte (d)

Das schmale Reihenhaus in Ijburg grenzt sich bereits mit der Fassade aus weißem Betonumbau und Holz von den anderen Gebäuden Bildnachweis: Solarlux GmbH

Fassade

Anzeige AZ-C1a-300x250 R8

Anzeige AZ-C1b-300x600 R8
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.