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Ausstellung PELES DUO im Kunstverein Friedrichshafen

Peles Duo: mess and memory, 2025, Din A3 Farbkopien. Foto: 2025, Fotograf: Dominik Dresel

Design Kunst

Der Kunstverein Friedrichshafen zeigt vom 26. April bis 22. Juni 2025 unter dem Titel mess and memory eine Ausstellung des Künstlerinnenduos PELES DUO. „Mess“ steht dabei für die (Un-)Ordnung, das Prozesshafte, das sich dem Zugriff entzieht – das Atelier, der Abdruck, das noch nicht Entschiedene.

„Memory“ dagegen verweist auf Wiederholung und Archivierung. Gemeinsam formulieren die beiden Begriffe eine Dialektik, die die künstlerische Praxis von Peles Duo präzise umreißt: ihre Arbeiten sind zugleich Dokumentation und Dekonstruktion. Als methodischer Ausgangspunkt der Ausstellung fungiert das Prinzip der Reproduktion. Deshalb präsentiert Peles Duo im Kunstverein eine ortsspezifische, vielschichtige Installation, die sich wie ein lebendiges Archiv ihres Werks durch die gesamten Ausstellungsräume zieht. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Fotografie, Skulptur und Architektur, zwischen Reproduktion und Original, zwischen dem Sichtbaren und dem Fragmentarischen.

Peles Duo: fossil portal III, 2021/2025, digital gedruckter Teppich; mess and memory (Ciamberlano), 2025, Acryl auf pigmentiertem, gebranntem Gips, Seil; fossil portal II, 2021/2025, digital gedruckter Teppich. Foto: 2025, Fotograf: Dominik Dresel
Peles Duo: fossil portal III, 2021/2025, digital gedruckter Teppich; mess and memory (Ciamberlano), 2025, Acryl auf pigmentiertem, gebranntem Gips, Seil; fossil portal II, 2021/2025, digital gedruckter Teppich. Foto: 2025, Fotograf: Dominik Dresel


Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet eine großformatige hängende Papierarbeit im Eingangsbereich. Eine Art visuelle Schwelle, die das Publikum empfängt, in die Ausstellung hineinführt und gleichzeitig eine sofortige Einsicht verhindert. Zugleich lässt sich der Vorhang als wiederkehrender Gedanke in der künstlerischen Praxis des Duos lesen: als Strategie der Inszenierung, als Ort der Verhüllung und Offenbarung. Das zentrale Motiv, entnommen der Arbeit forms of love (Berlin, 2024), evoziert ein Bild des Sakralen und ist zugleich ein Fragment aus einer anderen Zeit und einem anderen Raum.
Die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verdeckung, zwischen Intimität und öffentlicher Inszenierung, zieht sich durch die gesamte Ausstellung. Auch die wandhängenden, ornamentalen Teppiche im Hauptraum tragen Spuren einer anderen Zeit und eines anderen Ortes in sich. Ihre fotografischen Vorlagen entstanden während eines Grubenbrand-verfahrens im Rahmen der Arbeit the long sleep of amber (E-Werk Luckenwalde, 2021), in der industrielle Materialgeschichte mit mythologischen Bezügen verwoben wurde.

Peles Duo: mess and memory (Ciamberlano), 2025, Acryl auf pigmentiertem, gebranntem Gips, Seil. Foto: 2025, Fotograf: Dominik Dresel
Peles Duo: fossil portal I, 2018/2025, Din A3 Farbkopien und mid-process, 2025, Terra Nigra Ton, Plastikfolie. Foto: 2025, Fotograf: Dominik Dresel


Der Boden des ersten Obergeschosses sowie die Treppen sind mit Bildtapeten belegt, deren Rasterung nicht nur an archäologische Grabungen erinnert, sondern auch Fragen nach der Dokumentation und Rekonstruktion von Vergangenheit stellt. Den Ausgangspunkt der Tapete bildet die Recherche für TIBISCVM (Art Encounters, Timișoara, 2019). Eine archäologische Tonfigur, entdeckt auf einem Baugelände in Rumänien, verweist auf antike Liebesrituale, in denen Feuer als bindendes wie zerstörerisches Element eine zentrale Rolle spielt. Darauf wird eine im Kunstverein sich im Entstehungsprozess befindende Skulptur gezeigt. Dieses Werk führt exemplarisch vor, wie Peles Duo Narrative miteinander verwebt: von der römischen Poesie bis zur osmanischen Geschichte Timișoaras – alles kann Material werden, wird abstrahiert, geschichtet und überführt in eine neue Lesbarkeit.

Peles Duo: mess and memory (Ciamberlano), 2025, Acryl auf pigmentiertem, gebranntem Gips, Seil. Foto: 2025, Fotograf: Dominik Dresel
Peles Duo: mess and memory (Ciamberlano), 2025, Acryl auf pigmentiertem, gebranntem Gips, Seil. Foto: 2025, Fotograf: Dominik Dresel


Im Kunstverein zeigt sich das mannigfaltige Werk von Peles Duo als ein sich ständig neu überschreibendes Gefüge. Fotografien, Keramiken, UV-Drucke, Jesmonite-Reliefs, Tapeten, textile Oberflächen sowie digital und manuell erzeugte Formen stehen nicht für sich, sondern treten in ein temporäres Miteinander, das den Raum als Bühne für Erinnerung, Wiederholung und Wandel begreift.

Peles Duo (früher Peles Empire) ist eine Zusammenarbeit der Künstlerinnen Katharina Stöver (*1982 in Gießen, Deutschland) und Barbara Wolff (*1980 in Făgăraș, Rumänien). Strategien der optischen Verflachung und Täuschung, die Transformation von 3D zu 2D und zurück zu 3D und nicht zuletzt die Frage, ob und wann ein Werk überhaupt als abgeschlossen verstanden werden kann – das sind einige der Motive, mit denen sich Peles Duo auseinandersetzt.

2017 war Peles Duo bei der Ausstellung Skulptur Projekte, Münster vertreten sowie auch in der Ausstellung Produktion. Made in Germany Drei im Sprengel Museum, der Kestner Gesellschaft und dem Kunstverein Hannover. Im Jahr 2021 erhielt Peles Duo das Stipendium der Peter Jacobi Stiftung für Kunst und Design. Ausgewählte Einzel- und Gruppenausstellungen der letzten Jahre sind: forms of love (2025), Kunstverein Siegen, Stiftung St.Matthäus; you are fire, dressed in fire (2022), Kunstverein Pforzheim (DE); the other amber (2021), Galerie Johann Widauer, Innsbruck (AT); the long sleep of amber (2021), E-Werk Luckenwalde (DE).

 

Kunstverein Friedrichshafen
Buchhornplatz 6
88045 Friedrichshafen
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www.kunstverein-friedrichshafen.de

Öffnungszeiten:
Mi-Fr 15-18 Uhr
Sa So Feiertage 11-17 Uhr


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