Wer die Aula der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim betritt, wird neuerdings von einem Rednerpult empfangen, das nicht nur funktional ist, sondern auch eine Geschichte erzählt. Entstanden ist es im Rahmen eines interdisziplinären Projekts des Studiengangs Holzingenieurwesen, Vertiefung "Möbel und Ausbau", das im Sommersemester 2025 seinen Höhepunkt fand.
Was als Idee im Dekanat begann, nahm rasch Gestalt an: Die Aula sollte ein neues Rednerpult erhalten, das den Raum aufwertet, aber auch Haltung zeigt. Modern, nachhaltig, technisch auf der Höhe der Zeit – mit diesen Vorgaben entwickelten die Studierenden im Wintersemester 2024/25 vier Entwürfe. Eine hochschulinterne Jury entschied sich schließlich für das Konzept von Tobias Stark, das symbolisch die Werte der Hochschule transportieren sollte. Drei klar unterscheidbare Elemente formen das Möbel: der Sockel, die Schürze und das Technikmodul. Tradition, Innovation und Nachhaltigkeit – diese drei Ideen waren die konzeptionelle Leitlinie.

Unter Anleitung von Prof. Dirk Niemann und Karina Michaelis machten sich Tobias Stark, Lukas Graffam, Finia Hertwig und Lennart Johannsen an die Umsetzung. Dabei setzten sie auf eine ungewohnte Materialkombination. Der Sockel besteht aus gestampftem Lehm – einem uralten Baustoff, der in Zeiten ökologischen Bauens eine Renaissance erlebt. Um die passende Mischung zu finden, waren zahlreiche Versuchsreihen notwendig. Erst dann wurde die finale Form in einer speziell hergestellten Schalung aus Multiplex realisiert.
Die Schürze, also die vertikale Verkleidung des Pults, entstand aus schwarzem Compact Density Fibreboard. Dieses hochverdichtete Holzfaserprodukt wurde auf einer 5-Achs-CNC-Fräse millimetergenau bearbeitet. Den letzten Schliff erhielt das Teil im Lackierraum der Fakultät Gestaltung – dort sorgte eine transparente Beschichtung für Schutz und eine feine, matte Optik.

Dass auch technische Raffinessen nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst: Eine elektrisch ausfahrbare Hubsäule erlaubt es, das Pult höhenverstellbar zu nutzen. Strom-, HDMI- und Internetanschlüsse sind dezent eingebettet, sodass Design und Funktion Hand in Hand gehen.
Gebaut wurde das Pult in den Werkstätten der HAWK, präsentiert im Rahmen einer Feierstunde. Erst dort fügte sich alles zusammen: Lehm, Holzfaser, Technik. Was dabei herauskam, ist mehr als ein Möbelstück. Es ist ein Statement.