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Mi, Apr

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Raoul Kevenhörster – Künstler, Beobachter

Foto: Jan Sobottka

Menschen

Crémant, Glühwein, Feuerschale: Genau mit dieser Mischung lädt der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) heute, am 21.01.2026, zum Empfang in die Bleibtreustraße 33 in Berlin-Charlottenburg. Beginn ist um 18:30 Uhr. Den Rahmen setzt eine Vernissage: „ZWISCHENRAUM“ mit Arbeiten von Raoul Kevenhörster, Einführung durch Sebastian Wagner.

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Kevenhörster wird in den vorliegenden Texten als Künstler beschrieben, der an den Schnittstellen von Fotografie, Wahrnehmung und Bewegung arbeitet. Entscheidend ist dabei weniger das Abbild als der Vorgang. Das Unterwegssein ist nicht Thema „nebenbei“, sondern Arbeitsbedingung: Übergang, Blickwechsel, ein kurzer Moment, in dem Licht, Geometrie und Stimmung zusammenklicken – und schon ist er wieder weg.

Keine Beweisfotos, sondern Erfahrungsräume

In der Ankündigung wird Kevenhörsters Kamera ausdrücklich als Instrument der Wahrnehmung gerahmt, nicht als Maschine fürs Nachweisen. Seine Bilder sollen nicht dokumentieren, „wie es war“, sondern eine subjektive Erfahrung verdichten. Das Material macht daraus eine Zeitfrage: extrem kurze Zeitfenster, in denen Bewegung und Stillstand miteinander ringen.

Auffällig ist auch der Bezug auf das Dazwischen als eigentliche Komposition – zwischen Bild A und Bild B, zwischen Farbe und Form. Das ist eine klare Absage an das abgeschlossene Einzelbild als Endpunkt. Und es passt zu einer Stadtwahrnehmung, die selten im Ziel ankommt, sondern dauernd unterwegs ist: Blick springt, Körper folgt, Kontext kippt.

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Städte der zweiten Reihe, aber ohne Nebenrollen-Pathos

Der Kontext, der hier mitschwingt, kommt aus dem AIV-Umfeld selbst: Ein Themenheft des AIV-Forum trägt den Titel „Die Städte der zweiten Reihe – Der Goldene Kreis“ und richtet den Blick auf Orte „jenseits des Wachstumsdrucks Berlins“, die im Schatten der Metropole oft unterschätzt werden.

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In den Kevenhörster-Sätzen taucht diese Logik wieder auf, nur fotografisch gedacht: Stadt nicht als Zentrum-Peripherie-Schema, sondern als Übergangszone mit eigener Identität. Das ist kein romantischer Provinzblick, sondern eher ein methodischer: Wer Übergänge ernst nimmt, muss aushalten, dass Identitäten nicht festgeschrieben sind, sondern in Bewegung stehen.

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Vernissage als Programm: Prozess statt Zustand

Dass der AIV ausgerechnet den Neujahrsempfang mit dieser Ausstellung koppelt, ist mehr als Dekor. Heute Abend steht damit nicht die fertige Stadt im Raum, sondern die Stadt als Prozess. Der Titel „ZWISCHENRAUM“ ist dafür eine ziemlich direkte Ansage: nicht ankommen, sondern sehen, wie sich etwas verschiebt.


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