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So, Feb

Koolhaas’ Countryside: Manifest zur Erforschung ruralen Raumes

Fachliteratur

 

Rem Koolhaas widmet sich mit seinem neuesten Forschungsprojekt den rasanten und oft verborgenen Veränderungen, die sich in den weitläufigen, nicht-urbanen Regionen der Erde ereignen. Diese ländlichen, abgelegenen oder verwilderten Gebiete sowie die 98% der Erdoberfläche, die nicht von Städten besiedelt sind, bilden die vorderste Front, an der sich die gewaltigen Kräfte der heutigen Zeit – Klimawandel, ökologische Zerstörung, Migration, Technologie, demografische Verwerfungen – am folgenreichsten auswirken. Zunehmend von einem ‚kartesischen’ Regime bestimmt – gerastert, automatisiert und auf maximale Produktion hin berechnet –, verändern sich diese Regionen gerade bis zur Unkenntlichkeit.

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Countryside, A Report versammelt Essays eindrucksvoller Reisen in Regionen, die globalen Kräften und Entwicklungen in besonderem Maße ausgesetzt sind, zugleich aber nur am Rande unseres Bewusstseins existieren: ein Testgelände in der Nähe von Fukushima für Roboter, die künftig für die ländliche Infrastruktur und Landwirtschaft Japans zuständig sein werden; eine nur aus Gewächshäusern bestehende Stadt in den Niederlanden – einem möglichen Ursprung für die Kosmologie der ländlichen Regionen von heute; der rapide abtauende Permafrost in Zentralsibirien, wo man über die baldige Umsiedlung der Bevölkerung nachdenkt; Flüchtlinge, die sterbende Dörfer in der deutschen Provinz bevölkern und dort auf Klimaaktivisten treffen; Berggorillas, die auf ihrem angestammten Territorium in Uganda plötzlich Menschen begegnen; der amerikanische Mittlere Westen, wo sich industrielle Landwirtschaftsbetriebe mit regenerativer Agrikultur auseinandersetzen; oder chinesische Dörfer, die sich in All-in-one-Produktionsstätten, E-Commerce-Läden oder Fulfillment-Center verwandelt haben.

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Dieser Band ist das offizielle Begleitbuch zu der mit Spannung erwarteten Ausstellung im New Yorker Guggenheim-Museum, Countryside, The Future. Für den Architekten und Urbanisten Rem Koolhaas, dessen Karriere einst mit zwei Projekten zur Stadtentwicklung begann (The Office for Metropolitan Architecture, 1975, und Delirious New York, 1978), markieren Ausstellung und Buch ein gänzlich neues Forschungsgebiet. Die Publikation im handlichen Pocket-Format wurde von Irma Boom gestaltet, die für ihr originelles Layout und die innovative Typografie in der Bibliothek des Vatikans recherchierte.

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Countryside, A Report erfasst die gemeinsame Forschungsarbeit von AMO, Koolhaas und Studenten der Harvard Graduate School of Design, der Bejing Central Academy of Fine Arts, der Wageningen University in den Niederlanden und der University of Nairobi.

Zu den Autoren zählen Samir Bantal, Janna Bystrykh, Troy Conrad Therrien, Lenora Ditzler, Clemens Driessen, Alexandra Kharitonova, Keigo Kobayashi, Niklas Maak, Etta Madete, Federico Martelli, Ingo Niermann, Dr. Linda Nkatha Gichuyla, Stephan Petermann und Anne M. Schneider.

„Die Tatsache, dass heute mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten lebt, ist zu einem Vorwand dafür geworden, ländliche Gebiete zu ignorieren... Es hat mich ziemlich überrascht, wie massiv sich dort alles verändert hat. Die Geschichte dieses Wandels ist noch weitgehend unerzählt.“
— Rem Koolhaas

 

Koolhaas. Countryside, A Report
AMO, Rem Koolhaas
Softcover mit Klappen, 10 x 16 cm, 352 Seiten
ISBN 978-3-8365-8439-5 (Englisch)


Projekt von Edwards White Architekten, Neuseeland, mit in Reihe arrangierten T3 von Gantlights und eigens angefertigtem 80-Zentimeter-Baldachin aus Stahl. Bildquelle: Simon Wilson

Beleuchtung

Die ins Auge fallende Dachkonstruktion greift das Thema der lebendigen Dachlandschaft des Bestandsgebäudes auf und setzt sie auf eine ganz eigene Weise um. Foto: Studio Jil Bentz

Projekte (d)

Solarfassade des neuen Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke Gronau. Bildquelle: Mario Brand Werbefotografie

Fassade

In Beelen ließ sich Oliver Spiekermann unter anderem von münsterländer Höfen inspirieren, wie er im Video erzählt. Foto: Architekten Spiekermann / KS-Original

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Die 2800 m² große Fassade des Montblanc-Besucherzentrums ist mit einem geschichteten Relief ausgebildet, das hinterleuchtet ist und in den dunklen Stunden der Gebäudehülle ein noch spektakuläreres Erscheinungsbild verleiht. Bildquelle: Roland Halbe

Hochbau

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