10
Dez

Shifting Contexts - Die Küche als Inszenierung

Küchen von Bulthaup sind keine Massenware, sondern individuelle Möbel für die tägliche Hausarbeit. Um die Individualität einer Bulthaup-Küche stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, hat das Unternehmen sein Gestaltungsprogramm »Shifting Contexts« ins Leben gerufen.

»Shifting Contexts« lädt Kreative der internationalen Architektur- und Designszene ein, Bulthaup neu zu interpretieren und zu inszenieren. Dabei geht es nicht um die Entwicklung neuer Produkte, sondern vielmehr um die Perspektive, die Lesart des Lebensraumes Küche. Die konkrete Zielsetzung: »autobiographische« Küchen, deren Interpretationen neue Einsichten verschaffen. Den Auftakt macht die »Bulthaup b3« von Art Director Mike Meiré, die anlässlich der Möbelmesse in Mailand gezeigt wurde. Aus Weiß wird Schwarz, aus Funktion wird Attitüde. Mike Meiré persifliert den Standardwunsch nach einer weißen Küche und testet dabei die Grenzen aus. Oberflächen, die nicht lackiert, sondern mit feinem Leder bespannt sind, wecken nach seiner Meinung Assoziationen an die Haute Couture. Vitrinen, die Persönliches – Aufgelesenes wie Erlesenes – als Sammlung präsentieren, deuten eine Nutzung an, die weit über den gewohnten Gebrauch einer Küche hinausgehen.

Mike Meiré wählt Elemente aus den verschiedensten Sphären und fügt sie zu etwas Neuem, zu einer Art »beseelter Funktionalität« zusammen - das Prinzip Eklektizismus, angewendet auf den Lebensraum Küche. Die gestalterische Freiheit, die mit der »Bulthaup b3« möglich ist, wird von Meiré sichtlich auf die Spitze getrieben.

Als Designer, Art Director und Kurator hat Meiré internationale Marken geprägt und bekannten Publikationen wie »brand eins« ein Gesicht gegeben. Daneben erregen seine Installationen wie »The Farm Project« und »Global Street Food« gerade im Zusammenhang mit dem Thema Küche weltweit Aufmerksamkeit. 2010 stellte Mike Meiré im Rahmen der Art Basel/»The Solo-Project« seine freien, künstlerischen Arbeiten aus (Galerie »Bartha Contemporary«, London).

Nachdem die Küche in den letzten Jahren mehr und mehr in den Wohnbereich ausgeweitet wurde, spiegelt die »Bulthaup b3« von Meiré mittels der eingesetzten Materialien und Objekte den Wohnbereich nun wiederum in die Küche zurück. Meiré verzichtet auf die üblichen funktionalen Oberflächen wie Lack oder Edelstahl und bringt Materialien und Objekte ins Spiel, die aus dem erweiterten Wohnkontext stammen. Eine Installation, die das Thema Handwerkskunst und den Manufakturgedanken von Bulthaup auf die Spitze treibt. Die »Bulthaup b3« ist mit schwarzem Leder bezogen, und somit schon allein farblich ein Novum in der Bulthaup Tradition. Gewissermaßen als pointierte Widerspruch zu den üblichen weißen Küchen-Ikonen. Leder zu berühren, zu fühlen heißt immer auch: Haut auf Haut.

Die Armaturen und Griffe der »Bulthaup b3«-Inszenierung sind versilbert. Ein Verweis auf die Handwerkskunst und ein Link zum ebenso exquisiten wie warmen Besteck aus der Silbermanufaktur Puiforcat, das in den Schubladen dieser Mailänder Kücheninszenierung aufbewahrt wird. Die Bedienungselemente der Armatur sind mit leuchtend schwefelgelbem Leder bezogen.

Die Kantennähte der im Korpus verbliebenen Schubladen sind ebenfalls in Schwefelgelb abgesetzt. Die Schubladenböden sind zudem – wie auch die Arbeitsplatte – aus »Nero Marquina«, einem schwarzen Marmor mit einer feinen, weißen Aderung. Auch scheinbare Details wie den Boden einer Schublade rückt Meiré in seiner Interpretation in ein neues Licht.



Ein Blickfang der »Bulthaup b3« Interpretation ist das Sideboard mit großzügigen Schubladen, die jeweils im Inneren eine individuelle Lackierung tragen: Hellblau, Türkis, Hellgrün und Schwefelgelb. Eine Art Rahmen bildet die Wandtäfelung aus geräucherter Eiche, »Nero Marquina«-Marmor und Leder.

Hier sind die Schattenfugen teils versilbert – und treten somit erstmals aus dem Schatten hervor. Das Bild, das entsteht, ist auch eine stille Reminiszenz an den »International Style«: »Die moderne Architektur soll regelmäßig und modular sein.« Eine eigens programmierte Animation auf 8 Monitoren, die am Eingang verortet und somit auch von außen einsehbar ist, führt das analoge Spiel der Möglichkeiten digital fort. Daran gekoppelt ist eine Ton-Collage, die dem Raum und der Installation zusätzlich Energie und Spannung verleiht.


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