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Neues Farb- und Formatsystem für Keramik

Bei diesem Beispiel wird Farbe pointiert verwendet: Keramische Formteile und unterschiedliche Formate in Weiß schaffen die Bühne für selbstbewusst-expressive Elemente in Blau und verschiedene Grün-Töne (im Hintergrund). Anwendungsbeispiel Schwimmbad, Entwurf: arkMILL Oy, Tapio Antikainen 

Ende Oktober 2014 stellte Agrob Buchtal in einer Preview sein neues Architekturkeramik-System »ChromaPlural« in Köln vor. Mit dem Marktstart im Januar 2015 eröffnen sich grundlegend neue Möglichkeiten und Freiheiten für Architekten und Planer. Mit »ChromaPlural« werden nach dem Motto »best of both worlds« die beiden bisherigen Serien »Chroma« und »Plural Plus« in einem neuen eigens kreierten Farb- und Formatsystem zusammengeführt.

Farbe bedeutet nicht zwangsläufig schrille Buntheit, wie dieses Beispiel belegt: Monochrome Bereiche und rhythmisierte Flächen erzeugen einen reizvollen Dialog zwischen ruhiger Klarheit und lebendiger Vitalität. Anwendungsbeispiel. Sanitärraum, Entwurf: 3deluxe, Matthias Sütterlin
Subtile Differenzierungen spielen beim architektonischen Einsatz von Farbe eine elementare Rolle. Bei diesem spektakulären Konzept wurden alle 10 Töne der neutralen Graureihe eingesetzt im Zusammenspiel mit Licht und Rot. Anwendungsbeispiel U-Bahn-Station, Entwurf: NIO architecten, Maurice Nio

Vor dem offiziellen Marktstart zur Messe BAU 2015 lud Agrob Buchtal nun Ende Oktober Architekten aus dem Rheinland zu einer abendlichen Preview auf das Schiff »Ocean Diva« in Köln ein. Das Unternehmen wollte keine Produktpräsentation der gängigen Art, sondern unmittelbar erfahren, wie Architekten die Neuentwicklung sehen. Neben dem Produkt stand daher vor allem die fachliche Qualität im Fokus des Programms, das - moderiert von Architekturkritiker Andreas Ruby - fast schon als kleiner Kongress mit den Kernthemen Farbigkeit und Modularität gelten konnte. In seiner Begrüßung gab Michael Wester mit einem Zitat des mexikanischen Architekten und Pritzker-Preisträgers Luis Barragán eine wichtige Intention des Abends und des neuen Systems vor: »Farben sind ein Kompliment an die Architektur.«

Modulare Collage mit Farben und Formaten des neuen System »ChromaPlural«

Als erste Rednerin konnte mit Louisa Hutton eine »Grande Dame« der Architektur gewonnen werden. Zusammen mit Matthias Sauerbruch gründete sie 1989 das international tätige Büro Sauerbruch Hutton (Berlin). In ihrer Werkschau zum Thema »Colour in Architecture« veranschaulichte sie die vielfältigen Effekte, die mit Farben erzielbar sind. »Farbe hat - unabhängig von Form - eine ganz eigene Kraft«, so ihr Fazit. Ein Gebäude mit farbiger Haut kann im städtebaulichen Kontext Orte schaffen mit besonderer Identität und Atmosphäre oder Bauten optisch größer bzw. bescheidener wirken lassen. »Farbe ist nicht Buntheit! Ich mag das Wort bunt überhaupt nicht«, betont Hutton in der anschließenden Fragerunde mit Moderator Andreas Ruby.

Der eigens entwickelte Farbkreis vermittelt die klare Ordnung und Harmonie: - das Kernstück bilden 10 Farbreihen jeweils in Hell-Mittel-Dunkel-Abstufung; - der äußere Kreis zeigt 10 darauf abgestimmte vitale »Aktivtöne«; - der innere Kreis stellt die neutrale Graureihe dar, die ebenfalls 10 Nuancen umfasst. In Summe ergibt dies 50 Farben, die in zahlreichen oktametrischen und dezimalen Formaten erhältlich sind

Um ganz eigene Wege der Kreation von Form ging es im zweiten Vortrag. Fabio Gramazio (Gramazio & Kohler, Zürich) ist nicht nur Mitinhaber eines Architektur-büros, sondern hat an der ETH Zürich seit 2005 auch eine Professur am - wie er selbst sagt - »ungewöhnlichsten Lehrstuhl« im Bereich der Architektur am Institut für digitale Fabrikation. Seine Grundidee: Die Materialisierung des Digitalen. Industrieroboter fertigen aufgrund von entsprechender Programmierung z.B. multifunktionale Wände (Gramazio nennt sie »Wahrnehmungsmaschinen«) aus traditionellen Werkstoffen wie Holz oder Ziegel. Das Ergebnis sind filigrane und präzise Strukturen mit besonderer Rhythmik.

Louisa Hutton (Sauerbruch Hutton, Berlin) referierte zum Thema »Colour in Architecture«
Fabio Gramazio (Gramazio & Kohler, Zürich) erläuterte die »Materialisierung des Digitalen«
Tim Edler (realities:united, Berlin) präsentierte »Architektur-Installationen und digitale Verlegepläne«
von links nach rechts: A. Ruby, L. Hutton, M. Wester, F. Gramazio
Blick auf das Auditorium. Im Vordergrund von rechts: Andreas Ruby und Louisa Hutton
Die anspruchsvollen Fachvorträge wurden gespannt verfolgt und fanden hohe Aufmerksamkeit

Den dritten Teil der Vorträge bestritt Tim Edler, der mit seinem Bruder Jan das Büro realities:united in Berlin betreibt, eine der weltweit renommiertesten Adressen für Architektur-Installationen. Für die »ChromaPlural«-Preview führte Edler das Gestalten von Fliesenrastern und Farbkombinationen in die digitale Zukunft: Per Computeranimation können Gebilde und Formationen in immer neuen wechselnden Farbkonstellationen kreiert werden, sei es durch gezieltes Eingreifen in das Programm oder per Zufallsprinzip, wobei Edler von einem »digitalen Verlegeplan« spricht. Die Installationen zeigten eindrucksvoll die Fülle an Möglichkeiten, mit denen Farbe und Struktur als organisches Ganzes begeistern können.

Andreas Ruby erntete Applaus dafür, dass er die Vorträge des Abends so zusammenfasste: »Das war kein Architainment, sondern knallharte Architektur!«

Nach der Markteinführung zur BAU 2015 folgen Roadshows in verschiedenen Großstädten Deutschlands und im angrenzenden Ausland. Auch diese Roadshows verbinden Fachvorträge und Wichtiges über das neue System »ChromaPlural«.

Agrob Buchtal, www.chromaplural.com

 


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