15
Sep

Mit Licht inszenieren

Concept Store Lanificio di Tollegno & Ragno: Zwei Marken, ein Store – Während Tollegno mit warmen Holztönen, einer werkstattähnlichen Einrichtung und Details wie überdimensionalen Garnrollen den handwerklichen Aspekt betont, setzt das Shopdesign von Ragno auf klare Linien, Eames-Möbel sowie frische Grau- und Weißtöne.

Der Mensch nimmt etwa 80 Prozent seiner Umwelt über das Auge wahr. Damit wird deutlich, welche Bedeutung einer durchdachten Beleuchtungslösung auch in Modegeschäften zukommt. Dabei entscheidet nicht die Quantität der Beleuchtung über die visuelle Wahrnehmung, sondern vor allem die Qualität des eingesetzten Lichts. Als einer der großen Pioniere der qualitativen Lichtforschung entwarf Richard Kelly (1910 -1977) in den 1950er Jahren ein wahrnehmungsorientiertes Lichtkonzept, das bis heute als Grundlage für eine gute Lichtplanung gilt. Er löste sich von der bis dahin gängigen Vorgabe einer einheitlichen Beleuchtungsstärke als Zentralkriterium der Lichtplanung und ersetzte sie durch die Frage nach den einzelnen Qualitäten des Lichts. Kelly unterschied dabei drei Grundfunktionen:
- Das »Licht zum Sehen« legt eine allgemeine Beleuchtung der Umgebung fest.
- Das »Licht zum Hinsehen« meint gerichtetes Licht, das den Blick lenkt, akzentuiert und Wahrnehmungshierarchien schafft.
- Das »Licht zum Ansehen« schließlich dient dem ästhetischen Selbstzweck und setzt im Raum besondere atmosphärische Effekte.

Concept Store Lanificio di Tollegno & Ragno: Zwei Marken, ein Store – Während Tollegno mit warmen Holztönen, einer werkstattähnlichen Einrichtung und Details wie überdimensionalen Garnrollen den handwerklichen Aspekt betont, setzt das Shopdesign von Ragno auf klare Linien, Eames-Möbel sowie frische Grau- und Weißtöne.
Concept Store Lanificio di Tollegno & Ragno: Zwei Marken, ein Store – Während Tollegno mit warmen Holztönen, einer werkstattähnlichen Einrichtung und Details wie überdimensionalen Garnrollen den handwerklichen Aspekt betont, setzt das Shopdesign von Ragno auf klare Linien, Eames-Möbel sowie frische Grau- und Weißtöne.

Kellys Konzept der drei Beleuchtungsfunktionen findet seinen Ursprung vor gut einem halben Jahrhundert, doch hat es selbst nach der voranschreitenden Revolution der Lichttechnik von der Glühbirne zur LED-Technologie nicht an Aktualität verloren. Aus der einfachen wahrnehmungsorientierten Unterscheidung lässt sich auch heute ein komplexes Lichtkonzept ableiten, das allen zeitgemäßen Anforderungen an eine Shop-Beleuchtung gerecht wird:

Die ideale Beleuchtung ergibt sich aus der Kombination aus allen drei Licht-Kategorien. Das Licht zum Sehen lässt sich für eine angenehme Raumhelligkeit beispielsweise über Downlights und Wandfluter herstellen. Dieses Licht bildet die Grundlage der Shop-Beleuchtung, indem es der allgemeinen Orientierung dient und einen guten Sehkomfort schafft. Darüber hinaus stellt die Wahl der Farbtemperatur bereits Weichen für eine gezielte Inszenierung: Neutralweißes Licht erzeugt eine eher frische, dynamisch wirkende Atmosphäre, die zum Beispiel für die Präsentation sportlicher Mode geeignet ist. Warmweißes Licht schafft hingegen eine gediegenere Atmosphäre, die oftmals eher im luxuriösen Fashion-Segment gefragt ist.

Antonia Store, Mailand: Spannungsreiche Sichtachsen, hohe Rundbögen und klare, geometrische Linien stellen einen reizvollen Kontrast zu den teilweise unverputzten Wänden dar. Exklusives Interieur aus hochwertigen Hölzern, Textilien, Glas und Leder lädt zum Verweilen und Ausprobieren ein.
Antonia Store, Mailand: Spannungsreiche Sichtachsen, hohe Rundbögen und klare, geometrische Linien stellen einen reizvollen Kontrast zu den teilweise unverputzten Wänden dar. Exklusives Interieur aus hochwertigen Hölzern, Textilien, Glas und Leder lädt zum Verweilen und Ausprobieren ein.

Die zentrale Rolle nimmt für viele Marken im Retail-Bereich das Licht zum Hinsehen ein. Das gerichtete Licht von kompakten LED-Lichtquellen eignet sich hier besonders, da es die wichtigsten Parameter der Präsentation von Textilien erfüllt: Brillanz und Modellierung lassen sich mit schwenk- und drehbaren Strahlern und Schienensystemen flexibel realisieren. Das Repertoire an heute verfügbaren LED-Lichtwerkzeugen bietet zudem vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Strahler und Fluter inszenieren je nach Bedarf Wandflächen, Warenregale oder kleine Dekoinseln und heben Materialien, Texturen und Farben optimal hervor. Die LED-Technologie ist heute so weit entwickelt, dass die Lichtwerkzeuge brillantes Licht ohne Streulicht abgeben, so dass sich Akzente sehr präzise setzen lassen. Über verschiedene Linsensysteme wie die Spherolit-Technik kann das Licht der LEDs von breiten bis hin zu stark pointierten Lichtkegeln gebündelt abgegeben werden – mit dem Mehrwert einer besonders günstigen Energiebilanz. Im Vergleich zu Niedervolt-Halogenleuchten kann der Einsatz von LEDs die Anschlussleistung in einem Ladengeschäft um 80 Prozent reduzieren.

Kiton Showroom, Mailand: Exquisite Farbwiedergabe, starke Kontraste und Akzente arbeiten die Materialien und Details der Modeartikel plastisch heraus – der Mailänder Kiton Showroom zeigt, wie man Mode mit LED-Lichtwerkzeugen ebenso spektakulär wie effizient inszeniert.
Kiton Showroom, Mailand: Exquisite Farbwiedergabe, starke Kontraste und Akzente arbeiten die Materialien und Details der Modeartikel plastisch heraus – der Mailänder Kiton Showroom zeigt, wie man Mode mit LED-Lichtwerkzeugen ebenso spektakulär wie effizient inszeniert.

Kiton Showroom, Mailand: Exquisite Farbwiedergabe, starke Kontraste und Akzente arbeiten die Materialien und Details der Modeartikel plastisch heraus – der Mailänder Kiton Showroom zeigt, wie man Mode mit LED-Lichtwerkzeugen ebenso spektakulär wie effizient inszeniert.

Eine Vielzahl von Inszenierungsmöglichkeiten lässt sich nicht zuletzt aus dem Einsatz von Licht zum Ansehen realisieren. Farbiges Licht zur Hintergrundbeleuchtung kann in Kombination mit weißem Licht für die Waren eine spannungsvolle Atmosphäre erzeugen. Licht und Mode verschmelzen auf diese Weise zu einem lichtstarken Blickfang.

Für die Beleuchtung von Textilien ist eine exzellente Farbwidergabe entscheidend. Hierbei erweist sich der Einsatz von LEDs als vorteilhaft, denn mit Ra-Werten von über 90 entspricht das LED-Licht in seiner Farbwiedergabe weitgehend dem natürlichen Licht. Für die Beleuchtung von Mode ist das die optimale Voraussetzung für eine farbechte und präzise Inszenierung. Hinzu kommen die besonders günstigen energetischen Eigenschaften, die den Einsatz von LED-Leuchten im Retail-Bereich sehr attraktiv machen. Bei einer Lebensdauer von mindestens 50.000 Stunden zeichnen sich die LEDs durch eine ausgesprochen gute Langlebigkeit aus. Und nicht zuletzt lässt sich durch eine Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent gegenüber Halogenleuchtmitteln ein hohes Effizienzniveau erzielen. Selbst gegenüber Beleuchtungsanlagen mit Hochdruckentladungslampen lassen sich noch Einsparungen realisieren, da LED Leuchten deutlich weniger Hitze emittieren und damit die Klimatisierung des Ladenlokals wesentlich energiesparender realisiert werden kann.

Erco GmbH, www.erco.com

Fotos: Erco


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Einzigartige Architektur und große Kunstwerke strahlen jetzt noch mehr durch die neue Innenbeleuchtung im Petersdom.

Beleuchtung

Fotos: Joachim Grothus für blocher partners

Projekte (d)

Helle, horizontale Bänder heben die Geschossdecken hervor und trennen die 22 Etagen optisch voneinander. Die Glasfassade tritt in den Hintergrund. Bild: Solarlux GmbH

Fassade

Cambridge Mosque. Foto: Blumer-Lehmann AG

Termine

Bild: Georg Aerni und schindlersalmerón

Einrichtung

Wirkt in jedem Umfeld großzügig und komfortabel: der High table des Programms 9500/9550 von Kusch-Co. In dieser Ausführung mit der neuen, samtigen Oberfläche (FENIX®) mit Anti-Fingerprint-Eigenschaften. Foto: Kusch+Co.

Einrichtung

Glänzender Effekt: Im geschliffenen Betonboden spiegeln sich die Lichtquellen. Foto: HG Esch

Hochbau

Bildrechte: C.Konrad + St.Schneider Minidommarchiv 1991

Termine

Mit dabei in der Wienerberger Designkollektion „Urban“: Der stranggepresste „Dresden“ in Anthrazit. Der Fassade des „Auditorium Maximum“ in Krakau verleiht er eine moderne, stilsichere Optik. Für den Gebäudekomplex von 4.200 m² Fläche kamen 150.000 Klinker zum Einsatz. Bild: Wienerberger

Fachliteratur

Bild: Westfalenhallen Unternehmensgruppe

Fachartikel

Mit Motivdruck lassen sich raumhohe WC-Trennwandsysteme aus Sandwichelementen individualisieren. Foto: Schäfer Trennwandsysteme

Innenausbau

Fotos: Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten

Außenraum

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