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Do, Feb

Tageslicht in der Gebäudemitte

Unternehmensvideo

Ein namhafter Hersteller von Baustoffen hatte mit folgendem Problem zu kämpfen: ehemalige Produktions- und Lagerräume durften aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr wie gewohnt genutzt werden. Gleichzeitig wurden weitere Büroarbeitsplätze benötigt, wobei auf dem bereits verdichteten Firmengelände der Platz für einen weiteren Neubau knapp wurde. Die Umwidmung der frei werdenden Räume zu Bildschirmarbeitsplätzen schien zunächst nicht möglich, da der Tageslichteintrag in die großen Raumtiefen über die Fensterflächen deutlich zu gering ausfiel.
Die Lösung: »Solatube«-Tageslichtsysteme »sammeln« nun auf dem Dach große Mengen des natürlichen Lichts und transportieren es durch ein Obergeschoss in die darunter liegenden Räume. Diese können somit als Arbeitsplätze genutzt werden.

Jeder Lichtauslass im Raum muss durch eine eigene Kuppel auf dem Dach gespeist werden. Allerdings kann die Rohrleitung Knickungen und »Umwege« vertragen, denn der hochreflektierende Multilayerfilm in deren Inneren weist pro Spiegelung einen Verlust von gerade einmal 0,3 Prozent auf. (Im Vergleich dazu: ein mit Reinstsilber beschichteter Reflektor »verliert« bei jeder Spiegelung ca. 2 Prozent, also knapp das Siebenfache.) So sind Systemlängen von 20 Meter und mehr realisierbar.

Der ursprüngliche Plan sah für dieses Objekt zunächst eine gleichmäßige Verteilung der prismatisch strukturierten Acrylglaskuppeln auf dem Dach vor. Von hier aus sollten die Röhren durch einen zentrale Öffnung hindurch das Obergeschoss vertikal durchlaufen, um dann in der abgehängten Decke des EG horizontal verteilt zu werden. Schließlich entschied man sich jedoch dafür, vorhandenen Raum zu nutzen.

Ein ehemalige, überzählige Toilettenkabine nimmt nun vier Röhren auf, durch einen Technikraum wurden zwei Solatube verlegt, und zwei weitere finden, nicht sichtbar, in einem Schrankelement Platz. Um im Brandfall einen Überschlag von Geschoss zu Geschoss zu vermeiden, wurden die Tageslichtsysteme mit entsprechenden Brandschutzbauplatten ummantelt. Die gesamte Einbauzeit der vorkonfektionierten Tageslichtsysteme betrug lediglich zwei Tage. Während dieser Zeit konnte der Bürobetrieb im Transitstockwerk nahezu ungestört fortgesetzt werden.

Die Montage der Kuppeln auf dem Dach oblag dem Dachdecker, der dafür sorgte, dass die Öffnung der Dachhaut nur sehr kurzzeitig erfolgte, wodurch eine permanente Regensicherheit gewährleistet werden konnte. Das Gewicht von Lichtkuppel, Anschluss und Rohr fällt äußerst gering aus und ist für die Dachkonstruktion statisch nicht relevant.

Dieses gebaute Beispiel zeigt einen weiteren Anwendungsbereich von Tageslichtsystemen, die zunehmend in Industrie und Handel wie auch in privaten Bauten zum Einsatz kommen. Tausendfach erprobt, technisch ausgereift und bauphysikalisch völlig unbedenklich, lenken sie das »Lebensmittel« Tageslicht auch in Bereiche, die sich ansonsten nur künstlich beleuchten ließen.

Interferenz Daylight GmbH, www.interferenz.de

 


Die ins Auge fallende Dachkonstruktion greift das Thema der lebendigen Dachlandschaft des Bestandsgebäudes auf und setzt sie auf eine ganz eigene Weise um. Foto: Studio Jil Bentz

Projekte (d)

Solarfassade des neuen Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke Gronau. Bildquelle: Mario Brand Werbefotografie

Fassade

In Beelen ließ sich Oliver Spiekermann unter anderem von münsterländer Höfen inspirieren, wie er im Video erzählt. Foto: Architekten Spiekermann / KS-Original

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Die 2800 m² große Fassade des Montblanc-Besucherzentrums ist mit einem geschichteten Relief ausgebildet, das hinterleuchtet ist und in den dunklen Stunden der Gebäudehülle ein noch spektakuläreres Erscheinungsbild verleiht. Bildquelle: Roland Halbe

Hochbau

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