Anzeige AZ-A2-1140x250 R8
08
Apr

Active Energy Building in Liechtenstein

Der aus ineinander verschränkten Kubaturen bestehende Komplex verbindet organische Linien mit einer orthogonalen Geometrie.

Das neue, futuristische Mehrfamilienhaus Active Energy Building, geplant von den Architekten Anton Falkeis und Cornelia Falkeis-Senne, steht nur ein paar Schritte von Hans Holleins Centrum-Bank entfernt. Aus verschränkten Volumen und dynamischen Linien setzt sich vor grünen Hügeln des Alpenrheintals ein dunkler Solitär zusammen. Die Zukunft zeigt sich in der ambitionierten Geometrie der Fassade und bestimmt den gesamten Charakter des Active Energy Buildings. Der von falkeis2architects entwickelte Forschungsbau setzt auf experimentelle Konstruktionsprinzipien, autarke Energieversorgung und eine innovative Lichtlösung von Zumtobel.

Der fünfstöckige Kubus steht im dichten Stadtgefüge von Vaduz und enthält zwölf luxuriöse Wohnungen unterschiedlicher Größe mit einer Gesamtnutzfläche von 3.200 Quadratmetern. Die Entwurfsbasis für das forschungsbasierte Projekt active energy building ist, so haben es die Architekten formuliert, ein umfassender Nachhaltigkeitsbegriff, der die gesamte Gebäudestruktur betrachtet und in seiner Eigenlogik formgenerierend wirkt.

Die Lichtbänder aus dem SLOTLIGHT-Programm setzen in den Wohnbereichen Akzente und unterstreichen die besonderen architektonischen Merkmale der Räume.
Die Lichtbänder aus dem SLOTLIGHT-Programm setzen in den Wohnbereichen Akzente und unterstreichen die besonderen architektonischen Merkmale der Räume.

 

In die Fassade integrierte Flügelmodule recken sich automatisch gesteuert zum Himmel oder legen sich so eng an die Hülle, dass sie mit ihr verschmelzen. Sie sind ein Teil des Energiekonzeptes und heizen oder kühlen das Vaduzer Marxer Active Energy Building antizyklisch zur Außentemperatur. Der nachhaltige Experimentalbau ist das Ergebnis einer langen Forschungsphase. Hinter dem ehrgeizigen High-Tech-Bau steht Dr. Peter Marxer als Bauherr, der nach einem internationalen Wettbewerb dem Wiener Büro von Anton Falkeis und Cornelia Falkeis-Senn den Planungsauftrag erteilte. Das gemeinschaftliche Ziel war die Entwicklung eines visionären und energiesparenden Wohnkomplexes. Ein Wohnkomplex, der nicht nur sich selbst versorgt, sondern auch Überschüsse produziert, die in ein Verbundnetz gespeist werden.

Mit Lösungen von Zumtobel werden Raumkanten betont und Flächen indirekt diffus erleuchtet.
Mit Lösungen von Zumtobel werden Raumkanten betont und Flächen indirekt diffus erleuchtet.

 

Die Planungs- und Realisierungsphase beginnt 2011. Die Architekten entwickeln sich zu Forschungspionieren und die Architektur wird zu ihrem Labor. Entwurf, Planung, Entwicklung und Umsetzung laufen parallel, hunderte von Details werden maßgeschneidert entwickelt und vor Ort erprobt. Jede der zwölf modularen Wohneinheiten ist individuell in Größe und Grundriss – und lässt sich immer wieder verändern. Den Architekten geht es bei dem Entwurf eines nachhaltigen Gebäudes nicht nur um innovative Technologien, sondern auch um die Anpassungsfähigkeit. Im Active Energy Building können Flächen zusammengelegt oder neu aufgeteilt werden ohne in die tragenden Strukturen einzugreifen, so dass selbst eine Nutzungsveränderung realisierbar ist. Um das zu ermöglichen haben die Planer ein minimalistisches Tragwerk entwickelt, das auf V-förmigen Stahl-Beton-Verbundstützen basiert. Ein und dieselbe Modulvariante wird nach oben oder unten orientiert platziert und schiebt sich wie eine organische Aststruktur durch die Geschosse. Durch einen genetischen Algorithmus, mit vorab bestimmten Kriterien, konnten die exakten Positionen der Stützen des Tragwerks ermittelt werden. Alle Wände und sonstigen raumbildenden Elemente sind schließlich Leichtbau und können wieder problemlos entfernt werden.

Die einfache Geometrie der Leuchte ONDARIA ist angenehm zurückhaltend, durch die Installation unterschiedlicher Durchmesser ist sie ein wichtiges gestalterisches Element.
Die einfache Geometrie der Leuchte ONDARIA ist angenehm zurückhaltend, durch die Installation unterschiedlicher Durchmesser ist sie ein wichtiges gestalterisches Element.

 

Dank der raumhohen Fensterfronten wird die Landschaft in den Innenraum geholt und durch ein natürliches Farbkonzept aufgegriffen. Die Zumtobel-Lichtlösungen unterstreichen die organische Linienführung und die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Konstruktion des Gebäudes perfekt. In den Wohnbereichen zeichnen die LED-Lichtbänder SLOTLIGHT infinity den Grundriss nach und setzen Akzente für eine moderne und behagliche Wohnatmosphäre. Als kontinuierliche Lichtadern mit einer homogenen Lichtfläche integrieren sie sich in die Architektur – und unterstreichen damit ihren besonderen Charakter. Ein raffiniertes Steuerungssystem erlaubt verschiedene Lichtstimmungen und eine zentrale Regulierung. In Gemeinschaftszonen wie den Fluren oder in Aufenthaltsräumen wurde die Flächenleuchte ONDARIA installiert, die mit ihrer einfachen Geometrie für angenehm weiches Licht mit Wellbeing-Faktor sorgt. Ihre schallabsorbierende Eigenschaft macht sie außerdem zu einem idealen Partner für belebte und akustisch zu beruhigende Bereiche. Ergänzend wurden mit PASO II runde LED-Bodeneinbauleuchten flächenbündig im Boden verbaut, die für eine diskrete und effiziente Allgemeinbeleuchtung sorgen.

Mit PASO II wurden runde LED-Bodeneinbauleuchten flächenbündig im Boden verbaut, die für eine effiziente Allgemeinbeleuchtung sorgen.
Mit PASO II wurden runde LED-Bodeneinbauleuchten flächenbündig im Boden verbaut, die für eine effiziente Allgemeinbeleuchtung sorgen.

 

In den obersten Geschossen wird das Gebäude von einem Tragwerk aus Stahl umklammert, das ein wabenförmiges Netz bildet. Seine polygonale Struktur basiert auf dem Voronoi-Algorithmus, der große Flächen in einzelne Zellen unterteilt, geometrisch das beste Verhältnis von Tragleistung zu Materialstärke ermittelt – und so eine konsequente Reduzierung der Tragekonstruktion ermöglicht. Das Vorbild: die Natur. Die Evolution wies beispielsweise bei der Form von Insektenflügeln den Weg. Auf der Fassade sind Heiz- und Kühlflügel montiert, das Dach nimmt Photovoltaik-Elemente auf. Beim Einsetzen der Sonneneinstrahlung heben sie sich aus der Fläche und folgen in ihrer Ausrichtung dem Einstrahlungswinkel des Lichts. Mit dieser Technologie konnte der aktive Energieertrag im Vergleich mit einer fixen Installation um das 2,9-fache gesteigert werden. Der entstehende Überschuss wird im Cluster verteilt oder in das allgemeine Strom-Netzwerk gespeist. Neben der autarken Versorgungslage hat das kooperative Konzept den Vorteil, dass es die Energieabschöpfung ausgleicht. Als Wohngebäude hat das Active Energy Building andere Bedarfszeiten als ein Bürokomplex. Im Verbund des Energy Clusters verteilen sich die Verbräuche ohne allzu starke Schwankungen.

Mit seiner futuristischen Eleganz, den grünen inneren Werten und dem experimentellen Planungsprozess ist das Active Energy Building in Vaduz ein Vorzeigeprojekt für energieeffiziente Architektur.
Mit seiner futuristischen Eleganz, den grünen inneren Werten und dem experimentellen Planungsprozess ist das Active Energy Building in Vaduz ein Vorzeigeprojekt für energieeffiziente Architektur.

 

Mit seiner futuristischen Eleganz, den grünen Werten und dem experimentellen Planungsprozess ist das Active Energy Building in Vaduz ein Vorzeigeprojekt für energieeffiziente Architektur. Dafür erhält es bereits viel Aufmerksamkeit: in den Medien, innerhalb der Architektur-Szene, aber auch im Zuge von Ausstellungen in New York, Los Angeles, Wien oder Berlin. Die Wohnbauforschung ist allerdings mit der Fertigstellung allein noch nicht abgeschlossen. Die ersten zwei Jahre nach dem Bezug untersteht das Gebäude einem Monitoring, das die Energieproduktion und -verwertung noch optimieren soll. Das Active Energy Building reizt die technischen Möglichkeiten aus – und hat das Potential, als Pionierbau in der Architektur nachhaltig etwas zu bewegen.

Zumtobel Lighting GmbH, www.zumtobel.com

Fotos: Zumtobel

Active Energy Building in Liechtenstein 

 



Anzeige AZ-GC1-728x250 GAS

Der SWISS KRONO MAGNUMBOARD OSB-Pavillon vor der raumprobe. Bildnachweis: SWISS KRONO

Unternehmen

Maximale planerische Freiheit bringt das neue Linearleuchtensystem Paladio. Paladio ist die zeitgenössische Interpretation einer klassischen, technischen Linearleuchte, die aufgrund ihrer hochwertigen Oberflächenqualität und vielfältigen Anbauteile gleichzeitig auch viel Atmosphäre vermittelt. Foto: SATTLER, Design: Ulrich Sattler

Beleuchtung

Besonderes Augenmerk richten Brandschützer auf gepolsterte Möbel – da der verwendete Polsterschaum trotz flammhemmender Additive enorme Mengen an toxischen Brandgasen freisetzen kann. Bis zu 25.000 Kubikmeter Rauch entstehen bei der Verbrennung von gerade mal zehn Kilogramm Schaum. Foto: Kusch+Co

Fachartikel

Photo credit: Studio de Nooyer

Projects (e)

Moderne Interpretation des traditionellen Hofhauses «Hanok»: Die Schweizer Botschaft in Seoul, Südkorea. Bild: Hélène Binet.

Menschen

Picture: Purnesh Dev Nikhanj for blocher partners

Projects (e)

Der in der DIN EN 17037 geforderte Blendschutz lässt sich bei LiDEKO Dachschiebefenstern und Balkonausstiegsfenstern mittels verschiedener Markisen einfach umsetzen. Foto: LiDEKO

Fachartikel

Zentraler Hof mit Kindergarten. Foto: David Chipperfield Architects

Projekte (d)

Mit Gobos aus dichroitischem Glas, mit farbigen Gobos und mittels Dimmung generierten dynamischen Effekten richtete der Künstler Mario Arlati die Blicke von Passanten fokussiert auf Venedigs Markusturm. Foto: Christian Fattinnanzi

Außenraum

Anzeige AZ-C1a-300x250 R8

Anzeige AZ-C1b-300x600 R8
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.