26
Jan

Energiekosten – Lohnt sich eine Infrarotheizung im Altbau?

Gebäudetechnik

 

In Deutschland entfallen drei Viertel des Energieverbrauchs privater Haushalte laut Daten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf das Heizen. Bei Altbauten liegt der Anteil infolge veralteter Heizungen und schlechter Dämmung der Gebäude in der Regel noch höher.

Viele Eigentümer von Altbauten denken deshalb bei der Modernisierung ihres Eigenheims über die Installation mehrerer Infrarotheizungen nach, die gemeinsam eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzen können. Im Rahmen des Klimaschutzprogramm 2030 wird eine solche energetische Sanierung in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie einer modernen Wärmedämmung durch die Bundesregierung gefördert. Doch lohnt sich eine Infrarotheizung überhaupt in einem Altbau?

Stromverbrauch einer Infrarotheizung im Altbau

Im Vergleich zu herkömmlichen Öl- und Gasheizungen sind Infrarotheizungen in der Anschaffung sehr günstig und verursachen im Betrieb keine Wartungskosten. Bei falschen Voraussetzungen wie zum Beispiel einer sehr schlechten Gebäudedämmung können die Vorteile einer Infrarotheizung aber schnell durch hohe Energiekosten aufgezehrt werden. Entscheidend sind dabei folgende Faktoren:

  • Art der Fenster (Ein-, Doppel- oder Dreifachglas)
  • Dämmung des Gebäudes
  • Anzahl der Außenwände eines Raums
  • Witterungsverhältnisse der Region (Dauer der Heizperiode)
  • Betriebsdauer der Heizung
  • Leistung der Heizung

Wie viel Leistung benötigt eine Infrarotheizung?

Die benötigte Leistung einer Infrarotheizung ist vor allen von der Raumgröße, der Außentemperatur, der Gebäudedämmung und der Anzahl der Außenwände abhängig. Die folgende Tabelle dient lediglich als Anhaltspunkt.

Leistung in Watt

  1. Außenwand
  1. Außenwände
  1. Außenwände
  1. Außenwände

300

7 m²

6 m²

5 m²

4 m²

400

12 m²

10 m²

8 m²

6 m²

500

14 m²

12 m²

10 m²

8 m²

600

16 m²

14 m²

12 m²

10 m²

700

18 m²

15 m²

13 m²

12 m²

800

20 m²

18 m²

15 m²

13 m²

900

22 m²

20 m²

18 m²

15 m²

 

Genauere Ergebnisse liefert die Formel:

Benötigte Leistung (in W) = Raumgröße (in m2) * spezifische Heizleistung (in W/m2)

Baujahr des Hauses

Gewünschte Temp. 18°C

Gewünschte Temp. 20°C

Gewünschte Temp. 24°C

vor 1982

112 W/m2

122 W/m2

142 W/m2

1983-1994

91 W/m2

99 W/m2

116 W/m2

nach 1994

74 W/m2

81 W/m2

95 W/m2

 

Ein 20 m² großes Zimmer, in einem Altbau aus dem Jahr 1975 benötigt bei einer gewünschten Temperatur von 20°C demnach eine Infrarotheizung mit 2.240 Watt Leistung.

20 Raumgröße (in m²) x 112 spezifische Heizleistung (in W/m2) = 2.240 Benötigte Leistung (in W)

Betriebskosten einer Infrarotheizung berechnen

Um die Betriebskosten einer Infrarotheizung zu berechnen, benötigt man Strompreis in Cent pro Kilowattstunde (kWh) sowie die Leistung des Heizelements in Watt. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh und einer Leistung von 2.240 Watt ergeben sich die folgenden theoretisch maximalen Stromkosten:

2,24 x 0,30 = 67 Cent theoretisch maximale Stromkosten pro Betriebsstunde

Im Betrieb sind die tatsächlichen Kosten in der Regel aber deutlich niedriger, weil Infrarotheizungen intervallartig laufen. Um die Stromkosten zu errechnen, muss deshalb berücksichtigt werden, wie viele Minuten pro Stunde eine Infrarotheizung tatsächlich Strom verbraucht. Üblich sind in einem Altbau mit mittlerer Dämmung 30 Betriebsminuten pro Stunde. Dies ergibt die folgenden Stromkosten:

2,24 x 0,30 x 0,5 = 34 Cent tatsächliche Stromkosten pro Betriebsstunde

Infrarotheizung im Altbau sinnvoll?

Laut einer Studie der Technischen Universität Kaiserslautern „können“ Infrarotheizungen eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Gas- und Ölheizungen sein. Dazu muss laut den Wissenschaftlern „das Gebäude für die Beheizung durch eine Infrarotheizung geeignet sein.“ Eine pauschale Antwort drauf, ob eine Infrarotheizung im Altbau sinnvoll ist, kann also nicht gegeben werden, sondern hängt vom individuellen Zustand des Gebäudes ab.

In der Regel ist die Installation von Infrarotheizungen in gut erhaltenen und sanierten Altbauten mit einer moderne Gebäudedämmung sinnvoll. Außerdem eignen sich Infrarotheizung zum Heizen einzelner Räume in großen Gebäuden, wo sie durch ihre punktuell steuerbare Heiztechnologie Energie sparen können.

Bevor sich ein Eigentümer bei einer geplanten energetischen Sanierung seines Altbaus für oder gegen eine Infrarotheizung entscheidet, sollte in jedem Fall ein unabhängiger Experte konsultiert werden. Aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren können Laien allein kaum den zu erwartenden Stromverbrauch und damit auch nicht die Kosten einer Infrarotheizung abschätzen.


Visualisierung des Neubaus des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann. Foto: Fritsch + Tschaidse Architekten

Dach

Luftbild des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg. Bildquelle: HG Esch

Gebäudetechnik

Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr

Gebäudetechnik

Auf dem Handtuch-Grundstück positionierte Architektin Anja Engelshove das Gebäude an der hinteren Grundstücksgrenze im dicht bebauten Norden. So haben die Nutzer freien Blick in ihren Garten, in dem Logic Moon-Leuchten von Delta Light dezente Akzente setzen. Bildquelle: Arnd Haug für Delta Light

Beleuchtung

Das schwäbische Unternehmen LUX GLENDER hat ein „Licht-im-Handlauf-System“ entwickelt, dass die Brücke über den Walkegraben in Frankenberg (Eder) eindrucksvoll in Szene setzt. Bildquelle: lux-glender.com

Außenraum

Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

Einladend und weitläufig ist das neue Arbeitsloft „M-Lab“ der Agentur Monsun Media in Bremen. Ein gutes akustisches Raumklima schaffen die dezent von der Decke abgehängten Rossoacoustic Pads der Nimbus Group. Foto: POPO Sitzmöbel und Stehschränke GmbH, Patrick Drescher

Innenausbau

Im Sinne der schützenswerten Architektur von Werner Kallmorgen übernahm Licht01 die vorhandenen Deckeneinbauringe soweit wie möglich. Die QR-CBCLampen wurden durch deckenbündig versenkbare LED-Multifunktionsstrahler mit Wechseloptiken und Wallwasher ersetzt. Bildquelle: Andreas Weiss

Projekte (d)

Das neu ausgebaute Dachgeschoss wird im Giebelbereich von geschickt unsichtbar montierten Underscore-Leuchten erhellt. Die Linearleuchten von iGuzzini betonen die Flächen und das Volumen des Giebels völlig schattenfrei und weiten den Raum nach oben auf. Bildquelle: David Franck, Stuttgart

Beleuchtung

Bildquelle: Mehmet & Kazim Akal und Kunstverein Friedrichshafen, Fotograf: Frank Kleinbach

Design Kunst

Bildquelle: Michael Tewes Photographie

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