17
Apr

Energiekosten – Lohnt sich eine Infrarotheizung im Altbau?

Gebäudetechnik

 

In Deutschland entfallen drei Viertel des Energieverbrauchs privater Haushalte laut Daten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf das Heizen. Bei Altbauten liegt der Anteil infolge veralteter Heizungen und schlechter Dämmung der Gebäude in der Regel noch höher.

Viele Eigentümer von Altbauten denken deshalb bei der Modernisierung ihres Eigenheims über die Installation mehrerer Infrarotheizungen nach, die gemeinsam eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzen können. Im Rahmen des Klimaschutzprogramm 2030 wird eine solche energetische Sanierung in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie einer modernen Wärmedämmung durch die Bundesregierung gefördert. Doch lohnt sich eine Infrarotheizung überhaupt in einem Altbau?

Stromverbrauch einer Infrarotheizung im Altbau

Im Vergleich zu herkömmlichen Öl- und Gasheizungen sind Infrarotheizungen in der Anschaffung sehr günstig und verursachen im Betrieb keine Wartungskosten. Bei falschen Voraussetzungen wie zum Beispiel einer sehr schlechten Gebäudedämmung können die Vorteile einer Infrarotheizung aber schnell durch hohe Energiekosten aufgezehrt werden. Entscheidend sind dabei folgende Faktoren:

  • Art der Fenster (Ein-, Doppel- oder Dreifachglas)
  • Dämmung des Gebäudes
  • Anzahl der Außenwände eines Raums
  • Witterungsverhältnisse der Region (Dauer der Heizperiode)
  • Betriebsdauer der Heizung
  • Leistung der Heizung

Wie viel Leistung benötigt eine Infrarotheizung?

Die benötigte Leistung einer Infrarotheizung ist vor allen von der Raumgröße, der Außentemperatur, der Gebäudedämmung und der Anzahl der Außenwände abhängig. Die folgende Tabelle dient lediglich als Anhaltspunkt.

Leistung in Watt

  1. Außenwand
  1. Außenwände
  1. Außenwände
  1. Außenwände

300

7 m²

6 m²

5 m²

4 m²

400

12 m²

10 m²

8 m²

6 m²

500

14 m²

12 m²

10 m²

8 m²

600

16 m²

14 m²

12 m²

10 m²

700

18 m²

15 m²

13 m²

12 m²

800

20 m²

18 m²

15 m²

13 m²

900

22 m²

20 m²

18 m²

15 m²

 

Genauere Ergebnisse liefert die Formel:

Benötigte Leistung (in W) = Raumgröße (in m2) * spezifische Heizleistung (in W/m2)

Baujahr des Hauses

Gewünschte Temp. 18°C

Gewünschte Temp. 20°C

Gewünschte Temp. 24°C

vor 1982

112 W/m2

122 W/m2

142 W/m2

1983-1994

91 W/m2

99 W/m2

116 W/m2

nach 1994

74 W/m2

81 W/m2

95 W/m2

 

Ein 20 m² großes Zimmer, in einem Altbau aus dem Jahr 1975 benötigt bei einer gewünschten Temperatur von 20°C demnach eine Infrarotheizung mit 2.240 Watt Leistung.

20 Raumgröße (in m²) x 112 spezifische Heizleistung (in W/m2) = 2.240 Benötigte Leistung (in W)

Betriebskosten einer Infrarotheizung berechnen

Um die Betriebskosten einer Infrarotheizung zu berechnen, benötigt man Strompreis in Cent pro Kilowattstunde (kWh) sowie die Leistung des Heizelements in Watt. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh und einer Leistung von 2.240 Watt ergeben sich die folgenden theoretisch maximalen Stromkosten:

2,24 x 0,30 = 67 Cent theoretisch maximale Stromkosten pro Betriebsstunde

Im Betrieb sind die tatsächlichen Kosten in der Regel aber deutlich niedriger, weil Infrarotheizungen intervallartig laufen. Um die Stromkosten zu errechnen, muss deshalb berücksichtigt werden, wie viele Minuten pro Stunde eine Infrarotheizung tatsächlich Strom verbraucht. Üblich sind in einem Altbau mit mittlerer Dämmung 30 Betriebsminuten pro Stunde. Dies ergibt die folgenden Stromkosten:

2,24 x 0,30 x 0,5 = 34 Cent tatsächliche Stromkosten pro Betriebsstunde

Infrarotheizung im Altbau sinnvoll?

Laut einer Studie der Technischen Universität Kaiserslautern „können“ Infrarotheizungen eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Gas- und Ölheizungen sein. Dazu muss laut den Wissenschaftlern „das Gebäude für die Beheizung durch eine Infrarotheizung geeignet sein.“ Eine pauschale Antwort drauf, ob eine Infrarotheizung im Altbau sinnvoll ist, kann also nicht gegeben werden, sondern hängt vom individuellen Zustand des Gebäudes ab.

In der Regel ist die Installation von Infrarotheizungen in gut erhaltenen und sanierten Altbauten mit einer moderne Gebäudedämmung sinnvoll. Außerdem eignen sich Infrarotheizung zum Heizen einzelner Räume in großen Gebäuden, wo sie durch ihre punktuell steuerbare Heiztechnologie Energie sparen können.

Bevor sich ein Eigentümer bei einer geplanten energetischen Sanierung seines Altbaus für oder gegen eine Infrarotheizung entscheidet, sollte in jedem Fall ein unabhängiger Experte konsultiert werden. Aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren können Laien allein kaum den zu erwartenden Stromverbrauch und damit auch nicht die Kosten einer Infrarotheizung abschätzen.


Die Architektur von Ingrid Hentschel – Prof. Axel Oestreich basiert auf einem klaren, materialorientierten Gestaltungskonzept. Foto: Maximilian Meisse

Hochbau

Ein charakteristisches Element des Forschungsgebäudes ist sein Dach. Es verwandelt sich mit einem eleganten Schwung von einer Wand- in eine Dachfläche. Bildquelle: CGI Henn

Hochbau

Am Abend schmeicheln an der Dachkante montierte Linealuce Mini-Leuchten von iGuzzini der Aluminiumstruktur des freistehenden Erweiterungsbaus mit einem dezenten Glanz. Der Neubau wirkt dann wie in Sarment und Seide gewandet. Der Wallgrazing-Effekt der Leuchten hebt die Plastizität der Aluminiumstruktur ausdrucksstark hervor. Bildquelle: Roland Halbe

Beleuchtung

Kürzbar auf die gewünschte Stauhöhe: das SitaEasy Anstauelement.

Dach

Live-Talk Studio X von Xella startet am 21. April um 14 Uhr

Unternehmen

Von den Büros aus, die dem Atrium zugewandt sind, hat man einen guten Blick ins Foyer. Bildquelle: Hoba

Innenausbau

Fineo eignet sich für den Einsatz in historischen Gebäuden. Durch einen Glastausch können die originalen Profile und Rahmen erhalten bleiben, bei gleichzeitig optimierter Energiebilanz. Im Bild: Fineo in den historischen Fenstern des Klosters im niederländischen Beuningen. Foto: Fineoglass

Fassade

Digitale Planungsmethoden sind für Architekten und Planer bereits Standard. Foto: Geberit

Fachartikel

Laut Hersteller Cobiax die „Mondlandung für zeitgemäßes Bauen“: Mit dem CLS-Hohlkörpersystem soll die Errichtung nachhaltiger Bauwerke deutlich vereinfacht werden. Grafik: Cobiax, Wiesbaden

Hochbau

Lars Krückeberg von GRAFT

Menschen

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