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Elektromobilität braucht Konzepte

Bildquelle: Charge Amps / Kristoffer Samuelsson

Gebäudetechnik

Am Makro-Trend Elektromobilität kommt auch die Architektur nicht vorbei. Immobilien ohne die Voraussetzungen für eine Ladeinfrastruktur haben schlicht keine Zukunft – oder müssen kostspielig nachgerüstet werden. Deshalb gehört die Ladeinfrastruktur bei jedem kleinen und großen Projekt in die Planung. Was es dabei zu beachten gilt.

Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG)

Dass die Elektromobilität ein zentrales Zukunftsthema für Architekten und Bauherren sein muss, sieht auch der Gesetzgeber so. So wurde bereits im März 2021 das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verabschiedet. Eine wichtige Säule der Mobilitätswende sind demnach Ladepunkte, die in und an Wohngebäuden sowie den dazugehörigen Parkplätzen installiert werden sollen. Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern betroffen sind auch Bestandsbauten, die einer „größeren“ Renovierung unterzogen werden. Und diese Nachrüstung kann teuer werden.

Die Komplexität der Infrastruktur

Am Anfang steht die Überlegung, wie viele Wallboxen und Nutzer eine Infrastruktur beheimaten soll. Bei kleineren Einheiten gibt es die Möglichkeit, vom Verteilerkasten ausgehend einzelne Kabel zu den Stellplätzen zu ziehen, doch schon das bringt einige Einschränkungen mit sich. Ohne eigenen Zähler nämlich kann der Stromverbrauch der Wallbox nicht überwacht werden und steht so auch für Abrechnungszwecke nicht zur Verfügung. Wenn dann später der elektrische Dienstwagen geladen werden soll, stehen die Nutzer also bereits vor einem Problem. Es empfiehlt sich deshalb, von Anfang an zukunftsweisend zu planen und mit Zählern zu arbeiten. Spätestens aber, wenn die Parkplätze nicht im Privatbesitz sind, sondern Parkplätze gar öffentlich zugänglich sein sollen, um die Ladeinfrastruktur bspw. zu monetarisieren, werden geeichte Zähler zur Pflicht. Je komplexer die Anforderungen und Wünsche, desto wichtiger wird es, die Infrastruktur zukunftsfähig zu planen.

Charge Amps setzen bei ihren Premium-Wallboxen auf nachhaltiges Design. So wurde zum Beispiel die Charge Amps Aura vom Industriedesigner Joachim Nordwall, dem ehemaligen leitenden Designer des Sportwagenherstellers Koenigsegg entworfen, sorgfältig konzipiert und aus nachhaltig recyceltem Aluminium hergestellt. Foto: Charge Amps / Maria Cruseman

Charge Amps setzen bei ihren Premium-Wallboxen auf nachhaltiges Design. So wurde zum Beispiel die Charge Amps Aura vom Industriedesigner Joachim Nordwall, dem ehemaligen leitenden Designer des Sportwagenherstellers Koenigsegg entworfen, sorgfältig konzipiert und aus nachhaltig recyceltem Aluminium hergestellt. Foto: Charge Amps / Maria Cruseman

Das Lastmanagement

Der Betrieb von mehreren Wallboxen bedeutet auch eine weitere Herausforderung. Bei Ladestationen in Mehrfamilienhäusern oder Bürogebäuden zum Beispiel ist es nämlich möglich, dass aufgrund begrenzter Netzkapazitäten die Gesamtleistung der Fahrzeuge die Lieferkapazität des Energieversorgers übersteigt. In solchen Fällen ist ein Lastmanagement erforderlich. Das Lastmanagement beinhaltet eine übergeordnete Steuerung, die die Ladeleistungen der einzelnen Ladepunkte miteinander koordiniert. Es kann festgelegt werden, ob alle Ladepunkte ihre Ladeleistungen gleichmäßig reduzieren oder ob bestimmte Ladepunkte priorisiert werden sollen. Dazu braucht es eine intelligente Energieverwaltung.

Die Smarte Energieverwaltung

Ein smartes Lademanagement-System kann die Ladezeiten zudem so planen, dass der Stromverbrauch mit den Spitzenzeiten des Energiebedarfs im Gebäude synchronisiert wird. Durch ein kontinuierliches Monitoring können mögliche Störungen oder Leistungsabfälle erkannt und behoben werden, um eine effiziente und zuverlässige Ladeinfrastruktur sicherzustellen. Zudem kann durch die Einbindung von smarten Energiemanagementsystemen die Wallbox den Strombedarf regulieren und beispielsweise überschüssige Energie ins Netz zurückspeisen.

Exkurs: Nachhaltige Materialien und Design

Alle technischen Überlegungen mal bei Seite: Architektur muss nicht nur funktionieren, sondern auch gefallen. Das Design der Ladelösung sollte daher auch ästhetisch ansprechend sein und sich harmonisch in die Architektur des Gebäudes einfügen. Auch der Nachhaltigkeitsgedanke sollte nicht beim Umstieg auf die Elektromobilität enden. Deshalb sollte die Wallbox nicht nur langlebig, sondern auch aus nachhaltigen Materialien hergestellt sein.

Bauliche Anforderungen an eine Ladeinfrastruktur: Eine Checkliste

  • Ist genug Platz für die Ladestation bei der PKW-Stellfläche da?
  • Ist die Ladestation gegen Umwelteinflüsse geschützt? (z.B. Schutzart IP44 im Außen-, bzw. IP22 im Innenbereich)
  • Ist die Ladestation stabil befestigt? (z.B. an der Wand oder per Verankerung im Fundament)
  • Ist der Standplatz für das Elektrofahrzeug ausreichend dimensioniert? (Empfehlung ca. 5 mal 3 Meter)
  • Ist der Standplatz für das Elektrofahrzeug ausreichend beleuchtet? (Empfehlung ca. 100 lx) – Alternativ: Hat die Wallbox z.B. eine LED-Beleuchtung?
  • Ist eine ausreichende Be- und Entlüftung sichergestellt? (Nur bei geschlossenen Räumen)
  • Gibt es am Standort eine Internetanbindung? (Für z.B. Nutzung einer App)

Autor: Falco Lausecker, Regional Director DACH bei Charge Amps


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