20
Jan

Im Anfang war das Wort

Hochbau

Die St.-Antonius-Kirche in Neukirchen-Vluyn ist die neueste Kirche im Bistum Münster, geplant von Baumewerd Architekten, fertiggestellt und geweiht im Jahre 1997. Der ovale Kirchenbau wird ergänzt durch eine Sakristei und einen mächtigen Glockenturm, der ein großes Kreuz trägt. Von außen erscheint das Bauwerk wie eine Festung, doch wer eintritt, ist überrascht von der lichtdurchfluteten Leichtigkeit des Kirchenraumes. Der Altar ist raummittig platziert, vor einem mächtigen Pfeiler, der links und rechts von zwei Wandflächen flankiert wird. Von hier aus entwickelt sich das Dach in einer schützenden Geste über den Kirchenraum. Laut Architekt Baumewerd symbolisiert diese architektonische Geste einen Baum und seine mächtige Krone, in dessen Schatten sich die Gläubigen versammeln, Kraft und Ruhe finden. Der Altar ist das Zentrum; alle Aufmerksamkeit wird auf den Altar gerichtet und von dort geht die Botschaft aus.

Transparenz
Die Gestaltung der 120 Quadratmeter großen, aus Sichtbeton gegossenen Altarwand war den Architekten ein besonderes Anliegen. Dennoch wurden Pfeiler und Wandflächen zunächst nur einfarbig in einem hellen Grauton lasiert, weil das Geld für die geplante künstlerische Ausführung fehlte. Erst 15 Jahre nach Einweihung der Kirche konnte die Wandgestaltung ausgeführt und das Gotteshaus vollendet werden. Der Entwurf sah lasierende Farbabstufungen in 22 verschiedenen Grautönen vor, als Hintergrund für eine kalligrafische Gestaltung mit den Anfangsworten aus dem Johannes-Evangelium in Blattvergoldung.

Weil den Planern der Erhalt des Materialcharakters der Betonoberfläche wichtig war, fiel die Wahl auf die mineralisch-matten Lasuren aus dem Hause Keim. Diese Beschichtungen trocknen nicht nur physikalisch auf dem Betonuntergrund, sondern verbinden sich chemisch mit ihm und wirken deshalb besonders materialhaft. Zudem bestehen die Lasuren, im Gegensatz zu deckenden Beschichtungen, nur aus transparenten Bindemitteln, den farbgebenden Pigmenten und verdünnendem Fixativ, sodass der Untergrund durchscheinen kann und seine Textur erhalten bleibt.

Vollendung
Die Überprüfung des Untergrundes unter Mitwirkung eines Fachberaters von Keim ergab, dass die vorhandene Beschichtung nicht tragfähig war und daher mechanisch komplett entfernt werden musste. Auf diesen gereinigten und vorbereiteten Untergrund wurden die abgetönten Lasuren aufgetragen, wobei die Höhen der einzelnen Farbfelder von 6 Zentimeter bis 80 Zentimeter variieren. Eine Herausforderung war die Abmischung der Lasuren in 22 Grauabstufungen, denn die Architekten hatten jeweils nur den dunkelsten und den hellsten Grauton bestimmt. Die Unterschiede der einzelnen Farbtöne waren so fein, dass es nicht möglich war, diese werkseitig abmischen zu lassen.

Malermeister Jan Ehrens mischte mithilfe einer Digitalwaage und eines Tabellenkalkulationsprogramms selbst. Ausgehend vom dunkelsten Farbton wurden für jede Farbstufe 15 Prozent des hellsten Tons zugefügt. Kompliziert war auch die Mengenberechnung, denn für jedes der 22 unterschiedlich großen Felder war eine individuelle Farbmenge zu mischen.

Auf die lasierte Betonfläche wurden anschließend die Folienschablonen der Schrift aufgezogen, wobei die Buchstabenformen nicht komplett, sondern nur ihre Outlines vergoldet werden sollten. Da die Buchstabengrößen entsprechend der Farbfeldabmessungen variierten, lagen die Linienstärken zwischen 14 Millimeter in den oberen und 7 Millimeter in den unteren Feldern. In mehreren Arbeitsschritten wurde die Vergoldung mit 23,75 Karat Rosenoble Doppelgold aufgebracht und poliert.

»Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.«
In Goldbuchstaben leuchtet der fein kalligrafierte Prolog des Johannes-Evangeliums von der Altarwand. Laut Baumewerd sind uns viele Bilder und Symbole fremd geworden und sagen uns nichts mehr. So kam ihm der Gedanke, St. Antonius mit Schriftbildern auszugestalten. Wobei es nicht in erster Linie um das Lesen ging, sondern um die visuelle Begegnung mit dem Wort Gottes. Diesen Ansatz können die Kirchgänger sicherlich nachvollziehen, denn Schönheit und Tiefe der Bibelworte finden durchaus ihre Entsprechung in der Ästhetik und Komplexität der Wandgestaltung.

Bauherr: Kirchengemeinde St. Antonius in Neukirchen-Vluyn

Architekten: Baumewerd Architekten, www.baumewerd-architekten.de

Ausführung: Erich und Jan Ehren GbR Malerbetrieb: www.ehren-maler.de

Keimfarben GmbH & Co. KG, Fachberater: Gottfried Winkels, www.keimfarben.de


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Hochbau

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