06
Dez

Leichtbetonbau zwischen Tradition und Moderne

Die neue Stadtvilla greift die Elemente einer klassischen Gründerzeitvilla bewusst auf und interpretiert sie neu. Foto: Udo Schönewald

Hochbau

 

Am Hang des Elbtals östlich von Dresden befindet sich ein großes Villenviertel, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Kennzeichnend für die meist dreistöckigen Altbauten sind die vorgesetzten Balkone, die Walmdächer mit Dachgauben und das massive Sandsteinmauerwerk. Beim Bau eines neuen Wohnhauses im Viertel galt es, diese Stilelemente aus der Gründerzeit in eine moderne Architektursprache zu überführen und im baulichen Kontext neu zu interpretieren. Beauftragt mit der Konzeption und Umsetzung wurde die Berliner BAP. Architekten & Ingenieure GmbH. „Es sollte ein moderner, eigenständiger Baukörper entstehen, der jedoch bewusst die klassischen Stilelemente des Altbestands aufgreift“, erklärt Dipl.-Ing. Arch. Torsten Möbis, Geschäftsführer der BAP. Architekten & Ingenieure GmbH. „Gleichzeitig sollte sich das Haus durch besondere Massivität auszeichnen und damit auch Bestand haben gegenüber den umgebenden historischen Bauwerken.“

Der Liapor-Leichtbeton sorgt im Inneren für ein hervorragendes, stets ausgeglichenes Raumklima, das auch in den traditionellen Sandsteinbauten herrscht. Foto: Udo Schönewald
Der Liapor-Leichtbeton sorgt im Inneren für ein hervorragendes, stets ausgeglichenes Raumklima, das auch in den traditionellen Sandsteinbauten herrscht. Foto: Udo Schönewald

Multifunktionale Gebäudehülle

Entstanden ist ein dreigeschossiger Neubau, der anstelle der Walmdachgauben ein zurückgesetztes Dachgeschoss aufweist. Der traditionelle Balkonvorbau findet sich dagegen im zweigeschossigen Fenstervorsatz oder auch im vorgelagerten Eingangsbereich wieder. Der Grundkörper des Wohnhauses ist kompakt und entspricht in seiner Dimension den benachbarten Altbaukubaturen. Auch in seiner Materialität fügt sich das unter privater Bauherrschaft errichtete Objekt auf besondere Weise in die Umgebung ein. Denn bis auf das Dachgeschoss besteht die gesamte Gebäudehülle aus Liapor-Leichtbeton in 55 Zentimetern Stärke. Die monolithische, homogene Bauweise erfüllt den Wunsch nach Massivität und Dauerhaftigkeit perfekt, wobei sich die Fassadenflächen zudem durch große Wertbeständigkeit und Wartungsfreiheit auszeichnen. Das hohe Wärmedämmvermögen des Liapor-Leichtbetons sorgt außerdem für höchste Energieeffizienz und niedrige Heizkosten. Dazu kommen das außerordentliche Wärmespeicherungsvermögen und die Diffusionsoffenheit des Baustoffs. Beide Faktoren tragen ganz entscheidend dazu bei, dass im Gebäude ein besonderes Komfortklima mit hohem Wohlfühlfaktor herrscht. „Wir haben zu jeder Tageszeit und das ganze Jahr über ein höchst angenehmes, ausgeglichenes Raumklima, das der bewährten Atmosphäre der traditionellen Sandsteinbauten entspricht“, berichtet der Bauherr. „Auch trotz Südhanglage wird es im Sommer nicht zu heiß und im Winter kühlt das Haus nicht aus.“

Lunker und Schüttungslagen verleihen den Sichtbetonflächen die Optik und Haptik eines Sandsteinbaus. Foto: Udo Schönewald
Lunker und Schüttungslagen verleihen den Sichtbetonflächen die Optik und Haptik eines Sandsteinbaus. Foto: Udo Schönewald

Blähtonkugeln mit besonderen Eigenschaften

Die besondere Leistungsstärke des Liapor-Leichtbetons hinsichtlich Wärmedämmung, Wärmespeicherung und Diffusionsoffenheit ergibt sich aus den im Baustoff enthaltenen Liapor-Blähtonkugeln. Gebrannt aus naturreinem, rund 180 Millionen Jahre altem Lias-Ton, weisen sie im Inneren eine gleichmäßige, feine Porenstruktur und eine mäßig raue, geschlossene Oberfläche auf. Dieser Aufbau sorgt auch dafür, dass der Blähton Wasserdampf aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben kann, wodurch ein gesundes, behagliches Raumklima entsteht.

Oberflächen in Natursteinoptik

Insgesamt kamen bei den Außenwänden der Stadtvilla rund 110 Kubikmeter eines Liapor-Leichtbetons LC12/13 D1.2, XC4, XF1, XF4 mit Liapor-Körnung 3,5 und Liapor-Sand K0/2, CEM II/A-LL 42,5 R und Steinkohleflugasche zum Einsatz. Hergestellt und geliefert wurden sie vom Transportbetonwerk BCS Natur- und Spezialbaustoffe GmbH in Dresden. Die Betonage erfolgte über Schüttkübel in großformatigen Rahmenschalungen mit unauffälligem Stoßfugenmuster. Alle Leichtbetonwände wurden in der Sichtbetonklasse SB1 ausgeführt und wurden außenseitig noch hydrophobiert. Der Clou: In allen Sichtbetonflächen sind stellenweise Lunker und einzelne Schüttungslagen schwach erkennbar. Daraus ergibt sich eine ganz besondere Wirkung: „Die Leichtbeton-Oberflächen ähneln nicht nur optisch dem Sandstein, sondern weisen auch die gleiche Haptik auf“, so die Eigentümer, die mit dem Baustoff hochzufrieden sind: „Der Liapor-Leichtbeton hat sich sehr gut bewährt und wir fühlen uns jederzeit rundum wohl im Haus. Wir würden wieder damit bauen!“


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