17
Nov

Museum für Meereskunde und Surfgeschichte in Biarritz von Steven Holl

Fassade

Foto Iwaan Baan

Biarritz an der französischen Atlantikküste ist eines der beliebtesten Ziele in Europa für Surfen und Windsurfen. Die Küstenregion ist weitgehend den Sportlern vorbehalten – ein idealer Ort also, um ein interaktives Museum über den Lebensraum Ozean und den Surfsport zu errichten.

Auf den ersten Blick mutet das »Cité de l'Océan et du Surf« mit seiner unkonventionellen, dynamischen Bauform wie ein Teil der Landschaft an. Schwungvoll gestaltete Rampen arbeiten sich wellengleich aus dem Erdboden und lassen Gebäude und Topographie ineinander verschmelzen. Wie Felsbrocken liegen in dieser gebauten Landschaft gläserne Kuben, die besonders bei einbrechender Dunkelheit den eigenständigen Charakter der Gebäudeformation unterstreichen. Im Inneren bietet der Neubau Raum für unterschiedliche Funktionen – Museum, Kulturzentrum, Veranstaltungshalle und Restaurant. In den Ausstellungsräumen des Museums werden wissenschaftliche Phänomene des Meeres erläutert, während der Skate-Pool mit Veranda und Surf-Kiosk als kultureller Anlaufpunkt für Surfer und andere Wassersportler dient.

Foto Steven Holl
Foto Steven Holl

»Unter dem Himmel, unter dem Meer« (»under the sky«, »under the sea«) beschreibt Steven Holl, der das Museum in Zusammenarbeit mit der brasilianischen Architektin und Künstlerin Solange Fabião entworfen hat, seinen Leitgedanken für das räumliche Konzept. Der Besucher soll sich im Inneren des Museums wie unter der Wasseroberfläche fühlen. Dafür sorgt eine konvex geformte Betondecke, die den Eindruck einer großen Welle vermittelt. Schwungvoll prägt sie den Charakter der Ausstellungsräume im Untergeschoss, die durch Rampen mit der Eingangshalle und der Lobby verbunden sind. So entsteht auch im Gebäude eine spürbare Dynamik. Im Außenraum zeichnet die konkave Form eine große Geste: Sich zum Himmel und zum Meer hin öffnend, scheint die weitläufige Dachfläche in Dialog mit den sich in der Ferne brechenden Wellen zu treten.

Foto Iwaan Baan
Foto Iwaan Baan

Im spannungsvollen Kontrast zu den weichen Gebäudelinien stehen zwei Glaskuben, welche die Dachfläche durchbrechen. Sie ermöglichen Ein- und Ausblicke, zudem sorgt die transluzente Verglasung neben transparenten Glasflächen für eine helle und offene Atmosphäre im Innenraum. Die transluzente Hülle besteht dabei überwiegend aus Gläsern mit einer Kapillareinlage – Kapilux von Okalux, Marktheidenfeld. Die Isoliergläser streuen das Tageslicht tief und gleichmäßig in die größtenteils unterirdisch liegenden Räume und bieten zugleich sehr guten Sonnen- und Blendschutz. Diese Eigenschaften ermöglichen es, den Kunstlichtbedarf zu verringern sowie den Wärmeeintrag und damit die Kühllasten des Gebäudes zu reduzieren.

Foto Steven Holl
Foto Steven Holl

Das »Cité de l'Océan et du Surf« greift damit gleich in zweifacher Hinsicht das Thema Nachhaltigkeit auf: Während die Ausstellung das Ziel verfolgt, ein Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit dem Ozean zu schaffen, setzt die Fassade mit ihrer Verglasung ein attraktives und zugleich effektives Zeichen für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Bauherr: SNC Biarritz Ocean

Architekten
Steven Holl Architects, New York
mit Solange Fabião, New York
und Rüssli Architekten, Luzern

Fotos: Iwan Baan und Steven Holl

Okalux, www.okalux.com


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Von außen wirkt das Gebäude mit der asymmetrischen Dachkonstruktion schlicht, natürlich und bodenständig. Foto: Alnatura, Olaf Wiechers/Troldtekt.

Design+Oberfläche

Individuelles Küchenmöbel made by MCR. Der Aristokrat mit floralen Elementen aus der Designlinie n’stee.

Menschen

Die in Doppeldeckung verlegten kleinformatigen Cedral Dach- und Fassadenplatten umschließen Doppelsatteldach und Fassaden des Bio-Passivhauses in der Fränkischen Schweiz. Foto: Herbert Bucher

Dach

Geöffnete Nischentüren lassen sich optisch unauffällig in die Wand integrieren. Foto: Schörghuber

Türen+Tore

Rathaus der Zukunft mg+ von slapa oberholz pszczulny sop architekten

Projekte (d)

Im C2C Lab wird eine gesunde und kreislauffähige Gestaltung mit positivem Fußabdruck an konkreten Beispielen wie dem System 2000 eco von Strähle erlebbar. Foto: Cradle to Cradle e.V.

Innenausbau

Dank des standardisierten, sich wiederholenden Montageprozesses waren die Öffnungen bereits nach zehn Arbeitstagen komplett geschlossen, sodass mit den Innenarbeiten begonnen werden konnte. Parallel dazu wurden die Lichtbänder bauseitig umlaufend gedämmt und zum Schluss Eindeckrahmen und Abdeckbleche montiert. Diese garantieren eine dauerhaft zuverlässige Wind- und Regendichtheit. Fotos: Velux

Dach

Fotograf: Przemysław Niecki Pion Studio

Einrichtung

EPS-Flachdach-Dämmplatte und integrierter Leckageortungsfunktion

Wärmedämmung

Quelle: ClipDealer

Planung

LÄRCHE Breitdiele von mafi. Foto: Maurizio Marcato / mafi

Innenausbau

Neugestalteter Parkplatz vor dem Buerotrakt Foto: Dietmar Strauss

Projekte (d)

Das breite Produktportfolio von Kusch+Co ermöglicht eine durchgängige und stimmige Möblierung im Campus Charité Mitte, Bettenhaus. Der warme Holzton Esche Cognac findet sich in den unterschiedlichsten Räumen und Einrichtungssegmenten wieder. Foto: Kusch+Co, Anke Müllerklein

Einrichtung

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