26
Aug

Museum für Meereskunde und Surfgeschichte in Biarritz von Steven Holl

Fassade

Foto Iwaan Baan

Biarritz an der französischen Atlantikküste ist eines der beliebtesten Ziele in Europa für Surfen und Windsurfen. Die Küstenregion ist weitgehend den Sportlern vorbehalten – ein idealer Ort also, um ein interaktives Museum über den Lebensraum Ozean und den Surfsport zu errichten.

Auf den ersten Blick mutet das »Cité de l'Océan et du Surf« mit seiner unkonventionellen, dynamischen Bauform wie ein Teil der Landschaft an. Schwungvoll gestaltete Rampen arbeiten sich wellengleich aus dem Erdboden und lassen Gebäude und Topographie ineinander verschmelzen. Wie Felsbrocken liegen in dieser gebauten Landschaft gläserne Kuben, die besonders bei einbrechender Dunkelheit den eigenständigen Charakter der Gebäudeformation unterstreichen. Im Inneren bietet der Neubau Raum für unterschiedliche Funktionen – Museum, Kulturzentrum, Veranstaltungshalle und Restaurant. In den Ausstellungsräumen des Museums werden wissenschaftliche Phänomene des Meeres erläutert, während der Skate-Pool mit Veranda und Surf-Kiosk als kultureller Anlaufpunkt für Surfer und andere Wassersportler dient.

Foto Steven Holl
Foto Steven Holl

»Unter dem Himmel, unter dem Meer« (»under the sky«, »under the sea«) beschreibt Steven Holl, der das Museum in Zusammenarbeit mit der brasilianischen Architektin und Künstlerin Solange Fabião entworfen hat, seinen Leitgedanken für das räumliche Konzept. Der Besucher soll sich im Inneren des Museums wie unter der Wasseroberfläche fühlen. Dafür sorgt eine konvex geformte Betondecke, die den Eindruck einer großen Welle vermittelt. Schwungvoll prägt sie den Charakter der Ausstellungsräume im Untergeschoss, die durch Rampen mit der Eingangshalle und der Lobby verbunden sind. So entsteht auch im Gebäude eine spürbare Dynamik. Im Außenraum zeichnet die konkave Form eine große Geste: Sich zum Himmel und zum Meer hin öffnend, scheint die weitläufige Dachfläche in Dialog mit den sich in der Ferne brechenden Wellen zu treten.

Foto Iwaan Baan
Foto Iwaan Baan

Im spannungsvollen Kontrast zu den weichen Gebäudelinien stehen zwei Glaskuben, welche die Dachfläche durchbrechen. Sie ermöglichen Ein- und Ausblicke, zudem sorgt die transluzente Verglasung neben transparenten Glasflächen für eine helle und offene Atmosphäre im Innenraum. Die transluzente Hülle besteht dabei überwiegend aus Gläsern mit einer Kapillareinlage – Kapilux von Okalux, Marktheidenfeld. Die Isoliergläser streuen das Tageslicht tief und gleichmäßig in die größtenteils unterirdisch liegenden Räume und bieten zugleich sehr guten Sonnen- und Blendschutz. Diese Eigenschaften ermöglichen es, den Kunstlichtbedarf zu verringern sowie den Wärmeeintrag und damit die Kühllasten des Gebäudes zu reduzieren.

Foto Steven Holl
Foto Steven Holl

Das »Cité de l'Océan et du Surf« greift damit gleich in zweifacher Hinsicht das Thema Nachhaltigkeit auf: Während die Ausstellung das Ziel verfolgt, ein Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit dem Ozean zu schaffen, setzt die Fassade mit ihrer Verglasung ein attraktives und zugleich effektives Zeichen für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Bauherr: SNC Biarritz Ocean

Architekten
Steven Holl Architects, New York
mit Solange Fabião, New York
und Rüssli Architekten, Luzern

Fotos: Iwan Baan und Steven Holl

Okalux, www.okalux.com


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Fotos: Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten

Außenraum

Models begrüßen die Besucher der Designers‘ Open. Foto: Tom Schulze

Menschen

Der Schinkelplatz wurde 1837 von Peter Joseph Lenné entworfen und ist nach dem preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel benannt. Foto: Marcus Ebener

Fassade

Regionaltechniker Daniel Fecke

Unternehmen

Licht und Akustik spielen harmonisch zusammen. Die akustisch wirksamen Pads von Rossoacoustic setzen mit Farbe und Design Akzente an der Decke und nehmen Einfluss auf die gesamte Raumwirkung. Foto: Nikolaus Grünwald, Gerlingen

Einrichtung

Foto: St. Gertrud, Köln; Michael Rasche

Termine

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