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30
Mai

Viel Fenster, wenig Rahmen

Fassade

 

Inspiriert hatten die Bauherren Architektur-Ikonen wie die Klassiker von Mies van der Rohe und die Case-Study-Houses in Kalifornien. Architekt Justus Mayser hat schließlich einen winkelförmigen Bungalow entworfen, welcher sich zum privaten Bereich der Grundstücke hin öffnet. Das ganze Haus auf einer Ebene. So ein Konzept verbraucht Fläche, benötigt Platz. Auf einem Grundstück von rund 1.500 Quadratmetern geht das. Das Haus sollte die Natur einbeziehen. Das war eine der Prämissen. So sind mehr als die Hälfte der Wände komplett aus Glas, mit einem Schlafzimmer, das vorgezogen in den Garten nach drei Seiten Fenster hat. Und zwar deckengleiche Fenster.

Viel Fenster, wenig Rahmen. Normalerweise summieren sich Blendrahmen und Flügel unterhalb der Decke. In diesem klassisch-modernen Bungalow sollte möglichst viel natürliches Tageslicht die Räume beleuchten. Kompromisslos, unbehindert von irgendwelchen Notwendigkeiten, leicht und schwerelos sollte der Bau wirken. Das war für Bauherren und Architekten nicht verhandelbar.

Die Decke der Räume sollte möglichst übergangslos von innen nach außen verlaufen. Die von Architekt und Fensterbauer entwickelte Lösung lässt die Rahmen in der Decke verschwinden. Der Rohbau wurde deshalb ein Stück zurückgezogen und bekam Taschen für die Fenstertechnik. Die Rahmen in der Decke hatten auch die Konsequenz, dass die Fenster von außen eingesetzt werden mussten.

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit des Gebäudes ist bekanntlich die Dämmung der baulichen Hülle. Bei einem Vorhaben, wo mehr als die Hälfte der Außenwände aus Glas ist, konnte das nur mit einer Dreifachverglasung gelöst werden. Eine Herausforderung auch für die Statik. Im Bereich der Glasfassade auf einer Fläche von 116 Quadratmetern mit 15 Öffnungsflügeln wurde die Tragkonstruktion des Hauses minimiert, während dünne Stahlstützen die enorme Last der Decke halten. Das Dach scheint förmlich auf dem Tageslicht der Fenster zu schweben.

Ein neuralgischer Punkt sind immer die Wandanschlüsse. Bei Scheiben dieser Stärke werden auch diese Schnittstellen entsprechend breiter und müssen akribisch gedämmt werden. Das gilt zugespitzt auch für die Glasecken. Ohnehin zirkuliert die Luft in Ecken weniger. Sie werden schneller kalt als die anderen Wände, dort bildet sich öfter Kondensat. Umso mehr in Glasecken. In diesem Bungalow gibt es zwei Fenster, die als geklebte Ecke ausgeführt sind. Um dort die Verluste so klein wie möglich zu halten, hatte FritzGlock ein Dämmelement hinter der äußeren geschwärzten Scheibe eingebaut. Die Fenster insgesamt haben einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,6 W/m²K. Mit der Dreifachverglasung und zusätzlich Lüftungsauslässen an den Fenstern erreicht das Haus einen Energieeffizienzwert, der dem KfW 70 Standard entspricht.

Optisch sind die festen Fenster-Elemente in einem hellen Ton gehalten, die beweglichen Teile dunkler. Mit der für Holz-Alu-Fenster typischen "Doppeldeutigkeit": innen ein warmer Holzton und außen Aluminium. Die Fassade zur Straße folgt genau dem umgekehrten Prinzip. Sie hat den warmen Holzton, der sonst dem privaten Inneren des Hauses vorbehalten ist - eine Einladung an den Besucher. Die Haustür hat FritzGlock aufgedoppelt, damit auch da die Flächen bündig sind. Was aber auch einen Sicherheitsaspekt hat. Diese Tür kann man nicht einfach aufhebeln. Die Fenster haben deshalb auch alle Pilzköpfe und Sicherheitsglas. Ungewöhnlich dabei, dass die Sicherheitsverglasung auf der Innenscheibe angeordnet wurde.

Lauter Details, deren Herstellung der Architekt in der Bauphase sorgfältig verfolgt hat. So sind zum Beispiel die Fenster von Dach und Außenwänden von einer umlaufenden Schattenfuge getrennt. Bei einer Länge von über 80 Meter erfordert dies eine hohe Präzision bei der Planung und der baulichen Umsetzung aller Gewerke.

FritzGlock GmbH, www.fritzglock.de

 


Die Netzbespannung des AT Mesh unterstreicht die wie aus einem Stück gewachsene Gestellstruktur des neuen Free-to-Move-Stuhls - hier als ESP-Modell zur Förderung der Steh-Sitz-Dynamik. Abb.: Wilkhahn

Einrichtung

Das riesige Dach der hochmodernen Müllverbrennungsanlage Amager Ressource Center in Kopenhagen bietet wertvolle Freizeit- und Erholungsfläche. Quelle: Ehrhorn Hummerston

Dach

Wärmelandschaft Carbo e-Therm. Bild: FutureCarbon GmbH, MaxAlex – stock.adobe.com

Gebäudetechnik

Bild: Visualisierung: Unnewehr Packbauer Architekten / grauwald studio

Projekte (d)

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