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30
Mai

Formaktives Tragwerk in Beton

Fassade

Der Neubau der Mensa des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums ist als vergleichsweise kleiner Baukörper der Großform des Schulgebäudes gegenüber gestellt und präsentiert sich eigenständig, aber zurückhaltend

Dem 1996 errichteten Oskar-Maria-Graf-Gymnasium in Neufahrn bei Freising fehlten Versorgungs- und Betreuungseinrichtungen. Der Großform des Gymnasiums wurde daher in unmittelbarer Nachbarschaft ein vergleichsweise kleiner Baukörper gegenüber gestellt, der sich eigenständig und dabei zurückhaltend präsentiert.

Die Form ist durch Faltungen an Dach und Wänden generiert und führt so zu einem formaktiven Faltwerk - ähnlich einer deformierten Röhre, die an den Enden offen ist
Fassadenverkleidungen aus diagonal geteilten, farbig wechselnden Alutafeln vermitteln den Eindruck eines Zeltes
Das Prinzip von Trapezflächen wird in der Fassade fortgeführt. Holzfenster sind wie Schlitze ausgeschnitten und nach den jeweiligen Raumbedürfnissen in Form und Größe differenziert eingesetzt
Drehflügel, Kippflügel, Schwingflügel – je nach Anforderung fertigte Kneer-Südfenster die unterschiedlichsten Fensterformen

Eine Mensa sollte im Gegensatz zum streng terminierten Unterrichtsbetrieb die eher lockere, musische Seite des Schulalltags verkörpern – das war der Grundgedanke, der bei den Architekten vom BÜRO 4 Wagner + Partner Architekten im Vordergrund stand. Der Raumbedarf von ca. 450 Quadratmeter für einen Speisesaal mit 120 Sitzplätzen und einen Aufenthaltsraum sowie für eine Küche samt den dazugehörigen Verkehrs- und Nebenflächen war erdgeschossig sinnvoll zu organisieren. Die Architekten entschieden sich für eine Konstruktion in massivem Stahlbeton. Die Form wurde durch Faltungen an Dach und Wänden generiert und führte so zu einem formaktiven Tragwerk.

Das Prinzip von Trapezflächen wird in der Fassade fortgeführt. Sowohl Öffnungen und Fenster, als auch Fassadenflächen sind formverwandte Flächen, die aus der Gesamtform hervorgehen. Fassadenverkleidungen aus diagonal geteilten, farbig wechselnden Alutafeln lassen den Eindruck eines Zeltes entstehen. Holzfenster sind wie Schlitze ausgeschnitten und nach den jeweiligen Raumbedürfnissen in Form und Größe differenziert eingesetzt. Drehflügel, Kippflügel, Schwingflügel und Festverglasungen als Pfosten-Riegel-Fassade kamen je nach Anforderung zum Einsatz.

Sowohl Öffnungen und Fenster als auch Fassadenflächen sind formverwandte Flächen, die aus der Gesamtform hervorgehen. Die Holzfenster sind im System »HF 82« in Holzart Kiefer gefertigt und im Farbton Verkehrsgrau B (RAL 7043) lackiert, abgestimmt auf die Fas-sadenverkleidung
Die Öffnungen ohne rechten Winkel erforderten exakten Einbau ohne Putzkaschierung, da alle Raumschalen in Sichtbeton gehalten sind
An den Stirnseiten der Mensa kamen bis zu 7 x 7 Meter große Aluminium-Holz-Elemente für die Pfosten-Riegel-Fassade zum Einsatz
Neben dem Speisesaal mit 120 Sitzplätzen bietet die Mensa Platz für einen Aufenthaltsraum sowie für eine Küche samt dazugehörigen Verkehrs- und Nebenflächen

Über eine öffentliche Ausschreibung ging der Auftrag an die Schreinerei Beck aus Niederaichbach, die zusammen mit dem Fensterhersteller Kneer-Südfenster das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt hatte - eine partnerschaftliche Kooperation, bei der beide Seiten ihre jeweiligen Stärken einbringen konnten. Die anspruchsvolle Architektur der Mensa stellte allerdings eine besondere Herausforderung für alle Beteiligte dar. Hier gab es keine »Allerweltsdetails«, jeder Punkt musste neu überlegt und speziell gelöst werden und das führte zu einem erhöhten Zeitaufwand, der sich auch in der Fertigungszeit niederschlug. Dennoch konnten die individuellen Fensterformen und -ausführungen innerhalb einer Bauzeit von nur 8 Wochen fertig gestellt werden.

Holzfenster in allen Sonderformen wurden im System »HF 82« von Kneer-Südfenster in Holzart Kiefer gefertigt und mit einem Anstrich im RAL-Farbton 7043 Verkehrsgrau B versehen. Die Öffnungen ohne rechten Winkel erforderten einen exakten Einbau ohne Putzkaschierung, da alle Raumschalen in Sichtbeton gehalten sind. Auch die Nebeneingangstür in Holz »HT 3-90« fertigte Kneer-Südfenster passend zu den Fenstern. Sie wurde innen flächenbündig eingebaut. Die Schreinerei Beck fertigte die bis zu 7 x 7 Meter großen Aluminium-Holz-Elemente für die Pfosten-Riegel-Fassade an den Stirnseiten des Gebäudes – innen mit deckendem Anstrich, außen als Aluschale einbrennlackiert – ebenfalls im Farbton Verkehrsgrau B, abgestimmt auf die Fassadenverkleidung in Alublech. Die Schreinerei übernahm auch den reibungslosen Einbau der Fenster und Fassadenelemente.

Für den Sonnenschutz der Fenster im Küchenbereich sorgen perforierte Fassadenplatten in Aluminium

Im Mittelteil des ca. 11 Meter breiten und 40 Meter langen Gebäudes ist eine Profiküche untergebracht. Die Fenster in diesem Bereich erhielten Insektenschutz, für den Sonnenschutz sorgen perforierte Fassadenplatten in Aluminium. In den angrenzenden außenliegenden Flächen befindet sich der Aufenthalts- bzw. Essbereich. Nur unterhalb der Küche ist das Gebäude unterkellert. Nach etwa elfmonatiger Bauzeit konnte die neue Mensa fertig gestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neufahrn haben das Angebot der Mensa sehr gut angenommen.

Kneer-Südfenster, www.kneer-suedfenster.de


Die Netzbespannung des AT Mesh unterstreicht die wie aus einem Stück gewachsene Gestellstruktur des neuen Free-to-Move-Stuhls - hier als ESP-Modell zur Förderung der Steh-Sitz-Dynamik. Abb.: Wilkhahn

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